HOCHSTADT

Grundschule Hochstadt: Duftende Pommes als Mutmacher

Nach dem Vorbild eines beliebten Kinderbuchs konnte die Direktorin der Grundschule Hochstadt, Heike Klimke, ihren Traum einer eigenen Pommesbude auf dem Schulhof verwirklichen. Dahinter steckt ein engagierter Elternbeirat, der die Aktion organisierte und dann am Freitagnachmittag corona- und hygienekonform rund 60 Portionen herrlich duftende Pommes an die Schüler verteilen konnte.

Kinderbuch-Geschichte wird Wirklichkeit

Grundschule Hochstadt: Duftende Pommes als Mutmacher
Hm, das schmeckt: Auch Jenny und Ben Reise. Foto: Corinna Tübel

„Schon bald lockte der köstliche Pommesduft eine Menge Feinschmecker an…“: Es scheint genauso wie im beliebten Kinderbuch „Roger?s Pommesbude“ von Rogé an diesem Freitagnachmittag. Doch statt einer fiktiven Stadt, bildet der Pausenhof der Grundschule Hochstadt den Rahmen für die außergewöhnliche Aktion „Heike?s Pommesbude“, die der örtliche Elternbeirat für die Schüler organisiert hatte – Corona und hygienekonform natürlich. So konnte sich ein Großteil der über 60 Mädchen und Jungen in einem bestimmten Zeitfenster ihre Portion Pommes schmecken lassen und weiterträumen. So wie der Dackel Roger im Kinderbuch, der mit viel Mut seine Träume wahr werden ließ.

Dort heißt es: „Roger war ein nachdenklicher Dackel. Seine Gedankengänge waren noch länger als sein langgezogener Hotdog-Körper. Er machte sich Gedanken zu ungewöhnlichen Themen.“ Rektorin Heike Klimke selbst schöpft für ihren regelmäßigen Morgengruß an die Schüler per E-Mail aus einem breiten Fundus an Kinderbüchern, mithilfe derer sie die Kids stets neu motivieren möchte. So auch im 51. Morgengruß in der vergangenen Woche geschehen, was bedeutet: Viele der Mädchen und Jungen waren seit knapp zehn Wochen nicht mehr an der Schule, das bereitet ihr große Sorgen. Sie überlegt und träumt vor sich hin…und stellt sich vor, wie es wäre, wenn sie gerade in der jetzigen Situation eine Pommesbude im Schulhof eröffnen würde? Außergewöhnlich und mutig: Das würde bestimmt viele Kinder und Lehrer freuen.

Gute Planung ermöglicht Corona konformen Ablauf

Grundschule Hochstadt: Duftende Pommes als Mutmacher
Nach dem Vorbild eines beliebten Kinderbuchs konnte die Direktorin der Grundschule Hochstadt am Main Heike Klimke ihren ... Foto: Corinna Tübel

Der Elternbeirat der Grundschule Hochstadt zeigte Motivation und Ehrgeiz für diese tolle Idee: Spontan und professionell organisierte das fünfköpfige Gremium um Stephan Wilm einen Imbisswagen, den die Metzgerei Mantel aus Zettlitz kostenlos zur Verfügung stellte, und den die Gemeinde Hochstadt für die Schule abholte. Am Vorabend der Veranstaltung trafen sich einige Mitglieder des Elternbeirats unter Einhaltung der corona-bedingten Hygienebestimmungen zum Vorfrittieren der Leckerei. Am Freitagnachmittag selbst entstanden weder enge Schlangen vor „Heike?s Pommesbude“ noch dicke Schülerzirkel auf dem Pausenhof. Im Halbstunden-Takt schlemmten zunächst die anwesenden Viertklässler, deren Präsenzunterricht gerade zu Ende gegangen war. Anschließend trafen die Schüler der restlichen Klassen, die ihre Wochen-Unterlagen aus dem Home-Schooling in die bereitgestellten Boxen zur Korrektur legten, ein. Sie reihten sich mit Maske und in Abstand vor die Pommesausgabe ein.

Genauso, wie es geplant war: Schließlich hatte Schulamtsdirektorin Stefanie Mayr-Leidnecker die Aktion so im Landratsamt Lichtenfels absegnen lassen. Vor Ort lobt sie die außergewöhnliche Idee und deren Umsetzung: „Das ist etwas ganz, ganz Tolles. Ich höre immer wieder von Eltern und Lehrern, wie schwer es ist, die Motivation der Kinder aufrecht zu erhalten. Hier draußen gelingt das heute aber!“ Doch nicht nur der Freitag stand im Namen der „Pommes“: In der gesamten Vorwoche war dieses Thema allgegenwärtig im Unterricht – für alle Schüler und fächerübergreifend. So wurde die Geschichte von „Roger?s Pommesbude“ nicht nur als Text im Deutschunterricht behandelt, sondern auch gleich das Kapitel „Doppelte Mitlaute“ vertieft.

Auch die Mathematik beteiligte sich: Dort wurden, je nach Altersstufe, Fermi-Aufgaben mit „Pommes“-Themen gelöst oder Pommesbuden als geometrische Körper erstellt. Fotos dieser Bauwerke zierten die Pommesbude, ebenso wie Gemälde aus dem Kunstunterricht.

Wie kann man Kinder motivieren?

Die duftenden Pommes gab der Elternbeirat an die Schüler aus, der die Leckerei auch finanzierte. Ebenso hatte dieser mit Stephan Wilm eine Fotobox zur Verfügung gestellt, mit Hilfe derer die Mädchen und Jungen Erinnerungen an diese Aktion „schießen“ konnten. Diese soll sie weiter motivieren: „Dass ihr kleines Herz gesund bleibt und sie weiter sagen können: Ich bin Kind.“ Das ist das Ziel der Rektorin, die viele weitere Aktionen während der Pandemie gemeinsam mit ihrer Lehrerschaft auf die Beine stellt. Gemeinsam mit ihrer Stellvertreterin Kathrin Hoffmann rät sie Kindern und Eltern, das triste Leben ohne Schulbesuch bunt zu machen, sich Zeit zu nehmen für Besonders und im Rahmen der Sicherheits- und Hygienemaßnahmen einzelne Kontakte zu Gleichaltrigen zu ermöglichen. „Das kann man als Eltern nicht ersetzen. Und es ist ja nicht einmal absehbar, wann die Pandemie zu Ende ist“, so die Konrektorin.

Heike Klimke schickt frische Grüße mit nach Hause: „Ich wünsche Ihnen Träume von ganz verrückten Ideen, viele gute und fantasievolle Gedanken – angstfrei, Ideen, die Sie und Ihr Kind zum Lachen bringen. Perspektiven, die sich eröffnen, wenn man nur fest daran glaubt, einfach ein Stück Leichtigkeit in diesen sehr schwermütigen Zeiten. Guten Appetit!“

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