MICHELAU

CS Trans will in Michelau bauen

Nach aktuellem Stand der Planung könnten die Logistikhallen, die CS Trans in Michelau bauen möchte, so aussehen. Dies kann sich allerdings noch ändern, da zum Beispiel die Ergebnisse eines Bodengutachtens noch ausstehen. Auch einige andere Einflussfaktoren wie etwa die Nutzungsmö... Foto: Strukturdesign/Reinhard Blechschmidt

Seit Monaten war das Projekt vorbereitet worden, nun ist offiziell: Das Logistikunternehmen CS Trans will seine Neubaupläne in Grundfeld aufgeben und nach Michelau ziehen. Dies bestätigte Norbert Eiser, geschäftsführender Beamter der Gemeinde, dem Obermain-Tagblatt. Der Firmeninhaber Christian Schad selbst wollte sich nicht zu seinen Plänen äußern.

In der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend war das Thema auf die Tagesordnung gesetzt worden, weil noch die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Gewerbeansiedlung geschaffen werden mussten. Konkret geht es um den Bebauungsplan „Am Bahnhof“. Wie Reinhard Blechschmidt vom Planungsbüro Strukturdesign in Lichtenfels auf Nachfrage erklärt, beabsichtigt CS Trans, auf einem 4,5 Hektar großen Areal hinter der Firma Andreas Schardt KG zwei Hallen zu bauen: die erste 10 000 Quadratmeter groß.

Für die zweite, die in einem zweiten Bauabschnitt folgen soll, werden momentan etwa 9000 Quadratmeter geplant. Das kann sich aber noch ändern: Momentan werden noch Einflussfaktoren wie die Nutzungsmöglichkeit eines Bahngrundstücks und Erdverkabelung der 20-Kilovolt-Freileitung geklärt. Auch stehen die Ergebnisse eines Bodengutachtens noch aus.

Keine zu steile Rampe für die Zufahrt zur Bahnhofstraße

Für die Gemeinde ist es positiv, dass das gesamte Gelände von einem Unternehmen erworben wird, erklärte Eiser: Wenn sich stattdessen mehrere kleinere Betriebe ansiedeln würden, hätte es eine größere Erschließung gebraucht. Entsprechend war bisher auch eine 400 Meter lange Straße geplant. Diese wird nun auf 110 Meter verkürzt.

Die Zufahrt soll über den alten Weg, den die Schardt KG nutzt, führen. SPD-Fraktionsvorsitzende Simone Naumann regte dazu an, die Straße langsam Richtung Bahnhofstraße ansteigen zu lassen. Wird erst am Schluss der Höhenunterschied zwischen dem Gelände und der Bahnhofstraße mittels einer Rampe überwunden, könnte dies zu mehr Lärmbelästigung für die Anwohner führen, wenn die Lasterfahrer beim Anfahren mehr Gas geben müssen. Eine Anregung, die Blechschmidt so weit möglich berücksichtigen will.

Dritter Bürgermeister Hubert Robisch (SPD) fragte nach, ob ein Lärmschutz für die Anwohner geplant sei. Erster Bürgermeister Dirk Rosenbauer (CSU) verwies darauf, dass die Straße gleich nach links von den Häusern wegführt.

CS Trans will schon seit zwei Jahren neu bauen

Ansonsten wird an den Festsetzungen des Bebauungsplans wenig geändert. Das Gebiet ist seit 30 Jahren als Gewerbegebiet vorgesehen. Dementsprechend genehmigte der Gemeinderat in seiner Sitzung sowohl den Bebauungsplanänderungsbeschluss als auch das vereinfachte Bebauungsplanänderungsverfahren einstimmig. Als nächstes werden die Träger öffentlicher Belange und die Anwohner beteiligt. Sie werden informiert und können ihre Eingaben machen, die entsprechend im weiteren Verlauf des Genehmigungsverfahrens berücksichtigt werden.

Was in der Gemeinde Michelau seit Monaten vorbereitet wurde, wird für viele überraschend kommen. Zwei Jahre lang hatte der Grundfelder Logistiker darum gekämpft, an seinem angestammten Standort neu bauen zu dürfen. Die dort angemieteten Hallen sind marode, zugesicherte Sanierungen ausgeblieben. CS Trans hätte die Gebäude samt der umliegenden Flächen auch gekauft. Das lehnte die Vermieterin lange ab. Als Ausweg erschien der Neubau auf einer bis dahin landwirtschaftlich genutzten Fläche an der Straße von Grundfeld nach Lichtenfels.

Bad Staffelsteiner Stadtrat hat noch keine Entscheidung gefällt

Auf diesem Grundstück zwischen Fahrradweg und Bahngleisen plant CS Trans aus Grundfeld einen Neubau. Foto: Annette Körber

Das aber stieß auf die Gegenwehr einiger Anwohner, die zusammen mit Bund Naturschutz und Bayerischem Bauernverband eine Bürgerinitiative gründeten und einen Bürgerentscheid durchsetzten. Der Streit war hitzig und spaltete das Dorf. Letztlich gewann der Unternehmer. Der Stadtrat Bad Staffelstein hat in seiner Junisitzung die Entscheidung über die vorhabensbezogene Bauleitplanung und den Vorentwurf des Neubaus aber trotzdem vertagt, weil dieser sich von den Plänen unterschied, über die im Bürgerentscheid abgestimmt worden war. In dieser Sitzung informierte zudem Bürgermeister Jürgen Kohmann darüber, dass die Vermieterin ihm gegenüber nun doch Verkaufsbereitschaft signalisiert habe.

Im August kam dann die Nachricht, dass sich auch der Landesdenkmalrat gegen das Projekt in Grundfeld ausgesprochen hat. Einen Monat später nahm Schad Kontakt mit der Gemeinde Michelau auf.

Aus dem Gemeinderat

In der nichtöffentlichen Oktobersitzung wurde beschlossen:

• Die Gemeinde übernimmt für die evangelische Kirchengemeinde die Defizite von Kindergarten Sophienheim, Kinderkrippe Haus Regenbogen und Hort in Höhe von 45 800 Euro sowie von der Offenen Ganztagsschule in Höhe von 17 300 Euro für das Schuljahr 2019/20 und in Höhe von wahrscheinlich 25 000 Euro im laufenden Jahr.

• Für die Beseitigung von Baumängeln bei der Kinderkrippe Haus Regenbogen, die rund 18 000 Euro kosten, erhält die Evangelische Kirchengemeinde einen Zuschuss in Höhe von 9000 Euro.

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