MARKTGRAITZ

Diakone als Brückenbauer zu Gott: Ausstellung zum Jubiläum

Diakone als Brückenbauer zu Gott: Ausstellung zum Jubiläum
Einen Gottesdienst zum 50-jährigen Bestehen des Ständigen Diakonats im Erzbistum Bamberg feierten Diakon Rainer Daum (li.) und Dekan Lars Rebhan in Marktgraitz. Foto: Roland Dietz

Seit fünf Jahrzehnten verkünden Diakone das Wort Gottes im Erzbistum Bamberg. Die Ausstellung „50 Jahre Ständiges Diakonat im Erzbistum Bamberg“ in der Kirche „Zur heiligsten Dreifaltigkeit in Marktgraitz wurde am Sonntag mit einem Festgottesdienst eröffnet. Sie beschreibt die Aufgaben eines Diakons und entwirft Zukunftsperspektiven für dieses wichtige Amt.

Zurzeit wird in der katholischen Kirche über die Öffnung des Ständigen Diakonats auch für Frauen diskutiert. Ein Grund mehr, sich über dieses Amt zu informieren und sich damit auseinanderzusetzen. Dazu wurden im Seelsorgebereich Lichtenfels-Obermain Gottesdienste mit Diakon Rainer Daum vom Seelsorgebereich Obermain-Jura gehalten. So auch in Marktgraitz,

Von der Elektrobranche in die Verkündigung

„Jeder ist und war wichtig, um Wege zu Gott zu finden und seine Botschaft zu verkünden“ beschrieb Dekan Lars Rebhan die Bedeutung der Diakone. Den Gottesdienst zelebrierte er zusammen mit Diakon Rainer Daum aus Kulmbach. Daum war zunächst in Kulmbach neben seinem Beruf in der Elektrobranche als ziviler Diakon tätig, bevor er 2015 von Erzbischof Ludwig Schick zum hauptberuflichen Diakon geweiht wurde. Er ist verheiratet und hat Kinder und Enkel. Er verspreche sich viel vom synodalen Weg mit Reformen, sagte Daum. „Ich wünsche mir, dass Laien und im Besonderen Frauen stärker in die Arbeit in der Kirche einbezogen werden“, betonte er. Um darüber zu diskutieren, sei es wichtig, sich zu informieren und sich mit diesem Amt auseinanderzusetzen.

Diakone als Brückenbauer zu Gott: Ausstellung zum Jubiläum
Diakone aus dem Erzbistum Bamberg 2019 mit den heimischen Diakonen Michael Reubel (vorne, 3. v. li.), dahinter mit Brill... Foto: Roland Dietz

Das Amt des Diakons sei das älteste Berufsbild in der Kirche, denn schon die Apostel waren dazu berufen. Bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil gab es den Diakon nur als „Durchgangsstufe“ auf dem Weg zum Priestertum. Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) wurde es wieder zum eigenständigen und dauerhaften Amt (Ständiger Diakonat). Fünf Jahre nach Ende des Konzils wurde dieses Amt im Erzbistum Bamberg eingeführt.

„Besonders wichtig ist mir die Kommunikation mit Menschen, egal welche Glaubensrichtung sie vertreten.“
Rainer Daum, Diakon

Die Aufgaben sind sehr vielschichtig: Neben dem Predigen, um Gottes Wort in Gottesdiensten zu verkünden, kommen die Kommunion- und Firmvorbereitung junger Christen oder Besuche bei älteren Menschen dazu. „Besonders wichtig ist mir die Kommunikation mit Menschen, egal welche Glaubensrichtung sie vertreten“, betonte Reiner Daum. Dabei sollte der Kontakt zur gesamten Gemeinde möglich sein. Ein Vorteil des Diakons sei es, dass er das gesellschaftliche und das Familienleben kenne. „Ich sehe Diakone als Brückenbauer zu Gott und seiner christlichen Botschaft“, erklärte Rainer Daum. Jeder Christ sei diakonisch und sollte dies in seinen Alltag tragen und dem Glauben so ein Gesicht geben.

Diakone als Brückenbauer zu Gott: Ausstellung zum Jubiläum
Philipp Herrmann war der erste verheiratete Mann mit Zivilberuf, der von Erzbischof Josef Schneider zum Ständigen Diakon... Foto: Roland Dietz

Erzbischof Ludwig Schick bezeichnete das Jubiläum 50 Jahre Ständiges Diakonat im Erzbistum als „wichtige Gabe an die Kirche im 20. Jahrhundert und für alle Zukunft“, wie in der Ausstellung zu sehen ist. Der Schatz des Ständigen Diakonats, den es in der Urkirche schon gab, sei im Laufe der Geschichte verloren gegangen durch eine fortschreitende Konzentration aller Dienste bei den Bischöfen und Priestern. Dadurch sei viel Wertvolles in der Kirche verdrängt worden, bis es wieder eingeführt wurde.

Drei Diakone sind im Dekanat Coburg tätig

Zurzeit sind 54 Ständige Diakone im Erzbistum Bamberg tätig, davon 19 im Hauptberuf und acht mit Zivilberuf. Das bedeutet, sie üben ihre diakonische Tätigkeit neben einem anderen Hauptberuf aus. 20 Diakone mit Hauptberuf und sieben mit Zivilberuf sind im Ruhestand, elf weitere befinden sich in der Ausbildung. Im Dekanat Coburg sind mit Rainer Daum, Konrad Funk und Michael Reubel drei Diakone tätig, sagte Dekan Lars Rebhan. In Mainroth hilft der im Ruhestand befindliche Herbert Mayer immer noch gerne aus. Am 30. März 1970 wurde in Nürnberg mit Philipp Herrmann der erste verheiratete Mann mit Zivilberuf von Erzbischof Josef Schneider zum Ständigen Diakon geweiht. Coronabedingt wurden die für 2020 geplanten Jubiläumsveranstaltungen verschoben.

 

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