KÜPS

Gemeinderat Küps: Natur und Umwelt im Mittelpunkt

In Oberlangenstadt stehen kleine Schulkinder jetzt auf der anderen Straßenseite, wo keine Buswartehäuschen sind. Die Mütter Sandra Scharf(links) und Nina Müller appellierten an den Küpser Marktgemeinderat, hierbei einer Verbesserung mitzuhelfen. Foto: Rainer Glissnik

Freiherr Hubertus von Künsberg-Langenstadt (CSU) ist der erste Natur- und Umweltschutzbeauftragte der Marktgemeinde Küps. Am Ende einer intensiven Diskussion wurde er einstimmig gewählt. Der von der SPD vorgeschlagene Dritte Bürgermeister Nikolai Hiesl (FW) dankte für das Vertrauen, schätzte aber die Kompetenzen von Hubertus von Künsberg-Langenstadt und wollte diesen lieber unterstützen.

Es gebe genug Vereine und Verbände im Naturschutz, gab Ralf Pohl seitens der SPD zu bedenken. Er wollte den Aufgabenbereich klarer umschreiben und verlangte eine Vertagung der Entscheidung. Thomas Friedlein (SPD) schlug schließlich Nikolai Hiesl als Gegenkandidaten vor. Dieter Lau (SPD) hatte Bedenken angesichts des enormen Bereichs der Aufgabe, die eingegrenzt werden sollte. „Machen wir es uns nicht komplizierter“, bat Bürgermeister Bernd Rebhan. Wenn dauernd Tagesordnungspunkte vertagt würden komme man nicht weiter.

„Die tatsächliche Dramatik spielt sich im Verborgenen ab. Wir alle sind beteiligt

an diesem System

und müssen etwas tun.“

Hubertus von Künsberg-Langenstadt

zum Klimawandel und des Folgen

Hubertus von Künsberg-Langenstadt erwies in einer kurzen Ansprache eine überragende Kompetenz in diesem Bereich. „Die tatsächliche Dramatik spielt sich im Verborgenen ab“, erklärte er zum Klimawandel und dessen Folgen. Symbiosen zwischen Insekten und Pflanzen gingen verloren, wenn Pflanzen wegen des Temperaturanstiegs immer früher blühten und die von ihnen abhängigen Insekten zu spät dran seien. Dies führe zum Aussterben vieler Arten. „Wir alle sind beteiligt an diesem System und müssen etwas tun.“

„Die Landwirtschaft sitzt hier mit im Boot“, wies er auf einen wichtigen Ansprechpartner hin. „Ich möchte auf unsere Landwirte einwirken, beispielsweise Lerchenfenster zu erhalten.“ Lerchenfenster sind bewusst angelegte Fehlstellen in landwirtschaftlicher Nutzfläche, auf denen die Feldlerche Lande- und Brutplätze sowie genügend Futter findet. „Gemeinsam mit unseren Landwirten könnten mehr Blühstreifen angelegt werden.„Ich möchte, dass Kleinflächen extensiver bewirtschaftet werden.“

Bei der Ausweisung von Baugebieten müsse klar sein, „dass wir der Natur Flächen wegnehmen“. Auch das Mulchen beim Mähen sei wichtig, weshalb hier ein Konzept gut wäre. Als Liebhaber von Bäumen – er ist Besitzer einer 1000-jährigen Eiche – liegen dem später gewählten Umweltbeauftragten gerade Bäume am Herzen. „Ich hätte Lust und Interesse, hier etwas zu machen“, unterstrich er sein Interesse an dieser Aufgabe.

Nikolai Hiesl unterstützt lieber den kompetenteren Kandidaten

Der von der SPD nominierte Nikolai Hiesl freute sich über das Zutrauen, schließlich kommt auch er aus einer sehr naturverbundenen Familie. Ihm ist es wichtig, dieses Anliegen zu unterstützen, weshalb er nicht einfach Nein sagen könne. Hubertus von Künsberg sei allein von seiner fachlichen Eignung der Geeignetere. Lieber würde er diesen unterstützen. So wurde Hubertus von Künsberg einstimmig zum Natur- und Umweltschutzbeauftragten der Marktgemeinde Küps gewählt.

SPD-Antrag auf eine Baumschutzverordnung abgelehnt

Der Marktgemeinderat lehnte mit 11:5 Stimmen einen Antrag der SPD-Fraktion ab, eine Baumschutzverordnung zu erlassen. „Bäume sind nicht nur von großer Bedeutung für das ökologische Gleichgewicht, sondern haben in vielen Fällen gerade wenn es sich um ältere Exemplare handelt eine ortsbildprägende Funktion“, hieß es im SPD-Antrag. „Wir haben eine gut durchgrünte Gemeinde“, zeigte Bürgermeister Bernd Rebhan (CSU) mit Fotos des früheren Küps und von heute mit deutlich mehr privatem Grün.

Im öffentlichen Bereich könne der Marktgemeinderat mitentscheiden, im privaten Bereich möchte er nicht hinein bestimmen. Eine Genehmigung würde auch Kosten verursachen und viel Verwaltungsarbeit mit sich bringen. Angesichts eines reichhaltigen Baumbestands bei Privatleuten möchte das Gemeindeoberhaupt die Bürgerinnen und Bürger nicht reglementieren. Er sehe keinen Regelungsbedarf im privaten Bereich.

Ralf Pohl (SPD) bezeichnete die Coburger Verordnung als Beispiel. Er glaube nicht dass eine solche Verordnung die Verwaltung überfordere. Man lege sich eher ein Ei mit so einer Verordnung, wichtiger sei eine gute Kommunikation zu den Eigentümern, meinte dagen Nikolai Hiesl.

Entscheidung über Spielplatz in Burkersdorf verschoben

Verschoben wurde auf Antrag von SPD-Marktgemeinderat Ralf Pohl die Entscheidung über einen Spielplatz in Burkersdorf am Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus. Dieser würde eine richtig schöne Anlage wohl nicht nur für den Burkersdorfer Nachwuchs. Die Kostenberechnung aus dem Jahr 2017 mit 45 000 Euro erhöht sich nunmehr nach Planung der Spielgeräte auf rund 80 000 Euro. Die Mehrkosten würde allein die Marktgemeinde tragen.

Ortssprecher Volker Wündisch erläuterte, dass die ursprüngliche Summe einfach ein pauschaler Posten in der Dorferneuerung gewesen sei. Das Gelände vor Ort werde speziell mit berücksichtigt und lasse sich wunderbar nutzen. „Es ist eine gut angelegte Investition dort“. Burkersdorf habe wieder viele Kinder. Mitten im Dorfmittelpunkt soll der Spielplatz entstehen.

Thomas Friedlein (SPD) erinnerte, dass bei der Planung nur die Rede von einer Verlegung des Spielplatzes gewesen sei, und von nicht von einer Erneuerung. Fachbereichsleiter Christian Ebertsch betonte, es sei nicht daran gedacht gewesen, den alten Spielplatz zu versetzen, sondern es eine Neukonzeption vorgesehen gewesen. CSU-Fraktionssprecherin Ursula Eberle-Berlips gab zu bedenken, dass im Burkersdorfer Neubaugebiet Lohäcker kein Spielplatz vorgesehen sei, den man sich so spare und dafür einen richtig schönen im Herzen des Ortes schaffe. Ralf Pohl schlug vor, noch nicht zu entscheiden und das Projekt auf Kostensenkungspotentiale abklopfen. „Die Kostensteigerung ist schon sehr, sehr hoch.“ Bürgermeister Bernd Rebhan sah kein Problem und verschob dieEntscheidung auf die nächste Marktgemeinderatssitzung.

Maßnahme Bayernwerk für bessere Breitband-Erschließung nutzen

Der Markt Küps nutzt eine Maßnahme der Bayernwerk Netz AG vorausschauend für eine bessere Breitbanderschließung. „Die Gelegenheit für einen Lückenschluss ist sehr gut“, erläuterte Bürgermeister Rebhan. Die Bayernwerk Netz AG plant im kommenden Frühjahr eine Mittelspannungsleitung über 1000 Meter im Bereich Transformatorenhaus Hühnerleite als Erdverkabelung auszuführen. Durch eine Mitverlegung von Leerrohren für Glasfaserkabel (Speedpipes) könnte das Glasfasersignal zunächst in den Kernort von Küps geführt werden. Im Zuge der dann anstehenden Sanierung der Ortsstraße „Melanger“ wären dann eine Weiterführung der Glasfaserverkabelung in das Neubaugebiet „Zettlitzweg/Melanger“ und mögliche Hausanschlüsse bis in den Kreuzungsbereich Röthenstraße realisierbar. Die Kosten für die Mitverlegung liegen bei 11 300 Euro. Die Kosten für das Rohrmaterial der Thüga Smartservice liegen bei 2000 Euro.

Aus der nichtöffentlichen

• Die Baumaßnahmen für die Erschließung des Wohngebiets „Zettlitzweg/Melanger“

wurden an das Bauunternehmen Krumpholz Rohrbau GmbH, Kronach, für 283 688,50

Euro vergeben.

• Das katholische Dekanat Kronach erhält zum Ausgleich eines Betriebskostendefizits im Kindergartenjahr 2018/19 einen Ausgleich über 8800 Euro. Der Beschluss wurde mit der Sondersituation des Theisenorter

Kindergartens begründet, der als einzige Kindertagesstätte im Markt Küps als eingruppige Kindertageseinrichtung mit Landkindergartenregelung geführt wird.

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