MARKTZEULN

Frenetischer Applaus für „Höchste Zeit“ in Marktzeuln

Frenetischer Applaus für „Höchste Zeit“ in Marktzeuln
Alles wird gut: Die Hochzeit ist gerettet, die Braut (Sibylle Manthau) wird eingekleidet. Foto: Heinz Fischer

Gerne erinnert man sich an die Aufführung des Fränkischen Theatersommers vor drei Jahren. „Heiße Zeiten“ war der Titel des Musicals um vier ziemlich aufgeregte Damen in den Wechseljahren. Zur Erinnerung: Kennengelernt hatten sich die vier völlig unterschiedlichen Charaktere im Abflugterminal eines Flughafens. Turbulente Ereignisse machten sie schließlich zu Freundinnen. Wie geht es nun weiter mit den Protagonistinnen?

Unter der Regie von Jan Burdinski gibt es in Marktzeuln die Fortsetzung der Geschichte um die vier Heldinnen, diesmal im Hochzeitsrausch, zu sehen. „Höchste Zeit“, so der Titel des neuen Musicals. Immerhin ist das Damenquartett in Oberfranken mittlerweile zu Publikumslieblingen geworden.

80 Gäste genießen wunderbaren Sommerabend

Ein wunderbarer, lauer Sommerabend an den Felsenkellern in Marktzeuln. Gut 80 Gäste haben sich eingefunden, um die Fortsetzung der „Heißen Zeiten“ zu erleben. Das Ensemble um Jan Burdinski ist in allerbester Spiellaune, als pünktlich um 19.30 das Spiel beginnt. Vorher hatte Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech Grußworte an das Publikum gerichtet. Das Freischießen sei vorüber, nun komme die Kultur auf diesem schönen Platz zu ihrem Recht. Ein paar mehr Zuschauer hätte er sich gewünscht. Dank ging an den Musikverein für die Bewirtung, an die Platzkassierer und alle Helfer.

Frenetischer Applaus für „Höchste Zeit“ in Marktzeuln
Rund 80 Zuschauer waren begeistert von der Aufführung des Fränkischen Theatersommers. Foto: Heinz Fischer

Dann ging es los: Eine der Damen (Sibylle Manthau) soll heute heiraten, man trifft sich in einem Hotel. Allerdings ist die Braut nicht nur stark verkatert, ihr fehlt auch ein ganzes Stück Erinnerung an den vergangenen Abend. Die Frage stellt sich, ob sie wirklich Sex mit Howard Carpendale hatte, oder war es gar Roland Kaiser?

Zwischen Heiratsantrag und Scheidungstermin

Ein Spiegel an der Wand, der öfter wie bei Schneewittchen befragt wird, kann auch keine Auskunft geben. Zudem ist der Bräutigam verschwunden und nicht erreichbar. Während sie überlegt, ob sie in dieser Situation wirklich heiraten soll, ergehen sich die Freundinnen in ihren eigenen Problemen. Die eine wünscht sich mehr Selbstständigkeit und Unabhängigkeit von ihrem Gatten, die andere erwartet sehnsüchtig ein Eheversprechen von ihrem langjährigen Verlobten, welches aber zäh auf sich warten lässt. Die vierte schließlich freut sich auf ihren Scheidungstermin. In einem Monolog schildert sie die nicht mehr vorhandenen Freuden einer langjährigen Ehe, hier wird es tiefgründig und nachdenklich.

In der Pause gab es für die Gäste Bier, Sekt, diverse Cocktails und alkoholfreie Getränke, die von den Mitgliedern des Musikvereins Marktzeuln angeboten wurden.

Furioses Schluss-Szenario zum Happy-End

Frenetischer Applaus für „Höchste Zeit“ in Marktzeuln
Wie kann man der Braut helfen und die Hochzeit retten? Die Freundinnen beraten sich. Foto: Heinz Fischer

Im zweiten Teil, die Protagonistinnen haben sich in knallrote Festroben gehüllt, steuert die Geschichte auf ihren Höhepunkt zu. Die Hochzeit wird gecancelt, und was nun zu tun ist, versucht man vermittels Flaschendrehen heraus zu bekommen. Es wird auch mit dem Alter kokettiert, man berichtet von diversen Ersatzteilen, die man schon an sich trägt. Sie schlafe schon längere Zeit von ihren Zähnen getrennt, verrät eine der Freundinnen.

Schließlich wendet sich alles zum Guten, der Bräutigam ruft an, er sei in einem Unfall verwickelt gewesen und habe daher nicht rechtzeitig kommen können. Sie gesteht ihr Date mit Carpendale, der Bräutigam am Telefon kann sie beruhigen, sie waren beide zur fraglichen Zeit im Aufzug eingeschlossen und hätten dabei einiges Vergnügliche genossen. In einem furiosen Schluss-Szenario wird die Braut von ihren Freundinnen eingekleidet, und die Hochzeit kann stattfinden.

Tanzeinlagen und frivol umgetextete Schlager

Mit minutenlangem, frenetischem Applaus wurden schließlich die vier tollen Schauspielerinnen von der Bühne entlassen.

Das ganze Stück wurde untermalt von Tanzeinlagen und neu umgetexteten Schlagermelodien, die zum Teil recht frivol klangen. Hier kamen natürlich unter anderem auch die alten Hits von Howard Carpendale zum Einsatz. So war es ein echter Genuss, die Darstellerinnen Stefanie Rüdell, Sibylle Mantau, Gitti Rüsing und Rebecca Brinkmann am Ufer der Rodach zu erleben. Das Publikum war sich einig: Man freut sich auf das nächste Mal, wenn es wieder heißt: „Fränkischer Theatersommer an den Felsenkellern in Marktzeuln“.

Frenetischer Applaus für „Höchste Zeit“ in Marktzeuln
Das Geständnis der Braut: „Schatz, ich war mit Howard Carpendale im Bett!“ Foto: Heinz Fischer

Schlagworte