MARKTGRAITZ

Marktgraitz zahlt seine Schulden ab: Solider Haushalt

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Ob es noch möglich sei, den Haushalt noch vor der Sommerpause zu verabschieden, hatten sich die Gemeinderäte in der vorigen Sitzung gefragt. Zur allgemeinen Zufriedenheit wurde das Zahlenwerk am Montagabend einstimmig beschlossen.

„Besonders erwähnenswert ist die trotz der Corona-Pandemie stabile Haushaltslage“, erklärte Tobias Grünbeck, der Kämmerer der Verwaltungsgemeinschaft Redwitz/Marktgraitz. Der Gesamthaushalt beläuft sich auf 3, 26 Millionen Euro (Vorjahr: 2,76 Millionen Euro). Der Verwaltungshaushalt schließt mit 1,99 Millionen Euro (1,99 Millionen Euro, der Vermögenshaushalt mit 1,27 Millionen Euro. Die wichtigsten Einnahmen im Verwaltungshaushalt sind der Einkommensteueranteil mit 560 000 Euro, die Schlüsselzuweisung mit 559 650 Euro und die Betriebskostenförderung (Kindergarten) mit 145 000 Euro. Die höchsten Ausgaben fallen für die Kreisumlage mit 465 500 Euro, die Verwaltungsgemeinschafts-Umlage mit 285 000 Euro und die Personalausgaben mit 252 300 Euro an.

„Besonders erwähnenswert ist die trotz der Corona-Pandemie stabile Haushaltslage.“
Tobias Grünbeck, Kämmerer

Im Vermögenshaushalt stehen bei den Einnahmen die Erschließungsbeiträge und Grundstücksverkäufe im Baugebiet „Auf der Höh“ mit 137 400 Euro und allgemeine Steuerzuweisungen mit 126 500 Euro an der Spitze. Mit verrechnet ist auch die Allgemeine Rücklage in Höhe von 670 450 Euro. Die wichtigsten Ausgaben sind die Komplettsanierung des Erlenweges mit Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung für 501 500 Euro, der Kauf des Kirchweihplatzes für 115 000 Euro und eine Kredittilgung von insgesamt 98 100 Euro.

Eine Kreditaufnahme ist in Höhe von 70 000 Euro vorgesehen, um die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED zu finanzieren. Die Mindestzuführung in Höhe der Tilgung (108 100 Euro) wird nicht erreicht. Stattdessen werden vom Verwaltungshaushalt lediglich 41 000 Euro dem Vermögenshaushalt zugeführt.

Betrug der Schuldenstand des Marktes im Vorjahr noch 838 140 Euro so wurde dieser zu Beginn des Haushaltjahres auf 731 140 Euro reduziert. Zum Ende des Haushaltsjahres dürfte er mit 693 040 Euro erstmals seit langem unter der 700 000-Euro-Grenze liegen. Die pro Kopfverschuldung würde dann bei 602 Euro liegen.

Hohe Investitionen für Marktplatz und Straßensanierungen bis 2023

Bis 2023 sind allerdings Kreditaufnahmen für Investitionen von rund 670 000 Euro vorgesehen. Geplant sind die Neugestaltung des Marktplatzareals mit den Anwesen 10 und 14, die Errichtung einer Bushaltestelle auf dem „Kerwesplatz“ und Straßensanierungen.

Für den Sanierungs- und Unterhaltungsaufwand stünden in nahezu allen Bereichen ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung, erläuterte der Kämmerer Obwohl der Haushalt in weiten Teilen fremdbestimmt sei, habe die Marktgemeinde Marktgraitz in den vergangenen Jahren ihre Hausaufgaben in Sachen Kostendeckung bei der Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung gemacht habe. Doch leider sei der dabei gewonnene Handlungsspielraum im Verwaltungshaushalt durch die Corona-Pandemie wieder zunichte gemacht worden.

Die positive Entwicklung der Haushaltsjahre 2017 bis 2019 strahle auch auf das laufende Haushaltsjahr aus. Abzuwarten bleibe jedoch die Entwicklung der Einkommensteuerbeteiligung und Gewerbesteuer wegen der Pandemie und im Hinblick auf staatliche Zuwendungen. „Es bleibt die Hoffnung, dass es sich bei der aktuellen Wirtschaftslage nur um eine Delle und keine schwere Rezession handelt“, sagte Grünbeck. Für einen Hoffnungsschimmer sorge der den Kommunen in Aussicht gestellte Rettungsschirm, um die schlimmsten Folgen der Corona- Krise zu mildern.

Steigende Ausgaben für Kreis- und Verwaltungsgemeinschafts-Umlage

Das hohe Niveau der Gewerbesteuer sei heuer eingebrochen, die Höhe des Anteils an Einkommens- und Umsatzsteuer aufgrund der wirtschaftlichen und politischen Lage ungewiss. Zudem sorgen „eine Kreisumlage auf Rekordniveau“, eine gestiegene Verwaltungsgemeinschafts-Umlage und Schulverbandsumlage dafür, dass der Verwaltungshaushaltshalt zwar ausgeglichen werden könne, aber dem Vermögenshaushalt die für Tilgungsleistungen benötigten Finanzmittel nicht vollständig zur Verfügung gestellt werden können.

Positive Aspekte in diesem Haushaltsjahr seien, dass für anstehende Projekte und Pflichtaufgaben der Marktgemeinde im investiven Bereich auf den Überhang vom Vorjahr zurückgegriffen werden kann, ohne sich neu verschulden zu müssen, erklärte Grünbeck zum Ende seiner Ausführungen.

Insgesamt zeigten sich Bürgermeister Jochen Partheymüller und die Gemeinderäte sehr zufrieden über die Ausführungen des Kämmerers und votierten einstimmig für das vorgelegte Zahlenwerk.

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