MICHELAU

Kampf um Glasfaserausbau in Michelau spitzt sich zu

Ausbau des Glasfasernetzes
Die Telekom will beim Glasfaserausbau in Michelau mithalten. Für Verwirrung sorgen Ankündigungen, dass das Unternehmen jetzt doch Neuensee mit ausbauen will, was es zuvor als unwirtschaftlich ausgeschlossen hatte. Foto: Sina Schuldt

Mit Befremden reagieren die Verwaltung und der Gemeinderat der Gemeinde Michelau auf die Bekanntmachung der Deutschen Telekom, den Gemeindeteil Neuensee nun doch mit Glasfaser ausbauen zu wollen. In einer Stellungnahme kritisiert Bürgermeister Jochen Weber, damit habe die Telekom in der Großgemeinde „offensichtlich für noch mehr Verwirrung als bisher“ gesorgt.

Mit großer Freude hätten die Gemeindeverwaltung und der Gemeinderat im vergangenen Jahr die Anfrage von zwei großen Marktanbietern von Glasfasernetzen aufgenommen, da diese eigenwirtschaftlich, das heißt, auf eigene Kosten, ein Glasfasernetz im gesamten Gemeindegebiet Michelau ausbauen und erschließen möchten. Aus diesem Grund habe er bereits im September 2021 eine außerordentliche Gemeinderatssitzung einberufen, zu der Vertreter der beiden großen Anbieter (Deutsche Glasfaser und Deutsche Telekom) eingeladen wurden, erklärte Jochen Weber.

Zuerst habe die Telekom Neuensee als unwirtschaftlich ausgeschlossen

In dieser nichtöffentlichen Vorstellungsrunde hätten nacheinander die Deutsche Glasfaser und die Deutsche Telekom ihre Konzepte für den eigenwirtschaftlichen Netzausbau im Gemeindegebiet darlegen können. Die Vertreter der Firma Deutsche Glasfaser warben von Anfang an in ihrer Präsentation, dass sie das gesamte Gemeindegebiet mit Glasfaser ausbauen werden, so Weber. Die Vertreter der Deutschen Telekom hingegen schlossen den Glasfasernetzausbau für den Gemeindeteil Neuensee aus wirtschaftlichen Gründen kategorisch aus. „Auch auf mehrmaligen Nachfragen der Gemeinderäte wurde der Netzausbau für den Gemeindeteil Neuensee immer wieder verneint und abgelehnt“, betonte der Bürgermeister. Auch habe es in der Vorstellung der Konzepte weitere Aspekte gegeben, die für einen kostenlosen Netzausbau mit Deutsche Glasfaser sprachen. Aus diesen Gründen habe sich der Gemeinderat in seiner Sondersitzung am 20. September für einen Kooperationsvertrag mit Deutsche Glasfaser entschieden.

Am 14. Dezember habe die Gemeindeverwaltung eine E-Mail von der Deutschen Telekom erhalten mit der Information, dass diese nun trotzdem eine eigene Nachfragebündelung in Michelau durchführen werde. Dies teilte die Deutsche Telekom ebenfalls in ihrer Pressemitteilung vom 17. Dezember mit. In dieser eigenen von der Deutschen Telekom herausgegebenen Pressemitteilung sei ebenfalls eindeutig nachzulesen, dass die Deutsche Telekom nur von einem Glasfaserausbau in Michelau und seinen Gemeindeteilen Schwürbitz und Lettenreuth spricht bzw. schreibt. „Pünktlich zum 1. Februar 2022 überrascht uns nun wiederum die Deutsche Telekom mit der Mitteilung, dass sie nun doch den Gemeindeteil Neuensee mit Glasfaser ausbauen möchte, obwohl sie dies in den Pressemitteilungen und während ihrer Präsentation selbst ausgeschlossen hatten“, wunderte sich Jochen Weber.

„Wir finden es sehr befremdlich, dass hier ein großer Anbieter eine ganze Großgemeinde vorführt.“
Jochen Weber, Bürgermeister

Weiter schreibt der Bürgermeister: „Nachdem mittlerweile auch bereits schriftliche Aussagen von Telekommitarbeitern vorliegen, welche nun behaupten, die Telekom hätte nie den Gemeindeteil Neuensee bei ihren Ausbauabsichten ausgeschlossen und mittlerweile im spürbar härter werdenden Kampf für den Glasfaserausbau der beiden Konzerne sogenannte „Fake-Accounts“ genutzt werden, um irreführende Gerüchte ins Netz zu stellen, sehen wir uns als Verwaltung und Gemeinderat in der Pflicht zu handeln und diese Klarstellung nach außen hin zu kommunizieren. Wir finden es sehr befremdlich, dass hier ein großer Anbieter eine ganze Großgemeinde vorführt.“

Und er appelliert: „Ich bitte daher alle Mitbürgerinnen und Mitbürger unserer Großgemeinde Michelau, sich unabhängig und neutral über die Angebote der beiden Anbieter zu informieren. Ich persönlich befürchte, wenn diese Schlacht in dieser fragwürdigen Art und Weise weitergeführt wird, dass dann der kostenlose Glasfaserausbau im gesamten Gemeindegebiet scheitert.“

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