KÜPS

Küpser skeptisch gegenüber Großprojekten im Bahnhofsviertel

Küpser skeptisch gegenüber Großprojekten im Bahnhofsviertel
Die alte Küpser Grundschule und die alter Turnhalle sind schon weitgehend abgerissen. Foto: Rainer Glissnik

„Innenentwicklung ist das Gebot der Stunde“, versicherte der Küpser Bauamtsleiter Christian Ebertsch in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung im Hinblick auf Bauanträge im Innenbereich. „Ein Bebauungsplan ist das richtige Werkzeug“ erklärte er die Vorgehensweise hinsichtlich der Entwicklung des Bahnhofsviertels, in dem es noch einige freie Flächen gibt.

Die Anträge auf Neubau eines Mehrfamilienhauses in der Bahnhofsstraße 18 und eines Mehrfamilienwohnhauses mit Nebengebäuden und Stellplätzen im Bereich Bahnhofstraße/Richard-Wagner-Straße ruhen. Dies beschloss der Küpser Marktgemeinderat einstimmig.

Die Bauvorhaben liegen im städtebaulichen Sanierungsgebiet „Bahnhofsviertel“, wo bis zur Aufstellung eines Bebauungsplans eine Veränderungssperre vorliegt. Das Interesse der Bürger war groß, darunter skeptische Anwohnerinnen und Anwohner.

Zuletzt brachte die Marktgemeinde ein städtebauliches Entwicklungskonzept auf den Weg, das eine Innenentwicklung will, erinnerte Bürgermeister Bernd Rebhan. Im Bahnhofsviertel gibt es viele freie Flächen. Bauvorhaben müssten sich in eine positive städtebauliche Entwicklung einfügen. Klar sei aber auch, dass die Freiflächen in diesem Bereich nicht leer bleiben werden. Der Bebauungsplan soll schnellstmöglich entstehen.

Wohnungsbau in Küps begrüße er sehr, unterstrich Zweiter Bürgermeister Thomas Meyer (CSU). Allerdings dürften nicht allzu schnell Tatsachen geschaffen werden. Der Bebauungsplan werde wichtige Vorgaben für die Art der Bebauung machen, meinte Ralf Pohl (SPD). „Innenentwicklung ja aber nicht mir der Brechstange“, wünschte sich Heiko Meusel (FW). Der Bebauungsplan dürfe nicht zu lange dauern, weil sonst die Kosten zu sehr steigen könnten, riet Klaus Trapper (AfD).

Beitrag zum Klimaschutz: Einsparung von 7586 Tonnen CO2 pro Jahr

Küpser skeptisch gegenüber Großprojekten im Bahnhofsviertel
Kleine Tiere nutzen die Flächen der Photovoltaikanlage entlang der Küpser Bahnlinie als Brutmöglichkeit. Auch hier soll ... Foto: Rainer Glissnik

„Wir wollen Bürgersolaranlagen innerhalb eines von uns gesetzten Rahmens möglich machen“, erklärte Bürgermeister Rebhan. Zuletzt legte der Markt mögliche Bereiche zur Entwicklung von Photovoltaikanlagen fest. Die Raiffeisenbank Küps-Mitwitz-Stockheim stellte ihr Projekt zur Schaffung eines „Solarparks Löhlein“ vor. Dafür müssen nun ein Flächennutzungsplan und ein Bebauungsplan aufgestellt werden.

Projektentwickler Oliver Partheymüller (IBC Solar) erklärte das Vorhaben. Bei drei von vier möglichen drei Bereichen sind die Eigentümer derzeit nicht interessiert. Im Bereich des Weilers „Löhlein“ konnten zwei von drei Bereichen für das Vorhaben gewonnen werden. Ein Eigentümer will seine Fläche weiter landwirtschaftlich nutzen. Südfeld und Nordfeld wurden angepachtet und sind Bestandteil des Projekts.

Gerade in den letzten Monaten sei ihm die CO2-Einsparung immer wichtiger geworden, betonte Partheymüller. „Wir werden hier über 7586 Tonnen CO2 pro Jahr einsparen.“ Es geht um Treibhausgase, die das Weltklima immer stärker belasten. „Wir erzeugen ökologischen Strom von 12 100 000 Kilowattstunden pro Jahr.“ Neben Schafbeweidung seien Ausgleichsflächen vorgesehen.

Über 3000 Vier-Personenhaushalte werden mit elektrischer Energie versorgt. Der Nutzen vor Ort: Dies wird sich auf die Küpser CO2-Bilanz sehr positiv auswirken. Außerdem erhält der Markt Küps 0,2 Cent pro Kilowattstunde, rund 24 000 Euro. Die Anlage lohne sich auch für die Bürgerinnen und Bürger, die Anleihen zeichnen können.

Aus dem Marktgemeinderat

Bei einer Gegenstimme hat der Marktgemeinderat einer neue Gewerbefläche mit 14 Hallenflächen in Schmölz, Kaullache 1, das gemeindliche Einvernehmen erteilt. „Wir wissen nicht was dort passieren wird“, beklagte Ralf Pohl (SPD). „Ich erkenne nicht den Mehrwert. Es sieht eher nach einer Lagerhalle aus“, kritisierte Dieter Lau (SPD). Hubertus von Künsberg-Langenstadt (CSU) fragte nach was mit dem Regenwasser aus den Dachflächen passiert und schlug eine Photovoltaikanlage als Anregung vor. Dies wurde so beschlossen.

Der vorzeitige Baubeginn für den Ersatzneubau der Grundschule Küps liegt vor. Zu den 10,88 Millionen Euro Kosten für die Grundschule gibt es einen Zuschuss von 5,89 Millionen Euro. Für den Ersatzneubau der Schulsporthalle liegt bei 4,85 Millionen Euro Gesamtkosten ein Zuschuss von 2,29 Millionen Euro nach dem Investitionspaket „Schulen“ vor. Im Rahmen der Städtebauförderung sind für den „Neubau Sport und Kulturhalle“ 1,625 Millionen Euro förderfähig.

In nichtöffentlicher Sitzung beschlossen die Räte den Erhalt der Kunstwerke an den zum Abriss stehenden Gebäudeteilen der Schule. Neben den Glasmosaiks von Künstler Hubert Weber im Mittelgebäude soll auch die Metallplastik an der alten Turnhalle, der Grundstein von 1958 gesichert werden.

Aufgrund des Schwerlastverkehrs zum Abbruch der Schulgebäude wurde ein Beweissicherungsverfahren für die Bereiche „Am Hirtengraben“, Ringstraße“ und Judengasse“ beschlossen.

Die Marktgemeinde wird im Süden von der Stromtrasse Ostbayernring betroffen. Die Regierung von Oberfranken genehmigte 24 Maststandorte. Küps ist mit vier Masten betroffen, wobei in Kürze mit dem Bau der Masten 18 und 19 begonnen wird.

 

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