MICHELAU

Gemeinderat Michelau: Diskussion um Angerstraße

Die Göritzenstraße in Schwürbitz wird stark von Kindern frequentiert. Foto: Heinz Fischer

Zur Juli-Sitzung des Gemeinderates Michelau begrüßte Bürgermeister Jochen Weber die Gemeinderätinnen und –räte sowie die anwesenden Zuhörer. Der erste Punkt der Tagesordnung befasste sich mit dem neuen Verkehrskonzept für das Gemeindegebiet. Dieses wurde bereits in der vorausgegangenen Bauausschuss-Sitzung eingehend beraten. So sollen alle Anliegerstraßen in der Kerngemeinde und in den Ortsteilen zu Zone-30-Straßen gekennzeichnet werden. Zusätzlich in Schwürbitz ein Teil der Göritzenstraße, der häufig von Schülern frequentiert wird. Für Kreisstraßen und Ausfallstraßen gilt weiterhin Tempo 50.

Einigen Anwohnern der Angerstraße ging diese Maßnahme nicht weit genug. In einem Forderungskatalog wünschte man sich unter anderem Rückbau von mangelhaften Parkzonen oder Umwidmung in eine „Spielstraße“. Dem wurde seitens des Gremiums nicht stattgegeben, es bleibt bei einer Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometern. Dritter Bürgermeister Hubert Robisch (SPD) begrüßte die Maßnahmen, man hätte sich aber eine zeitnahe Umsetzung gewünscht.

Die Firma Motherson, berichtete der Bürgermeister, möchte ihre bestehende Versickerungsanlage auflösen und das nicht belastete Niederschlagswasser im Bereich der Lackieranlage in den Landwehrkanal einleiten. Unter der Auflage, dass dies auch die zuständigen Fachbehörden genehmigen, wurde die Zustimmung erteilt.

Positives zum Thema „Seniorentexi“

Positives gab es zum Thema Seniorentaxi zu vermelden: Zunächst wollte man ein gemeindeeigenes Fahrzeug zur Verfügung stellen, ehrenamtliche Helfer sollten den Fahrdienst für die Senioren übernehmen. Nun konnte der Rathauschef berichten, dass sich Renate Dorst (Kollo-Moni) angeboten hat, unentgeltlich die Seniorenfahrten mit ihrem Taxiunternehmen zu übernehmen.

Eine sehr löbliche Geste, fand nicht nur Gemeinderat Dirk Fischer (CSU). Es solle, so Weber, ein Ehrenamtsvertrag mit Dorst geschlossen werden, in dem auch die Erstattung der Betriebskosten verankert werde. Die Fahrtroute werde vom Sekretariat der Gemeinde festgelegt. Spontan gab es hierzu Applaus des Gremiums für die anwesende „Kollo-Moni“.

Zweiter Bürgermeister Hans-Georg Borchert bat darum, dass sich die Schüler der Abschlussklassen der Johann-Puppert-Schule doch in der Gemeinde melden sollten, da für diese eine Ehrung seitens der Gemeinde vorgesehen sei. Aus datenschutzrechtlichen Gründen dürfen die Adressen nicht von der Schulleitung herausgegeben werden.

Gemeinderat Jürgen Spitzenberger fragte nach, wie die Situation bezüglich eines zusätzlichen Allgemeinarztes in Michelau sei. Rätin Dr. Judith May stellte fest, dass dies nicht im Aufgabenbereich der Kommune läge, sondern von der Kassenärztlichen Vereinigung festgelegt werde. Gemeinderätin Sabine Wich berichtete von den Sorgen einiger Lettenreuther Bürger bezüglich des Brunnenbaches. Dieser sei im Bereich vom Anwesen Göldel bis zur Staatsstraße vor vier Jahren mit einem Aufwand von circa 60.000 Euro saniert worden.

Geplant vom Architekturbüro OPUS Bayreuth wurde damals das Bachbett neu gestaltet, Sitzsteine installiert und eine ökologisch wert- und sinnvolle Bepflanzung angelegt. Nun, so die Aussage der Lettenreuther, sei der Bach wie früher komplett zugewuchert, man müsse befürchten, dass es beim nächsten Starkregen wieder zu Überschwemmungen kommt.

Bürgermeister mit Situation unzufrieden

Bürgermeister Weber erwiderte, dass ihm die Situation bekannt sei und äußerte ebenso seine Unzufriedenheit. Er habe schon damals, zusammen mit anderen Ratsmitgliedern, Zweifel am Erfolg der Maßnahme gehabt. Weber wolle nun mit dem damals beauftragten Architekturbüro sprechen und nachfragen, welche Gewächse zurückgeschnitten beziehungsweise entfernt werden dürfen. Dies könne der Bauhof dann zeitnah erledigen.

Bekanntgaben

Folgende Beschlüsse aus der letzten nichtöffentlichen Sitzung wurden von Jochen Weber noch bekanntgegeben:

• Der Gemeinderat stimmte dem Angebot der Bayernwerk Netz GmH über die Errichtung der Straßenbeleuchtung im Baugebiet Lettenreuth West von rund 34000 Euro zu

• weiter dem Nachtragsangebot der Firma Bäuerlein für Trockenbauarbeiten an der Johann-Puppert-Schule von rund 31500 Euro

• weiter dem Angebot der Firma UHLogistik für die Umzugsarbeiten in der Johann-Puppert-Schule von rund 20000 Euro

• schließlich dem Auftrag der Telcom GmbH für die EDV-Ausstattung des neuen Schülerhorts an der Gruund- und Mittelschule von rund 15000 Euro.

Zugewuchert wie vor der Sanierung 2018: Der Brunnenbach in Lettenreuth. Foto: Heinz Fischer
Zone 30 genügt den Anwohnern nicht: Die Angerstraße sollte Spielstraße werden. Foto: Heinz Fischer

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