MARKTGRAITZ

Frohe Botschaft aus Marktgraitz

Am Ende gab es zufriedene Gesichter, wohin man auch blickte: Der Gottesdienst aus der Martkgraitzer Pfarrkirche Heiligste Dreifaltigkeit, der am Sonntag ab 9.30 Uhr live im ZDF übertragen worden ist, war überaus gelungen.

Dass am Sonntag ein außergewöhnlicher Gottesdienst in Marktgraitz gefeiert werden würde, war schon ab 8.15 Uhr im Gotteshaus zu bemerken. Die Vorarbeiten hatten alle zufriedenstellend geklappt, wie den Aussagen der Mainzer Fernsehleute zu entnehmen war. Außerdem sorgten vor der Kirche Dietmar Geßlein und Bernd Müller als Security-Mitarbeiter dafür, dass keine Störer die Live-Übertragung unterbrechen konnten. Doch es kamen nur „brave Kirchenbesucher“ erklärten die beiden danach.

Pfarrer und Dekan Lars Rebhan sah man da schon eher ein wenig eine gewisse Anspannung an, schließlich predigt predigt er ja nicht jeden Tag vor einem Millionenpublikum. „Es überwiegt die Vorfreude“, sagte er vor dem TV-Gottesdienst. Auch der Kirchenchor um Leiterin Steffi Herrgesell, Matthias Reuß und Organist Fabian Brand hatte schon relativ früh auf der Empore seine Plätze eingenommen und gingen den bevorstehenden Gottesdienst nochmals gesanglich durch.

Immer noch fasziniert vom tagelangen Aufbau waren die Helfer Bernd Schneider und Matthias Herzog. Besonders was Equipment wie Scheinwerfer oder fahrbare Kameras kosten würden, erstaunte die beiden sehr. Im Gottesdienst selbst arbeiteten sie als Kabelträger.

Letzte Hinweise für die Gottesdienstbesucher

Vor dem Gottesdienst wurden die Besucher, die in den hinteren Reihen Platz gefunden, gebeten, sich auf die vorderen Kirchenbänke zu setzen. Dann trat der Beauftragte der deutschen Bischofskonferenz für das ZDF, Ulrich Fischer, vor die Besucher und gab letzte Hinweise. Er bat die Gläubigen, wenn möglich freundlich zu schauen, aber bitte nicht direkt in Kamera zu blicken.

„Auch das Winken in die Kameras sollte vermieden werden“, sagte er und meinte augenzwinkernd: „Darauf steht Fegefeuer.“ Auch Filmen und Fotografieren sei grundsätzlich nicht erlaubt, Handys seien auszuschalten.

Auch sei es aus zeitlichen Gründen nicht möglich, dass alle Gläubigen zur Kommunion gehen könnten, dies nur den Besuchern in den ersten vier Bänken vorbehalten sei. Fischer bat auch die Anwesenden, nach der Beendigung des Gottesdienstes erst einmal auf ihren Plätzen zu bleiben. Eine Kollekte werde es beim Ausgang geben. Er bat alle Gläubigen, kräftig mitzusingen und so den Gottesdienst nach außen zu den Millionen Zuschauern zu tragen.

Das Thema Vergänglichkeit stand im Mittelpunkt der Predigt

Und dann ging es los. „Was ist der Sinn des Lebens mit allem Tun und Streben?“, lautete die Frage von Pfarrer und Dekan Lars Rebhan zu Beginn des Gottesdienstes. In seiner Predigt zum Thema „Vergänglichkeit“ ging der Geistliche auf den Kirchenbrand im Februar 1958 ein.

„Die Kirche in der Mitte dass Ortes war nicht mehr da. Aber bereits ein paar Tage später feierten Menschen vor der Ruine mit einem Gottesdienst und Eucharistie Gott, denn die Mitte des Glaubens war noch da. Er war gegenwärtig und wird dies für die Menschen in seiner Verbundenheit, Treue und Liebe immer sein. Mit ihm sind die Menschen gut versichert“, sagte der Dekan zum Schluss seiner Predigt.

Die Organisation des Gottesdienstes hatte sich gelohnt. Lektoren, Vorsänger, Chor, Orgelspiel – alles griff wie ein Uhrwerk ineinander. Auch der Lokalkolorit war mit der Predigt zum Kirchenbrand, dem Lied „Gott ist Dreifaltig einer“ zum Kirchenpatrozinium und dem Schlusslied zur Gottesmutter „Oh himmlische Frau Königin“ mit der Endzeile „Wir geben dir in deine Hand, die Heimat unser Frankenland“ im hohen Maße gewahrt.

Lob an alle Anwesenden: „Alle haben perfekt mitgearbeitet“

Und so war alles in der zeitlichen Vorgabe geblieben, und es war ein mehr als bewegender Gottesdienst für alle Beteiligten und Zuschauer an den TV-Geräten. Mit einem „Daumen hoch“ und Beifall zeigte sich Ulrich Fischer sehr angetan vom Gottesdienst und der Übertragung. „Alle haben perfekt mitgearbeitet. Ihr wollt wohl, dass wir wieder einmal kommen“, lautete sein Kommentar. Sein Dank galt allen Verantwortlichen, dass der Gottesdienst in Marktgraitz möglich gemacht werden konnte.