MARKTZEULN

Gemeinderat Marktzeuln: „Bürger haben ein Recht auf Ruhe“

Gemeinderat Marktzeuln: „Bürger haben ein Recht auf Ruhe“
Das Sanierungsgebiet „ Ortskern Marktzeuln“ soll erweitert werden. Das beschloss der Gemeinderat. Foto: Karin Sträßner

So leicht gibt der Eigentümer der Kiesgrube nicht auf. Da seitens des Marktgemeinderates keine Zustimmung erfolgte, wurde nun ein Antrag auf Vorbescheid gestellt. Dadurch soll eine rechtsverbindliche Antwort erwirkt werden, gegen die gegebenenfalls auch Rechtsmittel möglich sind. Erster Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech (UBMz) betonte in Gemeinderatssitzung am Montag, dass hiermit das Verfahren fortgesetzt werden soll. Die Eigentümer würden sich nicht mit den Aussagen des Gemeinderates zufriedengeben.

„Wir hatten 30 Jahre lang Lärm und Dreck und die Bürger haben ein Recht darauf, dass jetzt Ruhe einkehrt“, bekräftigte das Gemeindeoberhaupt am Montagabend in der TSV-Turnhalle. Zudem ging eine Welle der Erleichterung durch die Marktzeulner Bevölkerung, als der Gemeinderat der Voranfrage nicht zustimmte. Die Gemeinde werde weiterhin entschieden gegen den Rohstoffabbau von weiteren etwa 171 350 Kubikmetern vorgehen.

Der Ergebnisbericht mit Maßnahmenplan der Isek (Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept) wurde vorgestellt. Während der Öffentlichkeitbeteiligung zum Isek gingen keine Stellungnahmen mehr ein. Sollten noch Fragen, Anregungen oder Änderungswünsche auftauchen, seien diese bis zum 10. Februar an die Verwaltung zu senden, sodass noch Gelegenheit bestehe, diese mit der Planergemeinschaft RSP zu klären, so das Gemeindeoberhaupt. Der abschließende Beschluss soll in der Sitzung am 1. März gefasst werden.

Marktgemeinde kann besser Missständen entgegenwirken

Gemeinderat Marktzeuln: „Bürger haben ein Recht auf Ruhe“
Das Planfeststellungsverfahren für das Vorhaben „Ostbayernring-Ersatzneubau 380- kV-Leitung von Redwitz nach Schwandorf ... Foto: Karin Sträßner

Aufgrund der im Isek zusammengetragenen Ergebnisse wird empfohlen, das Sanierungsgebiet „Ortskern Marktzeuln“ zu erweitern. Durch diese habe der Markt Marktzeuln mehr Möglichkeiten, städtebaulichen Missständen entgegen zu wirken, so Friedlein-Zech. Außerdem gebe es in diesem Gebiet bessere Förder- und Abschreibungsmöglichkeiten für private Sanierungsmaßnahmen.

Das Sanierungsgebiet gehe nun bis zur Turnhalle und ums Schützengelände. Die Gemeinde beabsichtige, einen Wanderweg und eventuell eine weiter Brücke anzulegen. Der Entwurf des Sanierungsgebietes wurde dem Gemeinderat zur Durchsicht zur Verfügung gestellt. Auch hier besteht noch die Möglichkeit, Fragen oder Anregungen bis zum 10. Februar an die Verwaltung zu senden, sagte der Rathauschef.

Die Änderung des Bebauungsplans „Berglein“ wurde bereits in der Novembersitzung des Gemeinderates beschlossen. Die Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden und Träger öffentlicher Belange fand nun statt. Anhand des Abwägungsvorschlags des Büros IVS wurden die Stellungnahmen und darin genannte Bedenken von Norbert Köhler (Büro IVS) erläutert.

Flachdach sorgt für Diskussionen

Ein Bürger befürchte eine erhebliche Störung des Ortsbildes, da im unteren Bereich vom „Berglein“ ein Haus mit einem Flachdach errichtet werden soll. Der Bebauungsplan sehe dies aber bisher nicht vor. Das Landratsamt Lichtenfels äußerte auch Bedenken. Es sehe eine Störung der harmonischen Dachlandschaft. Norbert Köhler legte dar, dass sich das künftige Gebäude im unteren Bereich befinde und somit eine Fernwirkung nicht gegeben sei.

Der Bürgermeister erklärte, dass der Bebauungsplan dahingehend geändert werden müsse, um eine zeitgemäße Bebauung zu ermöglichen. Außerdem schließe man damit eine Baulücke und ermögliche es einer jungen Familie sich anzusiedeln. Die Gebäudehöhe würde auf acht Meter gedeckelt, und die Grundstückszufahrt an der Ostseite dürfe über den gemeindeeigenen Grünstreifen erfolgen.

Neue Verordnung über Schneeräumung

Passend zum Schneefall in diesem Winter beschloss der Gemeinderat den Neuerlass der Verordnung über die Reinigung und Sicherung der Gehbahnen im Winter. Da sich die Rechtsprechung maßgeblich geändert habe, werde die Verordnung nun angepasst. Auf verkehrsbelasteten Straßen (über 5000 Fahrzeuge pro Tag), wie etwa die Ortsdurchfahrten von Marktzeuln und Zettlitz, müsse nur noch bis zur Bordsteinkante geräumt werden. Unter 5000 Fahrzeugen wäre das Räumen bis zur Fahrbahnmitte zumutbar.

Friedlein-Zech informierte noch über die Eröffnung des Planfeststellungsverfahrens Ostbayernring-Ersatzneubau 380kV-Leitung Redwitz an der Rodach-Schwandorf einschließlich Rückbau der Bestandsleitung. So würde die alte Leitung abgebaut, und die neue würde etwas von Horb wegrücken. Künftig stünde dann nur noch ein Mast auf Gemeindegebiet.

Verordnungsentwurf für Überschwemmungsgebiet liegt aus

Das Überschwemmungsgebiet Rodach-Steinach wird neu festgesetzt. Der Verordnungsentwurf liegt bis zum 12. Februar öffentlich zur Einsicht aus und kann auf der Internetseite des Landkreises eingesehen werden. Redwitz und Marktgraitz hätten sich beschwert, dass in Corona-Zeiten eine öffentliche Auslegung überhaupt stattfindet. Doch Friedlein-Zech beschwichtigte: „Ich habe keine Bedenken, dass das Rathaus gestürmt wird!“ In den Nachbargemeinden würden andere Auswirkungen herrschen. Die Gemeinde habe ihrerseits betroffene Bürger darauf hingewiesen.

Aus dem Gemeinderat

• Dem Neubau eines Einfamilienhauses am Berglein 7 in Marktzeuln wurde zugestimmt.

• Zur Errichtung einer Gartenhütte modernerer Art in der Lucas-Cranach-Straße 35, Marktzeuln, wurde die Befreiung des Bebauungsplans hinsichtlich der Dachform erteilt.

• Durch die Fernwasserversorgung Oberfranken und den Bauhof wurde eine Funktions- und Leistungsprüfung der Hydranten vorgenommen. Das Ergebnis sei sehr erfreulich.

• Eine Zuwendung von maximal 480 Euro wurde dem Sportfischerverein Hochstadt-Marktzeuln zur Errichtung einer Grundwassermesstelle gewährt.

• Folgende Auftragsvergaben wurden im Rahmen des Umbaus und der Sanierung „Am Flecken 47“ (künftiger Dorfladen) beschlossen:

• Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärinstallation: Firma Klaus Butz, Sonnefeld für 108 360 Euro.

• Elektroinstallationsarbeiten: Firma Elektro Haase, Coburg für 95 801 Euro.

• Schreinerarbeiten: Firma Tim Fleischmann GmbH &Co.KG, Marktzeuln-Zettlitz für 93 234 Euro.

•Innenputz- und Dämmarbeiten: Firma Wittig & Paulfranz GmbH & Co. KG, Rödental für 87 493 Euro.

• Sanierung der Steinfassade: Firma Padi Steinbautechnik e. K., Coburg-Bertelsdorf für 87 004 Euro.

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Das Planfeststellungsverfahren für das Vorhaben „Ostbayernring-Ersatzneubau 380- kV-Leitung von Redwitz nach Schwandorf ... Foto: Karin Sträßner

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