MICHELAU

Sicherer Schulweg für alle Michelauer Kinder das Ziel

Allen Realschülern aus Michelau will die Gemeinde den kostenlosen Bustransport zur Realschule in Burgkunstadt ermöglichen. Foto: Archiv-Christian Voll

Zum Beginn des nächsten Schuljahrs möchte Bürgermeister Dirk Rosenbauer etwas aus der Welt schaffen, was ihn schon länger stört: die rechtlich bedingte Ungleichbehandlung bei der Schülerbeförderung. Das ist nur möglich, wenn die Gemeinde selbst für die Kosten aufkommt. In der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend zeichnete sich aber ab, dass der Bürgermeister für das Projekt mit der Unterstützung des Gremiums rechnen kann. Ein Beschluss soll in der Julisitzung gefasst werden. Rosenbauer hofft, dass sich bis dahin genügend betroffene Eltern im Rathaus melden.

Die Trennlinie geht mitten durch Michelau

Konkret geht es um die Kinder, die die Realschule in Burgkunstadt besuchen. Wer von ihnen einen Schulweg zu Fuß zurücklegen muss, der länger ist als drei Kilometer, kann kostenlos mit dem Bus nach Burgkunstadt fahren. Die Distanz zwischen Michelau und Burgkunstadt ist natürlich größer. Berechnet wird hier der Fußweg vom Elternhaus zum Bahnhof in Michelau und vom Bahnhof in Burgkunstadt zur Schule. Dieses zweite Teilstück beträgt 1,5 Kilometer. Wer also in der Korbmachergemeinde maximal 1,5 Kilometer vom Bahnhof entfernt wohnt, darf nicht mit dem Bus fahren. Ihm finanziert der Landkreis das günstigste Verkehrsmittel – und das ist der Zug.

Die Kinder aus Schwürbitz, Neuensee, Lettenreuth und Oberreuth wohnen alle mehr als drei Kilometer vom Bahnhof entfernt. Betroffen sind von dieser Regelung, die sich aus dem bayerischen Schülerbeförderungsgesetz ergibt, also nur Jungen und Mädchen aus Michelau. Aber auch hier nicht alle. Die Trennlinie geht sozusagen mitten durch den Ort: Rosenbauer spricht von Familien, die nur 50 Meter auseinander wohnen – aber das eine Kind darf mit dem Bus fahren, das andere muss die Bahn nehmen.

Dem Bürgermeister geht es vor allem darum, einen sicheren Schulweg zu gewährleisten. Der Weg zum Michelauer Bahnhof führt an der Lif 13 entlang. Dies sei die am drittstärksten befahrene Straße im Landkreis. In Burgkunstadt wiederum gilt es die B 289 zu überqueren, auf der auch nicht gerade wenig los ist. Zumal die Kinder zu Zeiten mit viel Berufsverkehr unterwegs sind.

Zweiter Bus würde 18 000 bis 22 000 Euro pro Jahr kosten

Deshalb plant er ein Konzept, das allen Michelauer Schülern den gleichen sicheren Schulweg ermöglicht. Die Gemeinde würde dabei die Bustickets für die Kinder finanzieren, die sonst den Zug nehmen müssten. Allerdings ist der momentan eingesetzte Schulbus rappelvoll. Die Firma Götz habe aber bereits zugesagt, einen zweiten Bus fahren zu lassen. Rosenbauer rechnet dafür mit einer Summe von 18 000 bis 22 000 Euro im Jahr. Er bestätigte auf Nachfrage von Roland Braun (SPD), dass die Gemeinde diese Kosten als freiwillige Leistung übernehmen kann. Die in Frage kommenden Eltern sollen nun angeschrieben und gebeten werden, sich zu melden, sollten sie Interesse haben.

Jürgen Spitzenberger (SPD) kritisierte, dass der Landkreis nicht bereit ist, weiterhin das Geld zur Verfügung zu stellen, das er momentan für die Bahntickets ausgibt. Dann müsste die Gemeinde nur die Differenz für die teureren Busfahrkarten übernehmen. Dies ist rechtlich nicht möglich, erklärte der Bürgermeister: Da müsste die Staatsregierung das Gesetz ändern. Ralf Hirle (Die Grünen) lobte die Initiative. Als Vater kennt er das Problem aus eigener Erfahrung.

Aus dem Gemeinderat

In der SPD wechselt nochmals der Fraktionsvorsitz: Jürgen Spitzenberger hat das Amt an Simone Naumann abgegeben. Als Stellvertreter fungiert Jürgen Eckstein. Dem Stiftungsrat der Stiftung „Unser Michelau“ gehören neben den drei Bürgermeistern Ute Herold aus Michelau und Stefan Fleischmann aus Schwürbitz an. Dankbar nahm Bürgermeister Dirk Rosenbauer die Anregung der SPD-Fraktionsvorsitzenden Simone Naumann an, mehr Werbung für die kaum bekannte Stiftung zu machen. In der vorigen nichtöffentlichen Sitzung wurden die monatlichen Dienstaufwandsentschädigungen für die drei Bürgermeister beschlossen: Der Erste Bürgermeister erhält 798 Euro, der Zweite 628 Euro plus eine Fahrtkostenpauschale in Höhe von 330 Euro im Jahr, der Dritte 220 Euro. Außerdem wurden für die Generalsanierung der Johann-Puppert-Schule folgende Aufträge vergeben: Heizungs- und Sanitärinstallation an die Firma HLS Metallbau GmbH in Sonneberg (etwa 488 000 und 278 000 Euro), lufttechnische Anlagen an die Firma LHS GmbH & Co. KG in Neuhaus am Rennweg (etwa 502 000 Euro) und Stark- und Schwachstrominstallation an die Firma Püls & Schuberth in Lichtenfels (etwa 1 009 000 Euro).
 

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