MARKTZEULN

Ein Storchennest für den Dorfladen in Marktzeuln

Ein Storchennest für den Dorfladen in Marktzeuln
Auf dem Dach des künftigen Dorfladens soll ein Storchennest errichtet werden. Foto: Karin Sträßner

In den umliegenden Gemeinden gibt es sie schon zahlreich, jetzt will auch Marktzeuln Störche ansiedeln. Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech (UBMz) erklärte in der Gemeinderatssitzung am Montagabend in der TSV-Turnhalle, dass er eine Anfrage aus der Bevölkerung erhalten habe. Und zwar soll ein Storchennest auf dem Dach des künftigen Dorfladens (Am Flecken 47) errichtet werden.

Die Abstimmungen mit dem Landesbund für Vogelschutz ergaben gute Erfolgsaussichten, dass das Nest dauerhaft angenommen werde. Eine Garantie dafür könne natürlich niemand geben. Sowohl vom Landratsamt wie auch vom Landesamt für Denkmalpflege gebe es keine Einwände. Das Gemeindeoberhaut habe bereits mit einem Dachdecker bezüglich des anfallenden Storchenkotes gesprochen. Dieser sehe keine Schwierigkeiten. Da in den umliegenden Gemeinden bereits öfters Horste installiert würden, wären die Störche eine Bereicherung und weitere Attraktion in Marktzeuln.

„Wir können den Horst doch nicht auf ein Haus bauen, in das wir so viel Geld reingesteckt haben.“
Jutta Stark, UBMz

Die Argumente für und gegen ein Storchennest wurden kontrovers diskutiert. Jutta Stark (UBMz) verwies auf die Bezirksklinik in Hochstadt, deren Dach durch den Storchenkot doch sehr verschmutzt sei. Außerdem fand sie die Auswahl des Gebäudes unpassend. „Wir können den Horst doch nicht auf ein Haus bauen, in das wir so viel Geld reingesteckt haben“, meinte sie.

Markus Pülz (CSU) verwies auf Jungstörche, die das Dach der Marktzeulner Kirche in der Vergangenheit stark verunreinigt hätten. Zudem: „Störche fressen Frösche.“ Man solle überlegen, ob man dadurch nicht die Frösche ausrotte.

Hubert Gehrlich (UBMz) glaubt, dass die im Außenbereich des künftigen Dorfcafés sitzenden Gäste nicht beeinträchtigt würden. Wenn die Feuerwehr alle zehn bis 20 Jahre das Dach abspritzen würde, fände er die Ansiedlung der Störche eine „Super-Sache“.

Aufpassen, dass die Störche den Gästen „nicht in den Kaffee kacken“

Erwin Grünbeck (CSU) würde sich auch freuen, wenn man Störche herlocken könne. Man müsse den Horst eben an einer Stelle errichten, wo draußen sitzende Gäste nicht beeinträchtigt würden. Ulrike Stark (SPD) sagte, man müsse sowieso abwarten, ob das Nest von den Störchen überhaupt angenommen werde.

Ein Storchennest für den Dorfladen in Marktzeuln
Wie hier in Schwürbitz soll künftig in Marktzeuln auf dem Dach des künftigen Dorfladens ein Storchennest errichtet werde... Foto: Karin Sträßner

Friedlein-Zech fasste zusammen, dass man sicher darauf achten müsse, dass der Storch dann nicht „in den Kaffee kacke“. Allerdings seien sich die Naturschutzbehörden einig, dass der Dorfladen ein guter Standort für Störche wäre und sehr wahrscheinlich von diesen auch angenommen würde. Er erinnerte daran, dass man sich früher über die Hinterlassenschaften der Schwalben aufregte, heute aber froh wäre, wenn noch welche da wären.

Die Materialkosten würden sich auf etwa 600 Euro belaufen, wobei eine Förderung möglich wäre. Man einigte sich darauf, die Entwicklung abzuwarten und notfalls das Nest künftig woanders zu platzieren. Der Gemeinderat beschloss letztlich mit einer Gegenstimme die Errichtung eines Storchennestes auf dem künftigen Dorfladen.

Bundestagswahl: Wahllokale und Wahlvorsteher

Außerdem war die Bundestagswahl am 26. September Thema. Innerhalb des Marktes Marktzeuln wird je ein Wahlbezirk für die Urnenwahl und ein Briefwahlbezirk für Marktzeuln mit den Ortsteilen Zettlitz und Horb am Main gebildet. Das Wahllokal befindet sich in der Aula der Grundschule in Marktzeuln.

Der Gemeinderat ernannte folgende Personen als Wahlvorsteher und Stellvertreter: Urnenwahllokal Marktzeuln (Aula der Grundschule) – Wahlvorstand Gregor Friedlein-Zech, stellvertretender Wahlvorstand Petra Niechziol; Briefwahlbezirk Marktzeuln (Rathaus Marktzeuln) – Briefwahlvorstand Erwin Grünbeck, stellvertretender Briewahlvorstand Michael Friedrich.

Ein Storchennest für den Dorfladen in Marktzeuln
Das Urnenwahllokal für die Bundestagswahl befindet sich in der Aula der Grundschule Marktzeuln. Foto: Karin Sträßner

Stefan Leikheim regte an, über ein Urnenwahllokal in Horb nachzudenken um die Dorfgemeinschaft zu stärken. Friedlein-Zech gab jedoch die Pandemie-bedingt vermutlich hohe Anzahl der Briefwähler zu bedenken. Außerdem werde dadurch mehr Personal benötigt. Man wolle jedoch abwarten, wie viele Horber Bürger noch ins Wahllokal gehen, und dann entsprechende Schlüsse für die Zukunft ziehen.

Aus dem Gemeinderat

Folgende Anfragen wurden behandelt:

• Der Zeulner Markt findet ab sofort wieder statt.

• Die Grüngutannahme ist momentan nicht geöffnet. Wenn diese wieder möglich ist, wird es bekannt gegeben.

• Markus Pülz wunderte sich, dass die Dorfladengemeinschaft eher und besser über den Termin der Fertigstellung des Dorfladens Bescheid wisse als der Gemeinderat. Die Räte seien bisher von Ende 2021 ausgegangen. In einem Schreiben der Dorfladengemeinschaft sei jedoch die Rede von einer Fertigstellung Ende des ersten Quartals 2022. Das Gemeindeoberhaupt meinte, dass die Terminierung momentan etwas schwammig sei und man deshalb den Termin nach hinten verschoben habe.

• Stefan Leikheim wollte wissen, warum ein Bauzaun an den Bahnschienen Richtung Burgstall aufgestellt worden sei. Dieser diene dem Schutz der landwirtschaftlichen Flächen vor Schäden durch Baufahrzeuge.

Der Bauausschuss hat im Rahmen der Gebäudesanierung Am Flecken 47 folgende Vergaben beschlossen:

• Estricharbeiten: Firma Warkuss GmbH, Marktredwitz; Auftragssumme 49 806 Euro einschließlich 19 Prozent Mehrwertsteuer.

• Putzfassadenarbeiten: Firma Hofmann, Königsfeld; Auftragssumme 58 070 Euro.

• Trockenbauarbeiten: Firma Wittig & Paulfranz GmbH & Co. KG, Rödental; Auftragssumme 97 907 Euro.

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