Goerg Zethner, ein vorbildlicher Tausendsassa aus Hochstadt

HOCHSTADT

Goerg Zethner, ein vorbildlicher Tausendsassa aus Hochstadt

Er war ein Lausbub wie die meisten anderen in seinem Alter auch. „Ich hab auch mal Fußball gespielt, aber für die Bundesliga hat es leider nicht gereicht“, sagt Georg Zethner mit einem Augenzwinkern. Wenn er aus seinem Leben erzählt, ist es eine Freude ihm zuzuhören. Blumig, facettenreich und sehr detailliert berichtet er über Begebenheiten und Begegnungen auf seinem Lebensweg.

Latein gepaukt, um endlich ministrieren zu dürfen

Zethner wurde 1955 geboren und hat sich in seiner Heimatgemeinde auf verschiedenen Ebenen verdient gemacht. Nach seiner Erstkommunion im Jahre 1965 wollte er Ministrant werden, was damals aber mit der Auflage verbunden war, Latein lesen zu können. „Ich war in der Schule nicht der Hellste und hatte noch keine Ahnung von Latein“, sagt er von sich selbst mit einem schelmischen Grinsen im Gesicht.

Drei Jahre und zahlreichen Lateinstunden später durfte er dann ministrieren. Fast täglich tat er das im damaligen Hochstadter Krankenhaus unter verschiedenen Pfarrern bei der Krankenkommunion.

Viele weiter Tätigkeiten in der und für die Kirche kommen hinzu

Mit den Jahren kamen viele weitere Tätigkeiten in der Kirche dazu. Er sammelte Missionsbeiträge und Spenden für die Caritas, war Mitorganisator des alljährlichen Seniorentages und vieles mehr. 1974 ließ er sich in den Pfarrgemeinderat wählen und wurde vom damaligen Bürgermeister Theo Raab sowie dem damaligen Pfarrer Harald Heymann gefördert. Georg Zethner verwuchs so immer mehr mit der katholischen Kirche.

Beruflich war Zethner als Werkzeugmacher tätig. Bis zur Insolvenz seines Arbeitgebers im Jahr 2006 blieb er seinem Lehrbetrieb treu.

Seit 1984 bis heute für die CSU Mitglied im Gemeinderat

Für die Gemeinderatswahl 1978 ließ er sich erstmals auf die Liste der CSU setzen. „Wie es oft so ist im Leben, klappte es aber beim ersten Mal aber nicht“, so der 65-jährige. Sechs Jahre später wurde er dann aber ins Gremium gewählt und ist bis heute Mitglied des Gemeinderates.

Von zahlreichen Anekdoten kann Zethner aus dieser Zeit berichten. In den ersten Jahren seiner Amtszeit wurde nach den Gemeinderatssitzungen immer gekartet. „Da hat so eine Sitzung schon mal bis früh um drei Uhr gedauert. Und man musste trinkfest sein“, sagt er grinsend. In sehr guter Erinnerung bleiben ihm auch die alljährlichen Ausflüge des Gemeinderates nach Südtirol während der Amtszeit von Bürgermeister Thomas Kneipp.

Seit 1990 Mesner in Hochstadt, seit 2009 Aushilfs-Meser in Vierzehnheiligen

1990 wurde Zethner ehrenamtlicher Mesner in der Kirche und übernahm den Vorsitz im Pfarrgemeinderat. Seit 2007 übt er die Mesner-Tätigkeit in Hochstadt als geringfügig vergütete Beschäftigung aus. Seit 2009 ist er auch als ehrenamtlicher Aushilfs-Mesner in Vierzehnheiligen tätig.

Auch beim Gesangverein „Liedertafel Hochstadt“ war Zethner als Sänger sehr aktiv. In den Jahren 1981 bis 1983 leitete er den Verein sogar als Vorsitzender und organisierte das Jubiläum anlässlich des 75-jährigen Vereinsbestehens federführend.

Als Seniorenbeauftragter organisiert er den inzwischen etablierten Seniorentreff

Im Jahr 2010 hatte der ehemalige Bürgermeister Thomas Kneipp die Idee für einen Seniorentreff. Georg Zethner hat schon seit Jahrzehnten einen guten Draht zu älteren Mitbürgern und wurde daher zum Seniorenbeauftragten ernannt. „Der erste Seniorentreff war mit drei Besuchern sehr ernüchternd“, sagt Zethner. In der Folge wurden es aber immer mehr. Und bis zum Beginn der Pandemie fanden sich immer zwischen 20 und 30 Senioren bei dem einmal im Monat stattfindenden Treffen ein. Dabei gab es für die älteren Mitbürger die neuesten Infos aus der Gemeinde, bisweilen auch Vorträge, Klatsch und Tratsch natürlich sowieso.

Georg Zethner schaut sich oft bei den „Alten“ in der Gemeinde um, sieht nach dem Rechten, macht Besorgungen, besucht Alleinstehende auf einen Tratsch und so weiter. Ganz nebenbei ist er auch Ansprechpartner für den Verein „Aktive Bürger“ aus Lichtenfels und übernimmt Tätigkeiten für die „Seniorengemeinschaft für den Landkreis“, wie zum Beispiel Hecken schneiden oder Rasen mähen.

„Man macht, was man kann, aber man darf sich nicht

so wichtig nehmen. Das

Gemeindeleben hat vor uns funktioniert, und es wird auch nach uns funktionieren.“

Georg Zethner

In seiner schelmischen Art und Weise sagt Georg Zethner: „Man macht, was man kann, aber man darf sich nicht so wichtig nehmen. Das Gemeindeleben hat vor uns funktioniert, und es wird auch nach uns funktionieren.“