MICHELAU

MGH Michelau plant nach Corona einen Neustart mit Helfern

MGH Michelau plant nach Corona einen Neustart mit Helfern
Ob zu Hause oder im Mehrgenerationenhaus – gerade Demenzkranke benötigen den Kontakt zu anderen Menschen. Foto: red

Gerade diejenigen, die darauf angewiesen sind, dass menschliche Zuwendung zu ihnen nach Hause kommt, litten in den vergangenen Monaten am meisten. Viele Seniorinnen und Senioren mussten spüren, dass Lockdown und Angst vor Ansteckung nicht nur den Alltag durcheinanderbrachte, sondern vor allem auch das menschliche Miteinander. Besonders Demenzkranke, die auf Grund ihrer Krankheit nicht mehr dazu fähig sind, allein unter Menschen zu gehen, vereinsamten in dieser Zeit. Auch für deren Angehörige stellte die Situation ein Problem dar. Wer rund um die Uhr auf einen lieben Menschen achten muss, kann nur schwer arbeiten gehen.

Der Lockdown ist nun zumindest derzeit vorüber. Geblieben ist die Frustration über zu wenig Kontakte. Das BRK-Mehrgenerationenhaus Michelau (MGH) nimmt sich als Fachstelle für pflegende Angehörige dieser Problematik seit Jahren an und betreibt einen Helferkreis für Demenzkranke und deren Angehörige.

Doch auch für dieses Angebot ist seit Mitte März alles anders. Der Leiter des Mehrgenerationenhauses, Frank Gerstner, erläutert: „Wir hatten mit zwei Problemen zu kämpfen: Auf der einen Seite kündigten viele Familien die Betreuungsunterstützung aus Angst vor einer Ansteckung ihrer Seniorinnen und Senioren. Auf der anderen Seite fielen aber auch nahezu fast alle ehrenamtlichen Betreuungskräfte aus, da sie selbst zur Risikogruppe gehörten.“

Menschen gesucht, die sich im Helferkreis engagieren wollen

Nun will Gerstner einen Neustart mit dem Helferkreis wagen. „Wir suchen Menschen, die sich in unserem Helferkreis engagieren wollen. Das können regelmäßige Einsätze sein, aber auch einzelne Besuche, wenn kurzfristig Bedarf abgedeckt werden muss. Die Einsätze werden von unserer Fachstelle koordiniert und von Ehrenamtlichen erledigt; diese erhalten hierfür eine steuerfreie Aufwandsentschädigung“.

Den Verantwortlichen ist dabei eines ganz wichtig: Jeder Ehrenamtliche kann dabei immer entscheiden, ob er oder sie einen Auftrag annehmen möchte und wie lange er diesen ausführt.

Damit die ehrenamtlichen Kräfte auch gegenüber der Pflegekasse anerkannt werden, benötigen sie eine kleine Schulung, die das MGH ab Freitag, 9. Oktober, jeweils freitags an insgesamt vier Terminen selbst anbietet. Für alle, die sich dem Helferkreis anschließen wollen, ist diese Schulung sogar kostenlos.

„Man lernt hier alles über die Krankheit Demenz, wie man mit Demenzkranken umgeht und wie man sie sinnvoll beschäftigen kann. Aber auch hauswirtschaftliche Aspekte sowie Erste Hilfe stehen auf dem Programm“, so Gerstner weiter.

Informationsveranstaltung am Donnerstag, 1. Oktober

Für alle, die sich vorab genauer über die Ausbildung und oder über den Helferkreis informieren wollen, findet am Donnerstag, 1. Oktober, um 15 Uhr eine Informationsveranstaltung im Mehrgenerationenhaus statt.

Nähere Infos erhalten Interessenten zudem unter Tel. (09571) 959031 oder direkt im BRK-Mehrgenerationenhaus, Schneyer Straße 19, in Michelau. (red)

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