MICHELAU

Im Frühjahr sollen in Lettenreuth die Bagger rollen

Von der Berggasse Richtung Hopfenstraße fotografiert: Hier soll im nächsten Frühjahr das Baugebiet „Lettenreuth-West“ erschlossen werden. Foto: Annette Körber

In der Septembersitzung hatte der Gemeinderat die zweite Teilerschließung des Baugebiets „Lettenreuth-West“ beschlossen, nun soll es schnell gehen: Schon im März/April 2022 sollen die Arbeiten beginnen.

Allerdings lag der Ausbau- und Erschließungsplan, mit dessen Ausarbeitung das Ingenieursbüro Kittner & Weber, Sonnefeld, beauftragt ist, zur Sitzung am Mittwochabend noch nicht vor. Deshalb konnte der Gemeinderat ihn auch nicht absegnen.

Um keine Zeit zu verlieren, wollte Bürgermeister Jochen Weber das Gremium am Mittwochabend eigentlich bitten, die Entscheidung über die Genehmigung an den Bauauschuss zu übertragen. Allerdings werden die Unterlagen wohl auch bis zur nächsten Bauausschuss-Sitzung am 21. Oktober nicht fertig sein. Deshalb ermächtigten die Gemeinderätinnen und -räte nun den Bürgermeister, sobald die Unterlagen vorliegen und von der Verwaltung geprüft sind, selbst zu entscheiden und die nächsten Schritte zu tun.

Schon 27 Vormerkungen für die 28 Bauplätze

Parallel zum Erschließungsplan erstellt das Ingenieursbüro auch die Ausschreibungsunterlagen. Weber hofft darauf, schon im November die Vergaben auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung setzen zu können.

Wie er ausführte, waren für das zweite Teilgebiet von „Lettenreuth-West“ ursprünglich sechs Reihenhäuser vorgesehen. Es habe sich aber gezeigt, dass daran kein Interesse besteht. Deshalb würden stattdessen vier Einfamilienhäuser geplant. Insgesamt stünden so nun 28 statt 30 Bauplätze zur Verfügung. Für diese lägen schon 27 Vormerkungen vor. Der Bürgermeister freute sich darüber, dass die Anfragen alle von Lettenreuthern kommen – von aktuell im Ort lebenden oder weggezogenen, die gerne zurückkehren möchten.

Auch in Michelau selbst würde er gerne weitere Möglichkeiten für Bauwillige schaffen. Insgesamt gebe es in der Gemeinde 183 schon erschlossene Baulücken, davon knapp 100 im Kernort. Allerdings wollten die Eigentümer nicht verkaufen. Er will nun noch einmal alle anschreiben. „Wenn nur zehn Prozent einwilligen würden, wäre uns schon geholfen“, betonte er.

183 schon erschlossene Baulücken in der Gemeinde

Roland Braun (SPD) merkte an, dass auch Schwürbitz noch Potenzial hätte. Dort wären die Grundstückseigentümer auch bereit zu verkaufen. Weber stimmte zu, dass auch Schwürbitz mittelfristig weiterentwickelt werden müsse. Allerdings müsste dort erst ein Flächennutzungsplan aufgestellt werden, was ein langwieriger Prozess sei. Es würden aber dringend jetzt neue Bauplätze gebraucht.

Wer hat ein Grundstück für die Diakonie?

Auf der Suche nach einem Grundstück in Michelau ist auch die Diakonie: Sie plant einen Ersatzneubau für das Seniorenheim, da das Gebäude nicht mehr den Vorschriften entspreche. Mehrere Monate dauere nun schon die Suche, wobei die Verwaltung nach Kräften unterstütze. Bisher vergeblich. 3500 bis 4000 Quadratmeter müsste das Grundstück groß sein. Bürgermeister Weber freut sich, dass die Diakonie in Michelau bleiben will – wegen der guten Infrastruktur und der guten Topografie. Noch mehr würde er sich freuen, wenn die Suche von Erfolg gekrönt würde.

Aus dem Gemeinderat

• Der Gemeinderat hat die Jahresrechnung 2019 festgestellt und die Verwaltung entlastet. Zuvor hatte Katja Ament das Ergebnis der Arbeit des Rechnungsprüfungsausschusses vorgetragen. Aufgrund der hohen Kosten externer Planungsleistungen empfiehlt er unter anderem, Fachkräfte – etwa Techniker oder einen Bauingenieur – im Bauhof direkt anzustellen. CSU-Fraktionssprecherin Judith May forderte, diese Empfehlung bei Neueinstellungen zu berücksichtigen.

• Der Bauleitplanung „Solarpark Klosterlangheim“ der Stadt Lichtenfels stimmte das Gremium zu. Zweiter Bürgermeister Hans-Georg Borchert (CSU) regte an, dass die Verwaltung prüfen sollte, ob sich in Michelau nicht auch ein derartiges Projekt umsetzen ließe. „Es wäre fahrlässig, nicht auf erneuerbare Energien zu setzen“, meinte er mit Blick auf die größer werdenden Probleme der Klimaerwärmung und das langfristige Ziel der Klimaneutralität. Bürgermeister Weber verwies darauf, dass es bereits auf fünf gemeindlichen Gebäuden Photovoltaikanlagen gebe. Die Strategie der Gemeinde sei es, bei der Sanierung eigener Bauten solche Anlagen einzubauen, wenn die Statik dies erlaubt.

• Nach dem Ölunfall in Steinwiesen Ende September hatten sich Gerüchte verbreitet, dass das Drosselbauwerk in Michelau geschlossen werden musste. Diesen trat Bürgermeister Weber nun entgegen. Das wäre kontraproduktiv gewesen, da sich das Öl dann davor gesammelt hätte und in die Sohle eingedrungen wäre. Er betonte außerdem, dass die Trinkwasserbrunnen ständig kontrolliert würden. Abschließend bat Weber darum, keine Gerüchte zu verbreiten, sondern im Zweifelsfall in der Gemeinde nachzufragen.

• Die Spielgeräte für den Spielplatz in Neuensee am Sportplatz sind eingetroffen. Der Spielplatz wird im Frühjahr angelegt, so der Bürgermeister.

• Ein Angebot für fünf Umkleidekabinen am Rudufersee sei eingeholt worden, habe sich aber als recht teuer erwiesen. Nun sollen diese in Form eines Projekts des Jugendtreffs mit Jugendlichen entstehen.

• CSU-Fraktionssprecherin Dr. Judith May hat eine Anfrage von Jürgen Spitzenberger (SPD) zum Anlass genommen, zu erläutern, was für Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um eine eigene Praxis eröffnen zu können. Eindrücklich führte die Fachärztin für Allgemeinmedizin vor Augen, dass eine Menge Hürden überwunden werden müssen, die mit dem Numerus Clausus fürs Studium beginnen und mit der Vergabepraxis der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern noch nicht zu Ende sind. Dazu kommen lange Arbeitstage, Bereitschafts- und Präsenzpflichten, Regresse und das finanzielle Risiko. Letztlich werde eine Niederlassung allein nicht mehr empfohlen. Lieber sollten sich junge Ärzte in bestehende Praxen einbringen oder Gemeinschaftspraxen eröffnen. Dr. May informierte darüber, dass sie das alte Sagasser-Gebäude erworben hat, um ihre Praxis umzustrukturieren und moderner zu gestalten – aber auch in der Hoffnung, Kollegen anderer Fachbereiche anzulocken, um zusammen ein Medizinisches Versorgungszentrum bilden zu können.

Auftragsvergaben

• Den Planungsauftrag für das Baugebiet „Lettenreuth-West“ hat die Firma Kittner & Weber, Sonnefeld, erhalten.

• Sanierung der Johann-Puppert-Schule: Den Nachtrag Klempnerarbeiten übernimmt die Firma Lohse GmbH, Nürnberg (etwa 66 600 Euro).

• Neubau des viergruppigen Schülerhorts an der Grund- und Mittelschule Michelau:

Die Estricharbeiten übernimmt die Firma Estrich Höllein GmbH, Litzendorf (etwa 56 400 Euro), die Putz- und Malerarbeiten die Firma Weipert GmbH, Stadtlauringen (etwa 104 400 Euro), die Zimmererarbeiten die Firma Zimmerei Bauer, Burgkunstadt (etwa 28 200 Euro), die Trockenbauarbeiten die Firma Weipert GmbH, Stadtlauringen (etwa 97 100 Euro) und die Leichtmetallbauarbeiten (Feuer- und Rauchschutztüren) die Firma Haga Metallbau GmbH, Hofheim in Unterfranken (etwa 61 600 Euro).

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