REDWITZ/LICHTENFELS

Louis Bernert: Sani werden, gerade wegen Corona

Der 20-jährige Louis Bernert will Notfallsanitäter werden. Es ist sein Traumjob, den er auch wegen der Corona-Pandemie anstrebt. Im Oktober dieses Jahres beginnt seine Ausbildung beim Roten Kreuz. Foto: BRK

Louis Bernert aus Redwitz wird Rettungssanitäter. Dass er seine Ausbildung beim Roten Kreuz antritt, daran haben auch die Folgen der Pandemie ihren Anteil.

„Zum Roten Kreuz bin ich eigentlich durch Zufall gekommen. In einem Youtube-Video habe ich einmal eine Dokumentation über das Rettungswesen gesehen und mich sofort begeistert. Nach meinem Abitur habe ich mich daher zunächst für den einjährigen Bundesfreiwilligendienst im Rettungsdienst und Krankentransport des BRK-Kreisverbandes Lichtenfels entschieden.

Eine Entscheidung, die ich nicht bereut habe. Sie ist auch nicht durch die Corona-Pandemie geschmälert worden, die mich in der kurzen Zeit meines bisherigen Berufslebens begleitet. Im Gegenteil, ich werde im Oktober 2021 diesen Jahres die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter antreten. In der Zwischenzeit bin ich als Fahrer in der Notfallrettung und im Krankentransport eingesetzt.

Das Corona-Virus führt täglich vor Augen, wie angreifbar der Mensch eigentlich ist. Nicht selten erlebe ich dabei Menschen, die die Corona-Erkrankung durchlebt haben und wie sie mitgenommen, ja gekränkt waren, dass ihnen der Virus so sehr zugesetzt und sie in ihrer Leistungsfähigkeit beschnitten hat. Das macht nachdenklich, wenn beispielsweise 40- oder 50-jährige Menschen regelrecht ,geknickt' sind.

Ungeheuren Respekt vor Pandemie

Die Corona-Pandemie trotzt einem schon einen ungeheuren Respekt ab. nicht weil es eine Infektionskrankheit ist. Sie ist dabei eine unter vielen, und wir müssen in der Notfallrettung vor jeder möglichen Infektion auf der Hut sein. Es ist der unterschiedliche Verlauf, den die Krankheit so unberechenbar macht. Man sieht sogenannte leichte Verläufe, aber auch ganz schwere. Die Lebensbedrohlichkeit schwingt dabei immer mit.

Dennoch fasziniert mich das Rettungswesen, in dem ich meine berufliche Zukunft sehe. Die bald beginnende Ausbildung ist ein weiterer Schritt in Richtung meines Traumjobs Notfallsanitäter. Zu sehen, wie man Menschen mit relativ kleinen Mitteln effektiv in einer Notfallsituation helfen kann, ist bereichernd in der Arbeit. Ich will etwas Sinnvolles in meinem Leben tun, und wenn ich sehe, wie wir als Rotkreuz-Team den Menschen gerade in der jetzigen Krise beiseite stehen, bestärkt und motiviert mich das.

Langgediente Kolleginnen und Kollegen erzählen mir, dass die Dankbarkeit zugenommen hat. Ich spüre auch vermehrt, wie die Menschen die Wertschätzung uns gegenüber ausdrücken. Die Bezeichnung „Kritische Infrastruktur“ hat eine ganz neue Relevanz erfahren. Andererseits nehme ich eine gedrückte Stimmung bei den von uns betreuten Menschen wahr. Sie sind durch die Krise angespannter und belasteter.

Sie wollen es endlich hinter sich haben. Natürlich wären wir ebenfalls froh, wenn es wieder leichter wird. Die vielen Schutz- und Hygienemaßnahmen sind auf Dauer doch sehr anstrengend. Meine Eltern sind stolz auf mich und stehen hinter meiner Entscheidung, nicht zu studieren, sondern eine dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter zu durchlaufen. Am Anfang hatten sie die Sorge, ob ich mich vielleicht anstecken könnte. Seitdem ich jedoch geimpft bin, sind sie beruhigter. Im meinem Freundeskreis schwingt manchmal Ehrfurcht in der gegenwärtigen Situation mit, wenn sie von meiner Arbeit erfahren und da fällt schon einmal der Satz „Das könnte ich jetzt nicht“. Die Hilfe für Menschen in unterschiedlichsten, nicht vorhersehbaren Situationen reizt mich.

Mit komplexen Lagen umgehen

Ich will lernen, mit komplexen Lagen umzugehen und das Bestmögliche zu erreichen. Die Corona-Pandemie ist so eine komplexe Erscheinung, wie wir sie als Menschen noch nicht erlebt haben. Die gesamte Gesellschaft muss mit ihr umgehen, muss mit ihr leben, sonst kann sie sie nicht bewältigen. Das Achtgeben aufeinander, die Reduzierung aller möglichen Infektionsrisiken und das Impfen sind dabei alternativlos.“

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