KÜPS

Küps wird noch familienfreundlicher

Mittagsbetreuung für Grundschüler
Ab nächsten Schuljahr können die Eltern in Küps für die Grundschüler bis 18 Uhr (auch am Freitag) Betreuungszeiten im Hort buchen. Foto: ArchivDPA/Uwe Anspach

Schnelles reagieren und zielführende Zusammenarbeit können unerwartete Erfolge nach sich ziehen. Caritas-Geschäftsführerin Cornelia Thron hörte beim Diözesan-Caritasverband davon, dass ein ganzheitliches, umfassendes Betreuungskonzept für Grundschulkinder in der Landeshauptstadt als Modellprojekt auch dem ländlichen Raum gut tun würde.

Bürgermeister Bernd Rebhan reagierte umgehend, und MdL Jürgen Baumgärtner setzte sich sofort ein. (wir berichteten). Nun gehört Küps zu den bayernweit beiden Gemeinden im ländlichen Raum, in denen dieses großartige Betreuungskonzept ab dem kommenden Schuljahr umgesetzt wird.

Ferienbetreuung und flexiblere Öffnungszeiten fehlten bisher

Betreuung ist ein ganz wichtiger Standortfaktor. Mit der offenen Ganztagsschule sei in Küps ein wichtiger Baustein vorhanden, zeigte Bürgermeister Bernd Rebhan auf. Es fehlten aber nich eine Ferienbetreuung und flexiblere Öffnungszeiten. Schon im vergangenen Jahrhabe der Marktgemeinderat etwas auf den Weg gebracht, was als Zentrum für Kinder und Jugendarbeit bezeichnet werde. Dazu gehörten Betreuung an der Schule, Jugendsozialarbeit und das Jugendzentrum KIWI.

Kurz vor dem Lockdown im Frühjahr kam Caritas-Geschäftsführerin Cornelia Thron auf Bürgermeister Bernd Rebhan zu und wies ihn auf ein Kombimodell hin, dass bereits in der Großstadt München läuft – mit einer Betreuung auch in den Ferien. Für eine Gemeinde wie Küps sei dies ein enorm wichtiger Aspekt. Und dies sei ein großer Wunsch der Elternschaft. „Wir haben uns gleich beworben“, erklärte der Rathauschef. Er schaltete auch den Landtagsabgeordneten Jürgen Baumgärtner ein.

Die Caritas wandte sich gleich an einen Caritasverband in München, der dort Träger eines solchen Projekts ist. Zwei Stunden später lag der Antrag beim Ministerium vor. „Plötzlich hatten wir einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn.“

Nur zwei Gemeinden in Oberfranken bekamen den Zuschlag

Schließlich bekamen die beiden oberfränkischen Gemeinden Küps und Neunkirchen am Brand (Landkreis Forchheim) als einzige in Oberfranken den Zuschlag, mit diesem Pilotprojekt im ländlichen Raum zu starten. Der Lockdown habe verhindert, dass schon in diesem Schuljahr begonnen werden konnte. „Herzlichen Dank für diesen Anstoß“, lobte Rebhan die Caritas. Dies sei die Grundlage gewesen, dass dieser Weg nun beschritten werden könne.

„So schnell haben noch nie ein Bürgermeister und eine Gemeinde reagiert und diese Idee innerhalb von zwei Stunden an das Ministerium weitergegeben“, freute sich Caritas-Geschäftsführerin Cornelia Thron.

Die Betonung liegt auf Bildung, eine Zusammenarbeit von Schule, Betreuung und Jugendförderung. Dieses Modell startete vor einem Jahr an zehn Schulen in München. Und drei weitere Grundschulen kamen dort heuer neu hinzu. Die Landeshauptstadt habe dafür viel Geld in die Hand genommen. um dem Anspruch für jedes Schulkind auf einen Betreuungsplatz umzusetzen, so Thron. Dieses Projekt habe die Koalition in Berlin noch für diese Legislaturperiode vereinbart. Es seie eine Kooperation Ganztagsbildung ins Leben gerufen worden. Der Freistaat habe dies weiter ausbauen wollen.

Der Start erfolgt stufenweise nach Klassen

Der Start werde in Küps stufenweise nach Klassen beginnen, sagte das Gemeindeoberhaupt. Zur Erklärung: Kooperative Ganztagsbildung bedeutet, Schule plus der Betreuungsträger plus Jugendhilfe schließen sich zusammen und entwickeln ein gemeinsames Kinderbetreuungsangebot. So erstreckt sich die Betreuung flexibel von gleich nach Schulende bis 18 Uhr, und das von Montag bis Freitag. Über das ganze Jahr ist maximal drei bis vier Wochen geschlossen. Die Betreuung erfolgt auf ganz hohem Niveau mit 100 Prozent an Fachkräften.

„Der Vorteil liegt

wirklich auf der Hand!“

Cornelia Thron, Caritas-Geschäftsführerin

„Der Vorteil liegt wirklich auf der Hand“, meinte Cornelia Thron. Viele Eltern wünschten sich so etwas. Jetzt gehe es darum, wie so ein Modell im ländlichen Raum umgesetzt werden könne. Es wede den Eltern Geld kosten, aber für sozial schwache Familien würden die Aufwendungen vom Jugendamt übernommen. Die Caritas werde diese bei den Anträgen unterstützen.

Bislang wurde ein Grobrahmen für das Projekt umschrieben, jetzt soll die Feinplanung erarbeitet werden. Im März soll dies den Eltern präsentiert werden. Ziel ist auch, neue pädagogische Formen anbieten zu können.

Der letzte Meilenstein, der noch gefehlt hat

„Ich bin wirklich begeistert, ein wirklicher Glücksfall“, freute sich Marktgemeinderätin Christina Härtlein. Küps werde dadurch wieder Vorreiter bei der Familienbegleitung. Gerade Ferien- und Betreuung am Freitagnachmittag seinen wichtig. Auch die Flexibilität bei den Buchungszeiten und die Qualität des pädagogischen Personals. Küps werde noch familienfreundlicher. „Der letzte Meilenstein, der bei der Betreuung gefehlt hat.“

Die offene Ganztagsschule wird Stück für Stück ersetzt. Hier wurde eine Kurzgruppe mit Betreuung bis 14 Uhr und die Langgruppe bis 16 Uhr als sehr starre Regelung für die Kinder angeboten. Mit dem neuen Modell sind fünf Tage Betreuung plus bei Bedarf bis 18 Uhr und auch Ferien im Preis inbegriffen. Die Eltern können buchen, wie sie es brauchen. Ziel: so viel Flexibilität wie möglich.

Heiko Meusel als selbst Betroffener mit einem Sohn in der Schule freute sich: „Es wird viel für die Familien leichter machen. Die arbeitenden Eltern werden unterstützt.“ Er hofft dass es gut angenommen wird. Die Verwaltung wurde einstimmig beauftragt, die Kooperationsvereinbarung abzuschließen.

Beschlüsse aus der jüngsten nichtöffentlichen Sitzung

• Vergeben wurde der Auftrag eines kommunalen Fassadenprogramms für Küps an das Büro für Städtebau und Bauleitplanung Bamberg (Auftragssumme 14 500 Euro).

• Den Auftrag zum Umbau des Ortsbaumanagements bekommt zunächst für ein Jahr an das Büro Planwerk Städteentwicklung Nürnberg (Auftragssumme: 45 000 Euro). „Mit dieser Maßnahme wollen wir etwas für den Kernort bewegen“, unterstrich Bürgermeister Bernd Rebhan.

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