REDWITZ

Redwitz: Das Wegkreuz ist verschwunden - schon wieder

So hat das Kreuz nach der Restaurierung im Herbst 2020 ausgesehen. Foto: Cornelia Kreutner

Cornelia Kreutner ist fassungslos. 2016 hatte sie mit ihren Eltern ein 150 Jahre altes Wegkreuz restaurieren und im Redwitzer Biotop aufstellen lassen. Im August 2020 war das Denkmal im Wert von etwa 2000 Euro mutwillig abgebrochen worden. Sie hat den Schaden beseitigen lassen – im Herbst stand es wieder an seinem Platz. Und nun ist es weg.

Fast zwei Meter hoch war das gusseiserne Kreuz gewesen, ursprünglich mit einer Rosette mit der Aufschrift „Gelobt sei Jesus Christus“ versehen und auf einem Findling befestigt. Die Familie Kreutner hatte es als Zeichen der Dankbarkeit aufgestellt: Die Eltern von Cornelia Kreutner hatten damals goldene Hochzeit gefeiert, sie selbst war 50 Jahre alt geworden, und sie lebten zu dem Zeitpunkt seit 30 Jahren in Redwitz. So hatten sie für die Einwohner einen Ort zum Innehalten und zur Besinnung schaffen wollen, nicht nur mit dem Kreuz, sondern auch mit ein paar Findlingen und einem Baum als Schattenspender.

Ist das Kreuz gestohlen oder in die Rodach geworfen worden?

Am 4. August 2020 dann war es abgebrochen worden. Es lag neben dem Stumpf im Gras; die Rosette mit der Aufschrift war verschwunden. Cornelia Kreutner hat es wieder aufstellen lassen, wenn auch ohne das Emblem. Und nun dieser erneute Vandalismus. Dieses Mal ist das Kreuz ganz weg. Nur der Stumpf, abgebrochen über der im Herbst angebrachten Halterung, steht noch. Passiert ist es wohl am späten Sonntagnachmittag: Sie hat gehört, dass das Kreuz gegen 17 Uhr noch an seinem Platz gestanden haben soll – eine Stunde später wohl schon nicht mehr.

Jetzt steht nur noch der Stumpf: Das Kreuz ist verschwunden. Foto: Cornelia Kreutner

„Ich glaube, dass man es mitgenommen hat, um es weiterzuverkaufen“, vermutet Cornelia Kreutner. Oder hat es jemand in die nahe Rodach geworfen? Dann könnte es höchstens noch gefunden werden, wenn im Sommer der Wasserstand niedrig ist. Aber die Redwitzerin hat nur noch wenig Hoffnung.

Die Stifterin fühlt Wut, Verzweiflung und Resignation. „Da macht man etwas Gutes als Privatfamilie und wird bestraft“, sagt sie bitter. „Das war's dann halt mit dem Kreuz in Redwitz.“ Sollte es wider Erwarten doch wieder auftauchen, so überlegt sie, es bei sich im Garten aufzustellen. Im Biotop soll der Stumpf stehen bleiben. Als Mahnmal sozusagen. Momentan hängt dort ein Plakat mit der Bitte um Rückgabe oder zumindest Hinweise.

Auch die Polizei sucht Zeugen des Diebstahls: Wer einen Hinweis geben kann, möge sich unter Tel. (09571) 95200 mit der Polizeiinspektion Lichtenfels in Verbindung setzen.

 

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