MICHELAU

Michelau: Einbahnweg bei der Urnenwahl?

Die Johann-Puppert-Schule wird am 11. April eines von zwei Wahllokalen in Michelau sein. Foto: Annette KÖrber

Die Gemeinderatssitzung unter der Leitung von Zweitem Bürgermeister Jochen Weber begann am Mittwochabend mit einer Schweigeminute: Die Räte und Besucher gedachten gemeinsam des so plötzlich verstorbenen Bürgermeisters Dirk Rosenbauer. Dann galt es, die ersten Vorbereitungen für die Wahl seines Nachfolgers zu treffen.

Das Gremium ernannte den geschäftsleitenden Beamten Norbert Eiser zum Wahlleiter. Sein Stellvertreter ist Verwaltungsfachwirt Stephan Maier, der auch im Rathaus für die Organisation der Wahl zuständig ist.

Zwei Wahllokale in Michelau, zwei in Schwürbitz

„Bitte nicht erschrecken, aber wir werden heuer in Michelau nur zwei Wahllokale brauchen“, informierte Weber. Schon in den vergangenen Jahren war ein Trend zur Briefwahl auszumachen. Unter den aktuellen Umständen geht die Verwaltung davon aus, dass noch mehr Bürger diese Möglichkeit nutzen werden.

Für diejenigen, die doch den Urnenwahlgang bevorzugen, werden die Containerschule der Johann-Puppert-Schule und der Kindergarten Haus Regenbogen in Michelau geöffnet sein. Für die übrigen Gemeindeteile werden zwei Wahllokale in der Turnhalle Schwürbitz eingerichtet: eines für die Schwürbitzer und eines für die Einwohner von Neuensee, Lettenreuth und Oberreuth.

Wo sind die Briefwahllokale am besten aufgehoben?

Zusätzlich werden vier Briefwahllokale im Rathaus eingerichtet: im kleinen und großen Sitzungssaal, Trauzimmer und Ratskeller. Darum entwickelte sich eine kleine Diskussion: „Sollten wir sie nicht woanders platzieren, wo mehr Platz ist?“, regte Lutz Weisser (Freie Wähler) an und schlug die Angerturnhalle vor. Diese wäre bestimmt frei und biete extrem viel Platz. Es wäre also möglich, hier alle vier Wahllokale unterzubringen.

Er verwies darauf, dass es durchaus sein könnte, dass sich Leute in den Räumlichkeiten im Rathaus nicht wohlfühlen: „Man muss ja auch gucken, dass man genug Wahlhelfer kriegt.“ Jochen Weber erklärte, dass maximal sechs Personen im Raum sein dürften. Das sei im Rathaus kein Problem. Zudem seien dort die Wege kurz. „Ich vertraue der Verwaltung, die sagt, so tut sie sich am leichtesten“, betonte er. Auch Roland Braun (SPD) verwies darauf, dass im Rathaus die nötige Infrastruktur vorhanden ist. Und Katja Amend (CSU) meinte, dass kleinere Räume sich leichter lüften ließen, also nicht unbedingt schlechter seien.

Die aktuellen Vorgaben gelten bis Ende Januar

Der Zweite Bürgermeister lobte die Arbeit von Birgit Hucke, die im Rathaus die Hygieneschutzbeauftragte ist und nun eine Menge zu berücksichtigen hat. Was das allerdings genau ist, das wird sich erst noch herausstellen, wie sie selbst auf OT-Anfrage sagt: Die aktuellen Vorgaben gelten bis Ende Januar. „Wird es dann besser, schlechter, gleich sein? Man weiß es nicht.“ Aber davon hängt es ab, was im April für die Wahl gilt.

Braucht es ein Einbahnstraßen-System? Wie müssen die Fluchtwege beschaffen sein? Müssen die Wähler ihren eigenen Kugelschreiber mitbringen? Hucke muss alle Eventualitäten abdecken. „Wir müssen größtmögliche Hygiene gewährleisten, aber wie genau, das lässt sich noch nicht sagen“, bedauert sie.

Aus dem Gemeinderat

• Auf der Tagesordnung stand auch die Änderung des Bebauungsplans „am Bahnhof“ in Michelau, die wegen der geplanten Ansiedlung von CS Trans nötig wird. In der Sitzung hätten die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange, der Nachbargemeinden und der unmittelbar betroffenen Öffentlichkeit behandelt werden sollen. Da das Schreiben der Oberen Naturschutzbehörde dazu aber erst am Mittwoch im Rathaus einging, also noch keine Prüfung der geäußerten Bedenken wegen einiger betroffener Tierarten erfolgen konnte, wurde der Punkt von der Tagesordnung genommen. Entsprechend wurde auch die Änderung der Satzung noch nicht beschlossen.

• In der nichtöffentlichen Sitzung vom 11. November hat der Gemeinderat folgende Beschlüsse gefasst: Im Zuge der Hochwasserfreilegung Michelau erhält die Firma K&B, Cham, die Aufträge für die Anbindung des Hochwasserpumpwerks an die Elektrische Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik (EMSR) (22 800 Euro) und für die Datenpunkterweiterung PLS bei der EMSR-Technik (3400 Euro). Bei der Sanierung der Johann-Puppert-Schule übernimmt die Firma Bäuerlein, Akustik- und Trockenbau GmbH, Lauter, die Trockenbauarbeiten (436 000 Euro), die Firma Pülz & Schubert GmbH, Lichtenfels, den Einbau einer Winterbauheizung (12 800 Euro) und die Firma LHS GmbH & Co. KG, Neuhaus am Rennweg, die Lüftungsinstallation (14 300 Euro). Das Beratungsbüro Corwese GmbH, Seefeld, erhält den Auftrag zur Breitbandberatung nach dem Bundesförderprogramm zur künftigen Nutzung des Gigabitnetzes (6500 Euro).

• In der nichtöffentlichen Sitzung vom 16. Dezember hat der Gemeinderat die Betriebsträgervereinbarungen für die Offene Ganztagsschule, den Hort „Michelauer Schülertreff“, den Kindergarten „Sophienheim“ sowie die Kinderkrippe „Haus Regenbogen“ beschlossen. Für die Sanierung der Johann-Puppert-Schule vergab er folgende Aufträge: Baumeister- und Abbrucharbeiten an die Firma Inova PlanBau, Flörsheim, (55 400 Euro) und die Statik an das Ingenieurbüro Fuchs, PartmbB, Lichtenfels, (16 900 Euro). Die Rahmenvereinbarung für Wasserleitungsreparaturen beziehungsweise -sanierungen mit der Firma Richter-Bau, Altenkunstadt, wurde um ein Jahr verlängert, der Pachtvertrag mit Christine Seibold am Rudufersee um fünf Jahre.

• Die Planungsleistungen für den Neubau des Schülerhortes in Michelau wurden an die Firma Dechant, Weismain, vergeben (8400 Euro).

• Wie Jochen Weber mitteilte, informierte kürzlich CSU-Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner im Rathaus darüber, dass das Wasserwirtschaftsamt Kronach zugestimmt hat, bei der Hochwasserfreilegung Schwürbitz statt einer Betonwand Matrizen in Sandsteinoptik einzuplanen. Von den Mehrkosten in Höhe von 130 000 Euro zahlt die Gemeinde 23 Prozent.

• Dirk Fischer (CSU) verwies darauf, dass der Wassermeister bald in Rente geht. Er habe aber die Befähigung auszubilden. Dies sollte man nutzen und zum September 2021 einen Auszubildenden einstellen. Die Anregung soll nun geprüft werden. (tam)

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