MICHELAU

Hilfe kommt vom Obermain ins Ahrtal

Die Hilfsgüter, hier Öfen, werden entladen und eingelagert. Foto: Heinz Fischer

Michelau/Hönningen An diesem Dienstag im Januar sollte es nicht richtig hell werden. Regen ergießt sich schon um drei Uhr früh, als die elf Laster der Hilfsaktion in Michelau starten und der Regen begleitet den Konvoi über die 430 Kilometer bis Hönningen, einer Tausend Seelen Gemeinde im Ahrtal. Am Tag zuvor hatte man schon im Lager der Firma Gutgesell die Fahrzeuge mit den Hilfsgütern beladen.

Nachdem Stefan Scholz aus Weismain, Bodo Gutgesell aus Michelau und Jochen Hofmann aus Oberlangheim schon Ende vergangenen Jahres einen Hilfsgütertransport organisiert hatten, war die weitere Spendenbereitschaft überwältigend. Über 60 000 Euro kamen zusammen. So konnten nicht weniger als vier Lastwagen mit Brennholz und weitere sieben Fahrzeuge mit Baumaterial aller Art ins Ahrtal starten.

Die Organisatoren Stefan Scholz, Bodo Gutgesell und Jochen Hofmann (v.li.). Foto: Heinz Fischer

An Bord waren neben dem Brennholz Innenfarbe, Schweißbahnen, Estrich, Putz, Sockelputz, Fliesenkleber, Haustüren, Wohnzimmertische, Öfen und jede Menge Werkzeuge. Letzteres eine Spende von Dachdecker Gärtner aus Michelau. Eben das, was zum Wiederaufbau der zerstörten Häuser notwendig ist. Dazu noch Kleidung, die die Menschen aus dem Landkreis bereitgestellt hatten.

Gegen zehn Uhr rollte dann der Konvoi durch die engen Straßen von Hönningen und das ganze Ausmaß der Verwüstung wurde sichtbar. Entladen wurde ein Lastwagen nach dem anderen auf einem großen Lagerplatz unmittelbar an der Ahr.

„Wir waren überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Bevölkerung, vielen herzlichen Dank an Alle!“
Bodo Gutgesell, Organisations-Team

Die Firma Richter-Bau hatte dazu eigens einen Radlader mit Staplervorrichtung mitgebracht, ein weiteres Gerät stand vor Ort zur Verfügung. Jenny Kaduk und Christian Köbberlin vom Katastrophen Management Team begrüßen die Helfer. Die Freude über die Lieferung stand ihnen im Gesicht. „Heute ist in Hönningen Weihnachten“, meinte dazu Jenny Kaduk. Die Menschen wollen mit dem Aufbau ihrer zerstörten Häuser so bald wie möglich weitermachen, wenn die Witterung es zulässt. Alles Baumaterial werde dazu dringend benötigt, meinte Christian Köbberlin.

Verteilung der Waren mittels Online-Tool

Die Verteilung der Waren erfolgt über einen Online-Shop, den das Katastrophen-Management-Team extra dafür eingerichtet hat. „Alle Güter werden hier eingestellt und die Bedürftigen können dann bestellen. Wir kümmern uns um die gerechte Verteilung“, so Köbberlin. Nicht nur Hönningen konnte bedacht werden, mit drei Sattelzügen fuhren die Helfer dann am nächsten Tag noch nach Dernau und Mariental.

Das ganze Ausmaß der Zerstörung ist auch noch nach einem halben Jahr sichtbar. Foto: Heinz Fischer

Doch nicht nur Baumaterial wurde geliefert. Bodo Gutgesell organisierte auch noch fünf ausgebildete Elektriker, die unentgeltlich für eine Woche ins Ahrtal reisen um vor Ort bei den Installationen zu helfen.

Großes Dankeschön an die Unterstützer

Ein ganz großes Dankeschön der Organisatoren und natürlich der Menschen im Ahrtal gilt den Firmen, die die Brummis und Fahrer kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Dies waren im Einzelnen die Firma Transport-Gutgesell Schney, Rudolf Panzer Lichtenfels, VERPA Weidhausen, Energiehof Greif Michelau, SEL Sesselmann Altenkunstadt, Richter Bau Altenkunstadt (zwei Laster und Radlader), Fuhrunternehmen Heublein Bad Staffelstein (zwei LKW), Spedition Geiger Kronach und natürlich Gutgesell-Bau aus Michelau.

Weitere Fahrt Ende Januar geplant

Tobias Krappmann von Richter-Bau hat einen Radlader mit Stapler mitgebracht. Foto: Heinz Fischer

Die Namen der vielen Geldspender zu nennen, wäre an dieser Stelle gar nicht möglich. „Wir waren überwältigt von der Hilfsbereitschaft der Bevölkerung, vielen herzlichen Dank an Alle!“, meint dazu Bodo Gutgesell. Es flossen auch nach der Aktion vom 4. Januar noch Spendengelder, so dass eine weitere Fahrt mit Baumaterial ins Ahrtal für Ende Januar geplant ist. Eine Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität aus Oberfranken für das Katastrophengebiet.

 

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