BERLIN/MARKTGRAITZ

Marktgraitzer an der Spitze des Industrieverbands

Marktgraitzer an der Spitze des Industrieverbands
Der designierte BDI-Präsidente Siegfried Rußwurm stammt aus Marktgraitz. Foto: Christian Kuppa

Die Mitgliederversammlung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) hat den Marktgraitzer Siegfried Russwurm ohne Gegenstimme zum BDI-Präsidenten gewählt. Russwurm tritt am 1. Januar 2021 die Nachfolge von Dieter Kempf an, dessen Amtszeit am 31. Dezember endet. Das teilte der BDI in Berlin mit. Kempf wird nach Ablauf seiner Amtszeit satzungsgemäß Vizepräsident des BDI.

„Ich werde meine ganze Kraft dafür einsetzen, dass die deutsche Industrie die heftige Rezession möglichst rasch überwindet und ihre weltweite Spitzenstellung im digitalen Wandel stärkt“, sagte Russwurm. „Der durch Corona verschärfte Strukturwandel der deutschen Industrie ist tiefgreifend. Nur eine starke und international wettbewerbsfähige Industrie sichert Deutschlands Zukunftsfähigkeit. Dabei ermöglicht sie Aufstiegschancen für jede und jeden Einzelnen.“

Der 57-jährige Russwurm ist Vorsitzender der Aufsichtsräte der Industrieunternehmen Thyssenkrupp und Voith. Er war von 2008 bis 2017 Mitglied des Vorstands der Siemens AG. In dieser Zeit war er verantwortlich für alle Industriethemen, als Chief Technology Officer für Technik sowie für Healthcare und für Personal. Zu seinen Regionalzuständigkeiten im Siemens-Konzern gehörten unter anderem Europa, Afrika und der Mittlere Osten.

Siegfried Russwurm wurde im Juni 1963 in Marktgraitz geboren. Im Jahr 1988 schloss er sein Studium der Fertigungstechnik an der Universität Erlangen-Nürnberg als Diplom-Ingenieur ab, wo er anschließend am Lehrstuhl für Technische Mechanik promovierte. Seit 2005 hält er dort Vorlesungen in Mechatronik, seit 2009 als Honorarprofessor. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Große Expertise

Russwurm ist Mitglied des Präsidiums der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech) und des Vorstands der Deutsch-Schwedischen Handelskammer. Er war Vorsitzender der Nordafrika-Mittelost-Initiative der deutschen Wirtschaft (NMI) unter dem Dach des BDI, Vorsitzender der Plattform Industrie 4.0 einiger BDI-Mitgliedsverbände sowie engerer Vorstand des BDI-Mitgliedsverbands der Maschinen- und Anlagenbauer, VDMA. Als Personalvorstand und Arbeitsdirektor von Siemens gehörte er von 2008 bis 2010 dem Präsidium der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) an.

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