MARKTGRAITZ

Das ZDF sendet am Sonntag live aus Marktgraitz

Das ZDF sendet am Sonntag live aus Marktgraitz
Pfarrer Lars Rebhan mit dem Bild von Georg Partheymüller vom Kirchenbrand 1958, der thematisch im TV-Gottesdienst erwähnt wird. Foto: Roland Dietz

Die letzten Vorbereitungen zu einem außergewöhnliches Event wurden in den vergangenen Tagen in Marktgraitz auf den Weg gebracht worden. Der sehr speziellen Grund: Der allwöchentliche am Sonntag übertragene ZDF-Livegottesdienst findet am 31. Juli um 9.30 Uhr in der Marktgraitzer Pfarrkirche „Zur Heiligen Dreifaltigkeit“ statt.

Die Übertragungen der Gottesdienste gehören zu den ältesten Sendungen im deutschen Fernsehen und werden regelmäßig von rund 800.000 Zuschauern verfolgt. Sie finden in den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands statt, werden aber auch aus Österreich übertragen – und ein bis zweimal im Jahr aus deutschen Gemeinden in anderen Ländern.

„Es ist alles etwas anders. Aber gerade das

macht es doch spannend!“

Laurenz Partheymüller, Oberministrant

Und nun kommt das Ganze aus Marktgraitz. Deshalb herrscht natürlich große Vorfreude in der Marktgemeinde. „Es ist alles etwas anders. Aber gerade das macht es doch spannend“, sagt Oberministrant Laurenz Partheymüller.

Oft muss auch Pfarrer und Dekan Lars Rebhan, wie im Gespräch mit dieser Redaktion, erklären, warum das so ist. Die für Gottesdienste zuständige Gremien des ZDF würden an die evangelischen und katholischen Bistümer wenden, die dann Kirchen vorschlagen, in denen ein Gottesdienst dieser Art möglich sein könntee. Bereits 2019 habe das Erzbistum Bamberg in Marktgraitz angefragt, ob dies möglich sei.

Nach Gesprächen mit den Mainzer Fernsehmachern habe die Kirchenverwaltung ihr Okay für eine mögliche Übertragung gegeben. Doch Corona habe einen Strich durch die Rechnung. gemacht.

Schon weiter mit der Erörterung eines Gottesdienstes im „Graatzer Gotteshaus“ seien die Verantwortlichen im Jahr 2021 gewesen, berichtet Rebhan. Aber wieder sei er wegen der Pandemie nicht möglich gewesen.

Im dritten Anlauf sollte es doch klappen

Und nun komme es zum dritten Anlauf. Jetzt werde doch hoffentlich alles klappen, so der Dekan.

Die Gesprächen mit den Mitarbeitern der ZDF-Raktion seien sehr positiv verlaufen. Nun seien die Planungen soweit fortgeschritten, dass man in den Startlöchern stehe, erläutert der Marktgraitzer Pfarrer.

In der Vorbereitung seien einige Fragen zur Umsetzung aufgetaucht, an welche man nicht gleich gedacht habe. Zum Beipiel: Wie kommen die Übertragungswagen und die Lastwagen mit dem Equipment von 18 Metern Länge auf den Marktplatz. Dies sei natürlich über die Gasse bei der ehemaligen Bäckerei ebenso nicht möglich wie unter der Hausunterführung nach der ehemaligen Schule hindurch. Deshalb komme nur die Gasse „Am Berg“ für die Zufahrt in Frage.

Wie können die Kameras am besten positionierten werden? Eine weitere Frage, die sich stellte. Auf der einen Seite der Empore müssen die Bänke ausgebaut werden, damit eine Kamera hin- und herfahren kann.

Das ZDF sendet am Sonntag live aus Marktgraitz
Der Flyer zum TV- Gottesdienst am Sonntag, 31. Juli, in Marktgraitz Foto: Repro: Roland Dietz

Dann waren und sind auch Schulungen für den Telefondienst nach dem Gottesdienst erforderlich, der von den Mitgliedern der Pfarrgemeinde übernommen wird. Benötigt werden laur Rebhan auch sechs Mitarbeiter, die beim technischen Teil wie Kabeltransport, Aufbau und ähnlichem mit anpacken müssen. Auch würden extra Stromaggregate im Bereich Friedhof zum Einsatz kommen.

Planungen sind zu 95 Prozent fortgeschritten

In sich seien die Planungen zu 95 Prozent abgeschlossen, sagt der Geistliche erfreut. Es gebe die ganz klare Regelung, dass der Gottesdienst in 44 Minuten und 30 Sekunden ablaufen müsse. Das Thema „Gut versichert mit Gott“ habe mit der Vergänglichkeit des Lebens und der damit auftretenden Unwägbarkeiten des Alltags zu tun. Dabei würden auch lokale Begebenheiten angesprochen, erklärt Lars Rebhan. Zum Beispiel werde er auf den Kirchenbrand in Marktzgraitz von 1958 eingehen. Das fränkische Marienlied „Oh himmlische Frau Königin“ passe dazu bestens.

Steffi Herrgesell mit dem Kirchenchor und Fabian Brand an der Orgel übernähmen die Ausgestaltung. Diese sei auf den liturgischen Gottesdienst-Ablauf zugeschnitten. Es werde ein regelrechtes Drehbuch entstehen. Die Abläufe würden vorher intensiv geprobt mit Stell- und Sprechproben sowie dem liturgischen Ablauf.

Am Samstag komme es zu einer Vor-aufzeichnung. Am Sonntag werde dann außer einer Begrüßung und der Meditation zur Kommunion-Austeilung alles live gesendet werden.

„Die meisten sind schon sehr stolz, dass dieser Gottesdienst aus Marktgraitz übertragen wird“, sagt Lars Rebhan. Denn der Gottesdienst habe ja auch den Sinn, einen Dienst an Menschen zu tun, die nicht eine Kirche kommen können.

Los geht' s um 9.30 Uhr, aber bis 9 Uhr müssen Plätze eingenommen werden

Der Gottesdienst beginnt am Sonntag um 9.30 Uhr. Teilnahme ist ohne Beschränkungen möglich. Jedoch muss jeder bis 9 Uhr seinen Platz eingenommen haben.

„Lassen Sie uns gemeinsam diesen Gottesdienst feiern!“ so der Aufruf von Dekan Lars Rebhan.

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