MANNSGEREUTH

Schutzmasken aus der Kinderwagenfabrik Gesslein Mannsgereuth

Schutzmasken aus der Kinderwagenfabrik Gesslein Mannsgereuth
Gesslein-Projektleiter Jens Blinzler (re.) bedankt sich beim Landratsamt Kronach für die Kooperation und gegenseitige Unterstützung in Krisenzeiten. Sachgebietsleiter Markus Heckel freut sich über die 3000 Schutzmasken, die Gesslein nach Beendigung der Zusammenarbeit gespendet ha... Foto: Gesslein

Wo sonst Kinderwagen übers Band laufen, wurden in den vergangenen Wochen über 30 000 Mund- und Nasenschutzmasken produziert: Im Auftrag der Landratsämter Kronach und Lichtenfels hatte der Kinderwagenhersteller Gesslein laut Pressemitteilung des Unternehmens in seinem Werk in Mannsgereuth vorübergehend die Produktion umgestellt, um einen Beitrag gegen die Ausbreitung von Covid-19 zu leisten.

Da während des Lockdowns die Fachhandelsgeschäfte wochenlang geschlossen blieben, gingen bei Gesslein im März und April nur noch wenige Kinderwagenbestellungen ein. Zeitgleich bestand bundesweit in den ersten Wochen der Pandemie-Ausbreitung ein Engpass bei der Beschaffung von Schutzmasken, weil die Produzenten in China den plötzlich stark gestiegenen Bedarf nicht decken konnten. Die Landratsämter in der Region hatten zu dieser Zeit große Probleme an Schutzausrüstung zu kommen, die für medizinisches Personal und Pflegekräfte dringend benötigt wurde.

„In einer solchen Situation müssen alle zusammenstehen. Deshalb haben wir spontan unsere Hilfe angeboten.“
Jens Blinzler, Gesslein-Projektleiter

„In einer solchen Situation müssen alle zusammenstehen. Deshalb haben wir spontan unsere Hilfe angeboten“, erklärt Gesslein-Projektleiter Jens Blinzler, der in Sachen Maskenproduktion die Initiative ergriffen hat.

Nachdem die Landratsämter in Kronach und Lichtenfels das Angebot dankbar angenommen hatten und froh darüber waren, die Beschaffung regional organisieren zu können, hat Jens Blinzler noch Ende März persönlich die erste Rolle Spezialvlies bei der Firma Sandler in Schwarzenbach an der Saale abgeholt. Ab da ratterten die Nähmaschinen bei Gesslein wieder – wenn auch anders als zuvor. Die Umstellung verlief reibungslos, die Näherinnen bei Gesslein waren schnell mit dem neuen Produkt vertraut und obendrein hochmotiviert.

Die Corona-Krise hätte für Gesslein existenzbedrohend sein können

Nachdem der Freistaat Bayern die Beschaffung und Verteilung des zertifizierten Maskenvlieses übernommen hatte, erhielt Gesslein weitere Materiallieferungen direkt vom Landratsamt. So konnten in der Kinderwagen-Näherei Woche für Woche Tausende von Schutzmasken aus zertifiziertem FFP2-Material angefertigt werden, die die Landratsämter an Mitarbeiter niedergelassener Ärzte und Pflegekräfte in Alten- und Pflegeheimen ausgaben.

Schutzmasken aus der Kinderwagenfabrik Gesslein Mannsgereuth
Statt Kinderwagenausstattung nähte sie in den zurückliegenden Wochen Schutzmasken: Zusammen mit ihren Kolleginnen achtet... Foto: Gesslein

Auch wenn aufgrund der anfänglichen Knappheit die Maskenpreise zeitweise explodiert sind, hat Gesslein fair kalkuliert: „Uns ging es nie darum, aus der Situation Profit zu schlagen, sondern einen Beitrag gegen die Ausbreitung von Covid-19 zu leisten“, betont Geschäftsführerin Jeannine Merkl, die auch deutlich macht, dass die Corona-Krise für das 70 Jahre alte Familienunternehmen durchaus existenzbedrohend hätte sein können. Immerhin konnte durch die zwischenzeitliche Maskenproduktion teilweise Kurzarbeit vermieden werden.

Inzwischen hat sich die Liefersituation der Masken wieder verbessert, die staatliche Versorgung aus dem Ausland ist wieder angelaufen – und bei Gesslein wird wieder Kinderwagen-Ausstattung genäht.

3000 Masken als Dankeschön gespendet

Als Dankeschön für die gute Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung überreichte Jens Blinzler bei der letzten Abholung 3000 Mund- und Nasenschutzmasken als Spende von Gesslein an Markus Heckel, der als Sachgebietsleiter für die persönliche Schutzausrüstung im Landratsamt Kronach zuständig ist. (red)

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