REDWITZ

Ideen helfen in Redwitz Senioren gegen die Vereinsamung

Viele Ideen helfen Senioren gegen die Vereinsamung
Da kommt Freude auf: Die Seniorin muss sich nicht mehr mit Fotos ihrer Lieben begnügen, sie kann wenigstens mittels Tablet mit ihnen sprechen. Foto: RED

Gerade Seniorinnen und Senioren in Pflegeheimen vermissen die persönlichen Kontakte zu ihren Angehörigen, die ihnen schon seit mehr als sechs Wochen auf Grund des Besuchsverbots im Zuge der Corona Pandemie nicht mehr möglich sind. Doch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des AWO-Sozialzentrums haben sich etwas einfallen lassen, um die Kommunikation mit den Angehörigen aufrecht zu erhalten.

Alle Bewohnerinnen und Bewohner, die dies wünschten, erhielten ein eigenes Festnetztelefon in ihrem Zimmer, mit dem sie kostenfrei telefonieren und ihre Liebsten erreichen können. Zugleich wurde mit einem Smartphone eine Angehörigenhotline geschaltet, die mit Mitarbeitern des Sozialen Dienstes besetzt ist und sich die Angehörigen jeder Zeit nach dem Befinden der Bewohnerinne und Bewohner erkundigen können.

Bilder und Grüße auf dem Smartphone

Mehr noch können die Angehörigen auf das Smartphone Bilder und Grüße senden, die dann den Bewohnern ausgedruckt werden. Regelmäßig gehen solche Grußnachrichten ein und führen zu freudigem Leuchten in den Gesichtern der Bewohner. Liselotte Fischer bekommt auf diesen Weg regelmäßig Post von ihren Verwandten aus Amerika, und Gertrud Engel hat bereits ihr Sideboard mit den Bildern ihrer Enkel beklebt und dadurch ihre Familie immer um sich.

Einen weiteren Schritt ging das AWO-Sozialzentrum Redwitz vor kurzem mit dem Angebot der Videotelefonie. Da sich die Gesprächspartner jetzt auch sehen können, wird dadurch eine neue Qualität in der Kommunikation geschaffen. Sie kommen sich näher und so werden mit viel Emotionen Freude aber auch Sorgen geteilt.

Die Videotelefonie funktioniert ganz einfach: Die Angehörigen nennen den beauftragten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ihre Wunschuhrzeit und diese stellen dann für die Heimbewohnerinnen und -bewohner auf einem Tablet die Verbindung her. „Das ist ja mein lieber Sohn“, rief eine Bewohnerin mit Tränen in den Augen, als sie auf den Bildschirm schaut, und winkt ihm ganz aufgeregt zu. Und dann werden die Gesprächspartner alleine gelassen, denn sie haben sich viel zu berichten.

Videotelefonie und Grußservice

Viele Ideen helfen Senioren gegen die Vereinsamung
Die Oma kann ihrem Enkel zuwinken, der mit ihr per Videotelefonie plaudert. Foto: red

Die Angehörigen sind begeistert und dankbar: „Dass es so was gibt, ist wunderbar. Eine tolle Idee“. Im AWO-Sozialzentrum Redwitz freut man sich, dass die Videotelefonie und der Grußservice so gut angenommen werden, um damit die Verbindungen zwischen den Bewohnern und ihren Angehörigen auch in Zeiten der räumlichen Trennung aufrechterhalten werden können. (red)

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