MICHELAU

Rewe braucht mehr Platz in Michelau

Nicht nur in der Bahnhofstraße, auch in der Neuenseer Straße tut sich was: Die Auriga Handels- und Gewerbebauträger GmbH aus Bayreuth plant, auf dem Gelände der ehemaligen Firma Invista einen neuen Rewe-Markt zu bauen. Der bestehende sei zu klein und nicht mehr wirtschaftlich, heißt es in der Begründung des Antrags auf Änderung des Bebauungsplans „Nord-Ost I“ von einem Misch- beziehungsweise Gewerbegebiet in ein „Sondergebiet Lebensmitteleinzelhandel“.

Der neue Verbrauchermarkt soll 1200 Quadratmeter Gesamtverkaufsfläche umfassen, plus 600 Quadratmeter für einen Getränkemarkt und 100 Quadratmeter für eine Bäckerei mit Café. „Er soll größer werden als der in Hallstadt“, veranschaulichte Bürgermeister Dirk Rosenbauer (CSU) in der Gemeinderatssitzung. Dazu kommt ein Parkplatz mit etwa 108 Stellplätzen und Zufahrten von der Neuenseer und der Eichenstraße aus. Ralf Hirle (Die Grünen) regte hierzu einen Kreisel an. Für solche Vorschläge ist es laut Rosenbauer noch zu früh: „Es geht jetzt nur darum, die Grundlage zu schaffen. Alles andere ist noch in der Findungsphase.“

Der Gemeinderat beschloss einstimmig die Bebauungsplanänderung und die Einleitung des Bebauungsplanänderungsverfahrens im vereinfachten Verfahren.

Kurz beschäftigte sich das Gremium auch mit einem Antrag der CSU-Fraktion: Die Union möchte die Förderung von Vereinen, Verbänden und Jugendgruppen neu gestalten und hat dazu einen Vorschlag zur Neufassung der Richtlinien eingereicht. Dieser wird gerade von der Gemeindeverwaltung geprüft.

Förderung von Vereinen soll neu gestaltet werden

Wie CSU-Fraktionsvorsitzende Judith May erklärte, greift ihre Fraktion damit ein Versprechen aus dem Wahlkampf auf. Angesichts der schwierigen Lage, in der sich die Vereine Corona-bedingt gerade befinden, möchte sie das Thema schnellstmöglich anpacken. Da der Gemeinderat angesichts des Teil-Lockdowns die Sitzung so kurz wie möglich halten sollte, wurde dieses Mal auf eine Diskussion verzichtet.

Judith May informierte aber kurz über die CSU-Vorschläge: Die Jugendförderung sollen künftig alle Vereine mit Jugendarbeit erhalten statt – wie bisher – nur diejenigen, die auch ein eigenes Vereinsheim haben. Bei Baumaßnahmen soll der Zuschuss von zehn auf 15 Prozent angehoben werden, bei Neuanschaffungen soll eine Förderung künftig schon ab Kosten von 2500 Euro möglich sein. Bisher waren es 5000 Euro. Bei Festen sollen Gebühren etwa für die Schankgenehmigung als Zuschuss gewährt werden.

Zehn Prozent Zuschuss zu Energiekosten

SPD-Fraktionsvorsitzende Simone Naumann erinnerte daran, dass SPD und JSB schon in der vergangenen Legislaturperiode angeregt hatten, die Vereinsförderung zu überarbeiten. Ihre Fraktion könne sich vorstellen, nicht nur die Zuschüsse pro Mitglied zu erhöhen, sondern auch den Institutionen unter die Arme zu greifen, die ein Vereinsheim oder Ähnliches unterhalten. Sie schlug einen zehnprozentigen Zuschuss zu den Energiekosten, etwa Heizung, Strom und Wasser, vor.

Das Thema wird nun im Hauptverwaltungsausschuss beraten. Er wird dazu eine Empfehlung abgeben. Die Entscheidung fällt dann der Gemeinderat in der Dezembersitzung.

Mit Interesse haben die Michelauer zur Kenntnis genommen, dass der Weidhäuser Gemeinderat einen Ausbau des Radwegenetzes zwischen beiden Gemeinden fordert (das OT berichtete). Da es sich um eine Kreis- und eine Staatsstraße handelt, ist Michelau allerdings bei der Realisierung außen vor. „Weidhausen hat leicht zu fordern: Die Gemeindegrenze ist in Neuensorg, der Rest der Strecke ist im Landkreis Lichtenfels“, bemerkte Roland Braun (SPD) dazu. Seiner Meinung nach sollte sich die Nachbarkommune im Gegenzug um die Sanierung der Gemeindestraße von Oberreuth nach Trübenbach kümmern.

Jürgen Spitzenberger (SPD) erinnerte an seine Bemühungen um eine Verkehrsberuhigung in der Michelauer Ortsmitte. Nach acht Monaten und mehrmaligem Nachhaken habe es ein Treffen mit Landrat Christian Meißner und Bürgermeister Dirk Rosenbauer gegeben, mittlerweile liege auch die Stellungnahme eines Ingenieurbüros vor, das seine Vorschläge geprüft habe. Auf Grundlage dieser Stellungnahme beantrage er einen Mini-Kreisverkehr in der Neuenseer Straße, Höhe Korbmuseum.

Ein Mini-Kreisverkehr zur Geschwindigkeitsreduzierung

Dritter Bürgermeister Hubert Robisch (SPD) nannte als Beispiel den Kreisel auf Höhe des Media Marktes am Bamberger Laubanger: Lastwagenfahrer können gerade drüber fahren, Autofahrer müssten außen herum. Das reduziere das Tempo und verbrauche nicht mehr Fläche. Deshalb wäre das durchaus eine Überlegung wert.

Zweiter Bürgermeister Jochen Weber (CSU) regte wegen des Wildwechsels eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Straße zwischen Oberreuth und Lettenreuth an. Rosenbauer erklärte, dass sich deshalb auch ein Einwohner schon an ihn gewandt habe. Der Vorschlag werde geprüft.

Schlagworte