KÜPS

Küps investiert 23 Millionen Euro in die Schulsanierung

Küps investiert 23 Millionen Euro in die Schulsanierung
1902 wurde das damals zehn Minuten von Küps entfernte Alte Postgebäude neben dem Bahnhof gebaut. Bei einer Gegenstimme wurde die Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden „Alten Post“ beschlossen. Es fließen Zuschüsse von 1,331 Millionen Euro, 539 000 Euro verbleiben bei der Ma... Foto: Rainer Glissnik

Der vom Marktgemeinderat einstimmig beschlossene Haushalt der Marktgemeinde Küps umfasst im Verwaltungshaushalt 16,351 Millionen Euro und im Vermögenshaushalt 16,188 Millionen Euro. Kredite wurden auf 1,484 Millionen Euro festgesetzt. „Es gibt eine ordentliche Zuführung zum Vermögenshaushalt von 1,9 Millionen Euro und eine Freie Spitze von 900 000 Euro“, betonte Bürgermeister Bernd Rebhan. „Der Haushalt ist solide finanziert.“

Im Mittelpunkt steht der Neubau der Grundschule und einer neuen Turnhalle, wobei im gesamten Schulumfeld Umbauten notwendig werden. Der Auftrag für den Abriss ist bereits erteilt, aber bei einigen Rohstoffen gibt es massive Preissteigerungen, Baustoffe wie Abwasserrohre sind Mangelware geworden.

Gemeinde nutzt bessere Förderung bei Wasser und Kanal

Im Bereich Wasser und Kanal nutzt die Marktgemeinde verbesserte Förderbedingungen. Hier fließen Zuschüsse von 10,5 Millionen Euro. Zukunftsinvestitionen sind bei den Dorferneuerungen in Theisenort und Burkersdorf, demnächst auch in Au und Oberlangenstadt, vorgesehen. Mit der Gigabitoffensive werden Glasfaseranschlüsse verlegt.

Der Verwaltungshaushalt sei gut aufgestellt, sagte Kämmerer Reinhard Zapf. Im Entwurf seien die Anregungen eines interfraktionellen Gesprächs eingeflossen. Neu eingeplant ist ein Vorhaben für 2022 aus dem Abwasserverband über das Regenüberlaufbecken und Pumpwerk in Schmölz. Verkauft wird die Speedpipe, die sich mit einem erklecklichen Betrag bezahlt macht. Der Vermögenshaushalt steigt um mehr als 80 Prozent, geschuldet dem großen Bauprojekt an der Grund- und Mittelschule.

Bis 2024 sind 40,2 Millionen Euro für Bauprojekte vorgesehen

Die Verschuldung geht durch die Bauvorhaben nach oben. Bis 2024 sind 40,2 Millionen Euro für Baumaßnahmen vorgesehen. Immer muss ein erheblicher Eigenanteil zur Finanzierung eingebracht werden, für das genügend Eigenkapital vorhanden ist.

„Der Haushalt ist von sehr großen Investitionen geprägt und steht dennoch auf soliden Beinen“, lobte CSU-Fraktionsvorsitzende Ursula Eberle-Berlips. Zehn Millionen Euro Fördermittel seien enthalten. Die Investitionen könnten auch getilgt werden. Alle Investitionen in Wasser und Kanal werden mit 60 Prozent bezuschusst. Bei den Dorferneuerungsmaßnahmen gibt es 90 Prozent Zuschuss. Die Förderoffensive Nordostbayern ermöglichte es, mehr als ein Dutzend Projekte in Angriff zu nehmen was sonst nicht möglich gewesen wäre. Problemzonen konnten beseitigt werden.

Nur die SPD stimmt gegen den Finanzplan

„Der Haushalt 2021 ist sehr ambitioniert: Viele wichtige Projekte werden angefangen“, betonte Ralf Pohl (SPD). „Es ist gut dass sich so viel tut in unserer Gemeinde.“ Aber es bestehe ein Ausgabenproblem. Eine besondere Herausforderung sei das Großprojekt Schule. Jetzt liege man bei 23 Millionen Euro Kosten. Vielleicht sei das Projekt an der einen oder anderen Stelle zu groß geplant worden, das lasse sich aber jetzt nicht mehr ändern. „Wir tragen ein erhebliches Risiko von Kostensteigerungen“, warnte Pohl. Die Frage sei, ob alles unabweisbare Pflichtaufgaben sind, zumal trotz der Zuschüsse jeweils ein Eigenanteil erforderlich sei. „Es wird keine einfache Entwicklung für unsere Finanzsituation geben, und wir haben ein Schuldenproblem“, so Pohl. Deshalb stimme die SPD-Fraktion zwar zu, lehne aber den Finanzplan ab. „Wir müssen Investitionen strecken und weg kommen von einer zu starken Förderorientierung“, forderte Pohl.

„Der Finanzplan sieht natürlich nicht so rosig aus“, sagte auch Gerhard Sesselmann (Freie Wähler). Manches könne vielleicht verschoben werden, damit sich die Gemeinde nicht überlastet.

Die Prioritätenliste wurde bei sechs Gegenstimmen der SPD beschlossen.

Aus dem Gemeinderat

Verwahrlost präsentiert sich die denkmalgeschützte „Alte Post.“ Für 1,87 Millionen Euro soll sie saniert und einer neuen Nutzung zugeführt werden. „Die Alte Post ist ein prägendes Gebäude bei der Ankunft in Küps. Das Geld ist hier gut angelegt“, unterstrich Dieter Lau (SPD). „Für Küps ist das mit Sicherheit ein Aushängeschild.“ Bei Gegenstimme von Ralf Pohl (SPD) wurde die Sanierung beschlossen.

Für das kommende Schuljahr weitet der Markt Küps das Betreuungsangebot an der Grund- und Mittelschule deutlich aus. Bürgermeister Bernd Rebhan informierte, dass mit der Caritas als Träger künftig auch Betreuung am Freitag und in zehn Ferienwochen angeboten wird. Zusätzlich werden neben der Betreuung und Begleitung nach dem Schulunterricht zudem themen- und programmorientierte verbindliche Freizeitangebote gemacht. Individuelle Lernbegleitung, Zusammenarbeit mit dem Jugendtreff „KIWI“, der Jugendsozialarbeit und der Schule sollen Berufsorientierung und –qualifizierung unterstützen. Soziale Kompetenzen sollen gestärkt werden.

Der Bauantrag eines Landwirts zur Errichtung von drei Mini-Bungalows und zwei WC-Containern mit Freisitz für Urlaubsgäste in Hain, Zur Kalten Staude 2a, erhielt bei einer Gegenstimme das Einvernehmen.

Das Gremium stimmte der Erweiterung des Solarparks Küps und der Einleitung eines Bauleitplanverfahrens zu. Der Marktgemeinderat befürwortet das Projekt insbesondere weil hier nur unwesentlich in die vorhandene Gebietsstruktur eingegriffen wird und eine Bürgerbeteiligung angeboten wird.

Im Zuge des Abbaus der Freileitungen zwischen der Kulmbacher Straße und der Ringstraße wurde es notwendig, eine Trafostation im Lauschaweg zu errichten, um eine optimale Stromversorgung sicherzustellen. Außerdem wurden für eine Kabelverlegung zwischen Theisenort und Köhlersloh wenige Quadratmeter eines gemeindlichen Grundstücks gekreuzt.

Die Bürgerstiftung hat einen Bestand von 31 776 Euro (zuletzt 28 005 Euro) plus 276,37 Euro Spenden.

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