Leserbrief zu einem Besuch im Krankenhaus Lichtenfels

Zu einem Besuch im Krankenhaus – hier Regiomed-Klinikum Lichtenfels:
Ein Abonnent schreibt einen Leserbrief an das Obermain-Tagblatt.
Ein Abonnent schreibt einen Leserbrief an das Obermain-Tagblatt. Foto: Uwe Anspach (dpa)

„Liegt man in diesen Tagen im Krankenhaus und ist dazu noch schwer erkrankt, hat man schlechte Karten. Aufmunternde Besuche von Freunden und Verwandten in gewünschter Häufigkeit Fehlanzeige!

Als Besucherin einer Kranken darf ich zuerst einen Test absolvieren, ins Parkhaus fahren, Parkgebühren löhnen, um dann zu erfahren, dass ich nicht ins Zimmer darf, da die Zimmergenossin Besuch hat. Trotz Maskenpflicht und Mindestabstand kein gleichzeitiger Besuch möglich! Eine Stunde Zeitvertreib ist angesagt, Kaufhausbummel, Ansteckungsgefahr, Test liegt aber glücklicherweise schon vor. Weitere Parkgebühren, sehnlichst erwarteter Besuch bei der Kranken, Aufbauarbeit, tröstende Worte, Alltagsgeschichten – die Zeit ist um, eine Stunde am Tag, 23 Stunden Warten. Am nächsten Tag kommt ein Anderer dran. Wie lange muss ich warten, drei, vier, fünf Tage bis zum nächsten Besuch? Wie viele andere Angehörige wollen kommen? Nach sechs Tagen bin ich wieder dran. Die Prozedur beginnt von Neuem. Vielleicht habe ich dieses Mal mehr Glück und schaffe es vor dem Besuch der Zimmergenossin.

Warum ist meine Angehörige auch krank geworden? Lieber wäre ich mit ihr mit 50.000 anderen Menschen ins Fußballstadion gegangen, ganz ungezwungen, stundenlang, ohne Maske, ohne Mindestabstand!“

Katharina Hilbich, Hochstadt

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