HOCHSTADT

Es wird nur halb so laut an der B 173 neu

Es wird nur halb so laut an der B 173 neu
Gute Nachrichten für Hochstadt: Die neue B 173 wird mit einem lärmarmen Asphalt versehen. Darüber informierten (v. re.) die stellvertretende Leiterin des Staatlichen Bauamts Bamberg, Baudirektorin Katrin Roth, Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner, Projektleiter Ralf Holzheimer, Lan... Foto: Alicia Vetter

Der Hochnebel über Hochstadt lichtete sich am Donnerstagvormittag recht zeitig, um Platz für den strahlenden Sonnenschein zu machen. Ein strahlendes Lächeln machte sich auch auf dem Gesicht des Hochstadter Bürgermeisters Max Zeulner breit, als er in der Katzogelhalle seine Gäste zum Pressegespräch begrüßte: „Es gibt eine freudige Nachricht für die Hochstadter Bürgerinnen und Bürger, aber auch alle anderen Anlieger der B 173!“

Die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner (CSU) habe sich beharrlich für Verbesserungen eingesetzt. Auf diese Weise sei es gelungen, gemeinsam mit dem Landkreis Lichtenfels mit Landrat Christian Meißner und dem Staatlichen Bauamt Bamberg mit Baudirektorin Katrin Roth, entlang der neuen B 173 einen „bestmöglichen Lärmschutz“ für die Bürger zu erreichen. Ralf Holzheimer, der Leiter der Projektgruppe B 173 BA3, sagte, man habe den „Spielraum innerhalb des Planfeststellungsbeschlusses in punkto Lärmschutz genutzt“, um nun in Abstimmung mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr und der Regierung von Oberfranken mit dem lärmarmen Splittmastixasphalt (SMA LA) einen „lärmtechnisch optimierten Belag“ aufzubringen und damit geringere Lärmbelastungen erreichen zu können.

Optimaler Lärmschutz ist existenziell wichtig

„Die Bundesstraße B 173 ist nach Jahrzehnten der Diskussion ein Jahrhundertbauwerk und nicht nur für den Landkreis Lichtenfels, sondern auch für den Nachbarlandkreis Kronach existenziell“, stellte Landrat Christian Meißner fest. „Wir wissen um die Sorgen und Nöte unserer Bürgerinnen und Bürger und versuchen, die Stellschrauben zu drehen, um eine Optimierung zu erreichen.“ Die Politik dürfe so lange keine Ruhe geben, bis nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

Er freue sich sehr, „dass wir nun ein Signal geben können und nun an der ,Lärmschraube‘ gedreht werden kann“. Die Lebensqualität der Bürger sei jede Bemühung wert – eine Entlastung der Ortsdurchfahrt und ein optimaler Lärmschutz seien unverzichtbar und existenziell wichtig, stellte der Landrat heraus. Sein ausdrücklicher Dank galt MdB Zeulner für ihre beharrliche Unterstützung und dem Staatlichen Bauamt Bamberg für die Kooperation.

„Wir haben einen Auftrag, die ländliche Region zukunftsfest zu machen und zu erschließen.“
Emmi Zeulner, CSU-Bundestagsabgeordnete

„Wir bauen die Straßen nicht aus Prinzip und weil uns die Natur egal ist. Wir haben einen Auftrag, die ländliche Region zukunftsfest zu machen und zu erschließen“, sagte Emmi Zeulner. „Die Unternehmen vor Ort sind darauf angewiesen, ihre Produkte in die Ballungsräume zu bringen. Wir wollen Arbeitsplätze hier im ländlichen Raum erhalten und auch neue schaffen.“ Mit Blick darauf sei der Neubau der B 173 „für die Region gelebte Strukturpolitik“, so die Abgeordnete weiter.

Durch den Ausbau der B173 werde die Infrastruktur im Raum Nord- und Ostoberfranken verbessert. „Gerade durch den Erhalt von Arbeitsplätzen können Familien und Verbände zusammen und produzierendes Gewerbe vor Ort bleiben.“ Vor allem ein stabiler Verkehrsanschluss an Kronach sei essenziell.

Lärmtechnisch optimierter Belag ist ganz neu auf dem Markt

Gleichzeitig sieht es die Bundesabgeordnete als Aufgabe der Politik, einen bestmöglichen Lärmschutz für die Menschen vor Ort zu erreichen. Auf Bundesebene sei mit der Senkung der Lärmgrenzwerte für die Lärmsanierung an bestehenden Bundesfernstraßen ab 1. August 2020 ein entscheidender Schritt erzielt worden.

Wenn Straßen, wie im Fall der B 173, neu gebaut werden, sind Lärmschutzmaßnahmen Teil der Lärmvorsorge. Die bereits planfestgestellte und im Bau befindliche Straße wird nun mit einem lärmtechnisch optimierten Belag versehen, der zum Zeitpunkt des Erlasses des Planfeststellungsbeschlusses für die B 173 noch gar nicht auf dem Markt war, so MdB Zeulner. Für sie sei es eine Selbstverständlichkeit gewesen, sich dafür an den maßgeblichen Stellen einzusetzen. Ein großes Dankeschön für das „offene Ohr“ und die tolle Kooperation sagte sie der stellvertretenden Leiterin des Staatlichen Bauamtes, Katrin Roth, und Projektleiter Ralf Holzheimer.

Besonders der Schwerlastverkehr wird hörbar leiser

Beide erläuterten im Detail, was es mit dem neuen, lärmarmen Splittmastixasphalt auf sich hat. Durch die spezielle Zusammensetzung des Asphaltmischgutes sorgen zwei Effekte für eine Reduzierung der Reifenabrollgeräusche: Einerseits werden durch die Oberflächentextur (Plateaus und Schluchten) das Reifenprofil entlüftet und dadurch die so genannten „Airpumping-Geräusche“ reduziert. Andererseits ermöglichen die Hohlräume im Asphalt eine Absorption des Schalls. Durch den vorrollenden Reifen wird die Luft in die Hohlräume gedrückt, und dabei werden die hochfrequenten Abrollgeräusche vom Belag „geschluckt“.

Durch diese Bauweise sei eine Halbierung des Lärmpegels möglich, ließ Baudirektorin Katrin Roth wissen: „So wird der Wert beim Pkw beispielsweise um fast drei dB(A), bei Lkws um bis zu 4,6 dB(A) reduziert.“ Das bedeute, die Fahrgeräusche seien hörbar leiser, insbesondere beim Schwerlastverkehr, der oftmals als am meisten störend wahrgenommen werde.

Zwischen 17 000 und 18 000 Fahrzeuge täglich

Besonders erfreut zeigte sich MdB Zeulner, dass der lärmarme Fahrbahnbelag auf dem kompletten Bauabschnitt von Michelau bis Zettlitz aufgebracht wird. Baudirektorin Katrin Roth sah im Bau der neuen B 173 eine erhebliche Verbesserung der Lebensqualität in Hochstadt und Trieb: „Seit Jahrzehnten leiden die Anwohner unter dem ständig steigenden Verkehrsaufkommen und dem Durchgangsverkehr.“

Zwischen 17 000 und 18 000 Fahrzeuge passieren täglich die Ortsdurchfahrt. Die Umgehung werde eine erhebliche Entlastung bringen und die Verkehrssicherheit sich infolge des geringeren Verkehrsaufkommens innerorts erhöhen, zeigte sich die stellvertretende Leiterin des Staatlichen Bauamts Bamberg zuversichtlich.

Das hofft auch Bürgermeister Max Zeulner: Ihm liegt es sehr am Herzen, die Lärmbelastungen für Hochstadt und die Ortsteile sowie den Innerortsverkehr für seine Gemeinde so gering wie möglich zu halten. „Als Gemeinde werden wir uns auch dafür einsetzen, die Beeinträchtigungen und Belastungen während der Bauphase gering zu halten.“

Schlagworte