LETTENREUTH

Lettenreuth: Eine Gemeinde feiert 100. Geburtstag

Lettenreuth: Eine Gemeinde feiert „100.“ Geburtstag
Mit einem Festgottesdienst feierten die Gläubigen am Sonntag nebem dem Pfarrheim das Jubiläum "100 Jahre Pfarrei St. Laurentius". Foto: Horst Habermann

Mit einem Festgottesdienst am Sonntag beging unter Einhaltung strenger Hygieneauflagen die katholische Pfarrei St. Laurentius ein denkwürdiges Jubiläum. Vor 100 Jahren erfolgte die Erhebung zur Pfarrei. Das wurde nun unter offenem Himmel neben dem Pfarrheim gewürdigt.

Den Festgottesdienst zelebrierten Dekan Pfarrer Lars Rebhan, Geistlicher Rat und Pfarrer i. R. Wolfgang Scherbel sowie Diakon Roland Huppmann. Unter den Gästen und Kirchenbesuchern waren natürlich auch zahlreiche Vertreter der weltlichen Gemeinde. Die Besucher konnten sich in einer kleinen Ausstellung informieren. Weiter gab es eine umfassende Jubiläumsschrift „Dies Haus aus Stein – es soll lebendig sein – 100 Jahre Pfarrei Lettenreuth“ am Ende des feierlichen Gottesdiensts. Der besondere Dank galt allen, die sich mit Texten, Fotos, Hintergrundinformationen und Ideen an dieser Zusammenstellung beteiligt hatten, allen voran Susanne Rußwurm, Eva Rußwurm und Hans Kraus. Dank ging an die Gemeinde Michelau und an den Ersten Bürgermeister Jochen Weber für die finanzielle Unterstützung des Jubiläums.

Eine gelungene Festschrift zusammengestellt

Innerhalb weniger Wochen wurde so eine gelungene Festschrift zusammengestellt, in der auch Erzbischof Dr. Ludwig Schick, Dekan und Pfarrer Lars Rebhan, Erster Bürgermeister Jochen Weber Grußworte zu Wort kommen. Mit dieser Broschüre wollte man an alle erinnern, die sich in der Vergangenheit für die Pfarrei engagiert und dafür gesorgt haben, dass man eine lebendige und blühende Pfarrgemeinde sei, hieß es ferner.

Nach dem Einzug der Konzelebranten und dem Eröffnungslied – den Orgelpart übernahm Esther Schadt (Lichtenfels) – stellte Dekan Pfarrer Lars Rebhan die 100-jährige Pfarreigeschichte in den Vordergrund. Anschließend sprachen zwei junge Mädchen der Familie Göhring Begrüßungs- und Gebetstexte. Die Lektorinnen Susanne Rußwurm und Diana Kremer trugen Lesungen und Fürbitten vor. Diakon Roland Huppmann verkündete das Evangelium nach Markus „Der Sabbat (Sonntag) wurde für den Menschen gemacht“.

Lettenreuth: Eine Gemeinde feiert „100.“ Geburtstag
Dekan Lars Rebhan während des Festgottesdienstes. Foto: Horst Habermann

Am Beginn seiner Predigt verlas Pfarrer Rebhan die Urkunde zur Pfarreierhebung der Erzdiözese Bamberg aus dem Jahr 1921 in lateinischer Sprache, unterzeichnet von Erzbischof Johannes Jacobus von Hauck. Pfarrer Rebhan erinnerte stolz in seiner Predigt an das Jubiläum „100 Jahre Pfarrei Lettenreuth“. Denn dies sei mehr als die Feier einer Organisationsform. Eine Pfarrei sei zunächst eine – in der Kirchengeschichte bereits sehr alte – Rechtsform, die das Glaubensleben von Christen an einem Ort organisiere. Dazu gehören rechtliche Fragen, die das Zusammenwirken der Gläubigen, die Verwaltung von Gebäuden, Finanzen und Personal, die Seelsorge, die Leitung und die Einordnung in das Gesamt des Erzbistums regeln.

Eine lebendige christliche Gemeinschaft

Doch eine solche Rechtsform und Struktur von Kirche um ihrer selbst willen zu feiern, wäre ein falsches Signal. Verwaltung und Organisation seien nie Selbstzweck, sondern dienten dazu, Rahmenbedingungen für die Verkündigung des Evangeliums und das Leben christlicher Gemeinschaften zu schaffen. „Feiern können wir vielmehr unseren Glauben! Feiern dürfen wir, dass wir als christliche Gemeinschaft das Leben hier vor Ort mit prägen durch die Frohe Botschaft des Evangeliums. Als ein Zeugnis lebendigen Glaubens der Menschen in der Pfarrei Lettenreuth“, erklärte der Geistliche.

Verschiedene ehrenamtliche Engagierte, ehemalige Geistliche der Pfarrei und Gemeindemitglieder werden zu Wort kommen und wertschätzend mit einen Blick auf die vergangenen Jahre und Jahrzehnte das Wertvolle der Pfarrei in einer kleinen Auswahl beleuchten.

Lettenreuth: Eine Gemeinde feiert „100.“ Geburtstag
Pfarrer Rebhan segnet die Kerze. Foto: Horst Habermann

Lettenreuth habe als wohl kleinste Pfarrei im Dekanat in den vergangenen Jahrzehnten die Fähigkeit besessen, sich verändernden Zuordnungen und Gegebenheiten anzupassen. Dabei hätten die Verantwortlichen vor Ort die Pfarrei zu einer guten Eigenständigkeit geführt, ohne zu vergessen, Teil eines größeren Ganzen zu sein. Für die kommenden Jahre werde sicher die Netzwerkfähigkeit über den eigenen Kirchturm hinaus ebenso gefragt sein, wie die Kraft, verstärkt aus eigenen Ressourcen Gemeindeleben lebendig zu halten, so Pfarrer Rebhan.

Fürbitten und Euchariestiefeier

Nach den Fürbitten fand die Eucharistiefeier mit den Konzelebranten Rebhan, Scherbel und Huppmann statt. Anschließend wurde die heilige Kommunion von Pfarrer Lars Rebhan und Diakon Roland Huppmann unter Einhaltung der Hygiene-Vorschriften ausgeteilt. Pfarrer Rebhan weihte und segnete eine Kerze des Dekanats mit dem Bild des Heiligen Laurentius und erteilte den Schlusssegen. Gleichzeitig übermittelte er die Grüße des Erzbischofs.

Lettenreuth: Eine Gemeinde feiert „100.“ Geburtstag
Kerze, Festschrift und mehr. Foto: Horst Habermann

Anschließend sprach Pfarrgemeinderatsvorsitzender Julius Fischer Dankesworte und stellte gemeinsam mit Pfarrgemeinderätin Susanne Rußwurm die Festschrift „100 Jahre Pfarrei Lettenreuth“ vor. Julius Fischer sprach den anwesenden treuen Gottesdienstbesuchern aus der Seele mit der Feststellung, dass er, als er vor 36 Jahren nach Lettenreuth zog, noch durchschnittlich stets 80 bis 100 Gottesdienstbesucher registrierte. Es seien leider immer weniger geworden. Gerade Kinder, Jugendliche, junge Menschen und Familien würden sich auf den Kirchenbänken rar machen.

Er wünschte sich für die Zukunft wieder mehr Zuspruch bei den Gottesdiensten. Der Pfarrer erinnerte, dass im nächsten Jahr Pfarrgemeinderatswahlen anstehen. Als Ersatz für den wegen der Pandemie ausgefallenen kleinen Frühschoppen bekam jeder Gottesdienstbesucher ein kleines Präsent in Form einer Flasche Bier und einer „gebackenen Ortskirche“.

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