MARKTGRAITZ

Plogging und Lauf-Challenge beim TV Marktgraitgz

„Plogging“ und „Lauf-Challenge“ beim TV Marktgraitgz
Ddie neuen Ehrenmitglieder (v. li.) Sabine König, Gunde Murrmann und Rosemarie Mahr mit der Vorsitzenden Kerstin Röling. Foto: Roland Dietz

Wichtig ist, dass sich jeder wohl und sicher fühlen kann, sagte die Vorsitzende des Turnvereins Kerstin Röling zu Beginn der Jahresversammlung. So saßen die Mitglieder zwar überdacht, aber dennoch im Freien der „Rosenauer Hofbräu“. Die Versammlung war wegen der Corona-Pandemie schon zwei Mal verschoben worden. Nun wurde die Gelegenheit genutzt, um Charlotte und Klaus Rupprecht, Angelika Pochmann, Bernhard Herold, Rolf Göhring, Erika Vogler, Dieter Kohles, Rosemarie Mahr, Gunde Murrmann und Sabine König zu Ehrenmitgliedern zu ernennen.

Obwohl der Turnverein während des Lockdowns nicht untätig war, seien immer wieder Einschnitte spürbar gewesen. So waren Anfang 2020 die Planungen für das Jahr noch von viel Enthusiasmus begleitet. Doch ab März stellte sich heraus, das gewisse Dinge überhaupt nicht oder nur mit viel Aufwand umgesetzt werden konnten. Die Hallen waren geschlossen, und bei Treffen außerhalb schwang bei den Ehrenamtlichen immer auch Angst mit. Obwohl es keine Austritte gab, ist viel Schwung in der Vereinsarbeit verloren gegangen.

„Faschingsschneemänner“ und „Scheine für Vereine“

Nach dem ersten Lockdown war es zumindest wieder möglich, außerhalb der Turnhalle in Bewegung zu kommen. Eine sehr schöne Sache war auch, dass das 50-jährige Jubiläum der Tischtennisabteilung klein, aber fein gefeiert werden konnte. Mit den drei Mannschaften war eine normale Spielrunde in der Saison nicht möglich. Gratulationen von Mitgliedern zu ihren Ehrentag konnten oft nur per Post oder Telefon überbracht werden.

Als im zweiten Lockdown klar wurde, dass es kein Weihnachtsturnen geben würde, besuchte der Nikolaus die Kinder zur Bescherung zu Hause. Ein voller Erfolg war im Winter die Aktion „Faschingsschneemänner“, als im ganzen Ort wunderschöne Schneemänner entstanden. Erfolgreich war auch – besonders vom Erlös her – die Teilnahme an der Aktion „Scheine für Vereine“ der Rewe-Märkte. Auch die Aktion „Plogging“ war eine gute Geschichte: Laufen und dabei Müll aufsammeln erfuhr eine gute Resonanz.

Zurzeit entdecken die Sportlerinnen und Sportler ihre Muskeln wieder

Da Sport im Freien im Frühjahr gut funktionierte, fand die „Laufchallenge“ statt, eine Veranstaltung, bei der die Teilnehmer insgesamt 1359 Kilometer zurücklegten. Bester war dabei Peter Rosenbauer, der es auf 363 Kilometer brachte. Weitere fünf Teilnehmer waren über 100 Kilometer gelaufen. Bei der „Gratzer Radchallenge“ im Juni radelte Doris Schmölzing 590 Kilometer. Bei den Herren war wieder Peter Rosenbauer mit 309 Kilometern vorne.

Seit Juli trainieren etliche Sportlerinnen und Sportler auf das Sportabzeichen hin, das zusammen mit dem Turnverein Redwitz abgenommen wird. „Es macht sehr viel Spaß, auch wenn am nächsten Tag nach einem Training Muskeln schmerzen, die man nicht mehr kannte“, sagte die Vorsitzende mit einem Lächeln.

Der Sportbetrieb läuft langsam wieder an

Ein Höhepunkt war sicher die Mitarbeit am Festabend 950 Jahre Marktgraitz, an dem der Turnverein für die alkoholfreien Getränke und Cocktails zuständig war. Gesellschaftlich und wirtschaftlich ein schöner Erfolg, urteilte die Vorsitzende.

Der Sportbetrieb läuft nun langsam wieder an. Im Angebot sind „Frauen-Power, Tischtennis, Tanzen der Mädels, Ü60-Gymnastik, Fit fürs Wochenende, Pilates, Fahrradfahren, Mutter-Kind-Turnen und Jungenturnen. Das Mädchenturnen kann aktuell maximal zweimal wöchentlich angeboten werden.

Der Turnverein sucht dringend Übungsleiterinnen und -leiter

Und hier wird ein Manko ersichtlich, das behoben werden muss, um in Marktgraitz weiterhin Sport im Turnverein anbieten zu können: Es fehlen Übungsleiterinnen und -leiter, und so liegt die Last auf wenigen Schultern kritisierte die Vorsitzende. Grundsätzlich seien der Verein und die Marktgemeinde (Turnhalle Schwimmbad, Sportförderung) gut aufgestellt, aber hier müsse etwas geschehen. Die Alternative – bezahlte Übungsleiterinnen und -leiter – wäre nur mit höheren Beiträgen zu stemmen, erklärte Kerstin Röling den Mitgliedern. Sie hoffe, dass sich auf den Aufruf Interessierte melden. Diese könnten selbstverständlich auch von außerhalb kommen.

Einen sehr guten Kassenbericht legte Schatzmeisterin Mona Hanft vor. Im Moment besitzt der Verein 432 Mitglieder. Das Protokoll der Schriftführerin Nathalie Grammon wurde von den Mitgliedern bestätigt. Dann stellte die Vorsitzende die neue Vereinssatzung vor. Diese war nötig geworden, da die alte Satzung aus dem Jahre 1996 einfach nicht mehr zeitgemäß war – Stichpunkte Vergütungsmöglichkeiten, Auslagerung der Ehrenordnung, Haftung und nicht zuletzt Datenschutz. Die Vereinssatzung wurde ebenso wie die neue Ehrenamtssatzung einstimmig verabschiedet.

Diskutiert wurde im Anschluss über die Fortführung der momentan verwaisten Homepage und eine Spende an die Gemeinde. Die Mitglieder beschlossen, für die Hochwasseropfer in Westdeutschland 300 Euro zu spenden.

Schlagworte