SCHWÜRBITZ

Das Ehrenamt als Basis der Demokratie

Ehrungen bei der Schwürbitzer CSU (v. li.): Uwe Ehrsam, Bürgermeister Jochen Weber, 1. Vorsitzender Daniel Richter, Hans Fischer, Alfons Dümlein, Elmar Dümlein, Jürgen Widenka, 2. Vorsitzender Michael Stettner, Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner und Carlo Scheidt. Foto: Stefan Motschenbacher

Genau 75 Personen feierten das 75-jährige Bestehen des CSU-Ortsverbands Schwürbitz am vergangenen Wochenende. Der 1. Vorsitzende Daniel Richter hatte mit seinem Vorstand und dem Festausschuss ein kurzweiliges Programm ausgearbeitet und ehrte langjährige Mitglieder.

Ein stilles Gedenken galt dem verstorbenen Bürgermeister Dirk Rosenbauer sowie den verstorbenen Mitgliedern des Ortsverbandes. Vorsitzender Daniel Richter beeindruckte mit einer kraftvollen Begrüßungsrede, in der er das Ehrenamt in den Mittelpunkt rückte. Er bat die Verantwortlichen in der Politik, ehrenamtliches Engagement zu fördern und bürokratische Hürden abzubauen. „Es gibt Menschen, die wünschen sich Engagement, es gibt Menschen, die zeigen Engagement, und es gibt Menschen, die sind Engagement“, sagte er. Erfreulicherweise gebe es in Schwürbitz noch viele Menschen, die Verantwortung übernehmen und sich für ihren Verein und die Öffentlichkeit stark machten. Er habe die Hoffnung, dass es nach der Corona-Krise wieder ein starkes Vereins- und Kulturleben, nicht nur in Schwürbitz, gebe.

Bürgermeister Jochen Weber lobte den Vorstand für die gut organisierte Veranstaltung. Stellvertretender Landrat Helmut Fischer würdigte den Zusammenhalt in Schwürbitz über Vereins- und Parteigrenzen hinweg. Alle Gremien in den einzelnen Ämtern und Verbänden würden gebraucht. Ebenso die Personen vor Ort, die mitmachen und aktiv bleiben.

Chronist Horst Habermann blickte auf die Gründerjahre und Gründer zurück und hatte so manches Wahlergebnis, teilweise sogar mit genauer Stimmenanzahl, parat. Stefan Motschenbacher blätterte als Schriftführer im Protokollbuch. Zahlreiche bekannte Personen wurden in den vergangenen Jahrzehnten unterstützt, viele Positionen mit der Gunst des Schwürbitzer Ortsverbandes besetzt und so manche Schlacht ausgefochten. Besonders hob er hervor, wie der damalige Bundesminister Karl-Theodor zu Guttenberg sich 2009 in Oberbrunn durch die Menschenmassen kämpfte, um kurz vor der Bühne einem einzigen Mann, Georg Vogel jr. aus Schwürbitz, die Hand zu reichen und auf die Bühne zu springen.

Die Interessen der Wähler vertreten, nicht die eigenen

Höhepunkt des Abends war die ambitionierte Rede von Bundestagskandidatin Emmi Zeulner. Falsche Doktortitel, Maskenaffären und Plagiate in Büchern, hätten parteiübergreifend Vertrauen zerstört, sagte die junge Politikerin, die sich zum dritten Mal als Direktkandidatin für den Bundestag bewirbt.„Wir sind Interessenvertreter, allerdings nicht unserer eigenen Interessen, sondern wir vertreten die Interessen der Wähler und des Allgemeinwohls.“

Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner hielt ein Plädoyer für die Heimat und ihren Wahlkreis. Foto: Stefan Motschenbacher

Für ihren relativ großen Wahlkreis der vom Frankenwald bis in den Bamberger Landkreis reicht, müsse gekämpft werden. „Der ländliche Raum darf nicht abgehängt werden, weder vom öffentlichen Nah- und Fernverkehr, noch in der Industrie, der Pflege und dem Handel in Stadt und Land.“ Sie berichtete davon, dass die Region Kulmbach als europäisches Zentrum für Lebensmittelsicherheit zu etablieren sei, Lichtenfels zum Hochschulstandort für Pflege und Gesundheit auszubauen und der Automobilstandort für die Region Bamberg zukunftsfest sein müsse. „Wir stehen auch für grüne Politik, die am Obermain für die Industrie, für die Natur, den Tourismus aber auch für die Land- und Forstwirtschaft zu machen ist“, so Emmi Zeulner. Sie zählte regionale Projekte auf, wie die Finanzierung der B 173, den Umbau der Pflegearbeit bei den Pflegebedürftigen zu Hause, die Firmenförderung Oberfrankens, die Sanierung des Weismainer Rathauses, die Bezuschußung des Fränkischen Theatersommers und den Ausbau von Stromtrassen.

Neue Generation – andere Zeiten. Der Vositzende des SPD-Ortsvereins Peter Fack mit dem Vorsitzenden des CSU-Ortsverbande... Foto: Stefan Motschenbacher

Sogar der SPD-Vorsitzende Peter Fack gratuliert

Der Michelauer CSU-Vorsitzende Jochen Weber überreichte ein Gastgeschenk, ebenso wie Klaus Krügl vom CSU-Ortsverband Neuensee. Sogar der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Schwürbitz Peter Fack gratulierte mit einem Gastgeschenk und wünschte sich konstruktive Zusammenarbeit. Der Abend klang gemütlich aus und die Junge Union unter der Führung von Michael Stettner sowie Patrick Lindner, der für die hervorragende Küche verantwortlich zeichnete, versorgten die Gäste.

Ehrungen

Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner, Bürgermeister Jochen Weber sowie die Vorsitzenden Daniel Richter und Michael Stettner ehrten langjähriger Mitglieder. Für 65 Jahre Treue wurde Alfons Dümlein ausgezeichnet. Für 55-jährige Mitgliedschaft Elmar Dümlein. 35 Jahre Mitglied ist Jürgen Widenka. 30 Jahre sind Hans Fischer, Carlo Scheidt und Stefan Motschenbacher dabei. 15 Jahre Mitglied ist Uwe Ehrsam.
 

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