SCHWÜRBITZ

Blaskapelle: Aus vollem Kalender wird leeres Notizbuch

Blaskapelle: Aus vollem Kalender wird leeres Notizbuch
Bei der Jahresversammlung wurden langjährig aktive Musiker ausgezeichnet: (v. li.) Vorsitzender Oswald Kremer, Wolfgang Knippert, Thomas Ament, Julia Stettner, Silke Schulz, Markus Heid und Kreisvorsitzender Horst Sünkel. Foto: Stefan Motschenbacher

Jüngst fand anstelle einer Orchesterprobe die Jahreshauptversammlung der Blaskapelle Schwürbitz statt. Erstmals im Spätsommer und erstmals in der 64-jährigen Vereinsgeschichte im Freien. Die Versammlung war sehr gut besucht, die 33 aktiven Musiker erschienen in Uniform.

Vorsitzender Oswald Kremer berichtetet vom stimmungsvollen Weihnachtskonzert 2019 und der intensiven Vorbereitung auf das Osterkonzert 2020. Aus dem vollen Terminkalender im vergangenen Jahr sei ein leeres Notizbuch geworden.

Seit dem ersten Lockdown bis jetzt habe nicht ein öffentlicher Auftritt stattgefunden. Sogar der kürzlich noch heiß ersehnte Open-Air-Auftritt auf der Bad Staffelsteiner Seebühne sei kurzfristig abgesagt worden.

„Musik am Fenster“ kann aktives Blaskapellen-Leben nicht ersetzen

Ende des vergangenen Jahres habe der Nordbayerische Musikbund die Idee aufgebracht, wenigstens die Nachbarschaft zu erfreuen und „Musik am Fenster“ zu machen - in der Lichter strahlenden Weihnachtszeit ganz stimmungsvoll. Jedoch könnten solche gut gemeinten Aktionen noch lange kein aktives Blaskapellen-Leben ersetzen, betonte Kremer.

Blaskapelle: Aus vollem Kalender wird leeres Notizbuch
Vorsitzender Oswald Kremer (li.) mit den neue aktiven Mitglieder Peter König, Leon Mitlacher, Louis König (D2), Hannah H... Foto: Stefan Motschenbacher

Auch Geburtstage und Jubiläen hätten nicht „begleitet“ werden können. Besonders die Absage der Ständerla anlässlich des 80. Geburtstags von Gönner Alois Dechant, zur goldenen Hochzeit der beiden Förderer Ute und Karl Nemmert sowie zum runden Geburtstag von Ehrengeschäftsführer Alois Thiem hätten geschmerzt.

„Virtuelles Osterkonzert“ ein absolutes „Highlight“

Anstelle der stimmungsvollen Weihnachtsfeier spendierte die Vorstandschaft allen aktiven Mitgliedern, von denen dankenswerter Weise fast alle der Blaskapelle treu geblieben sien, einen kulinarischen Weihnachtsgruß. „Alle haben sich über diese unerwartete Geste sehr gefreut“, ist sich der Vorsitzende sicher.

Im Frühjahr begeisterte Dirigent Michael Stettner laut Oswald Kremer viele der Aktiven mit der Idee eines „virtuellen Osterkonzertes“. Mit dieser Aktion sei zumindest im heimischen Wohnzimmer wieder für Probenarbeit gesorgt worden.

Und mit Unterstützung des Filmteams um Lisa Motschenbacher sei ein gelungenes Werk geschaffen worden, welches dann am Ostersonntag zur besten Konzertzeit in vielen Häusern für festliche und anrührende Stimmung ge sorgt habe.

In seiner Aussicht auf das nächste Jahr konnte Oswald Kremer noch keine Hoffnung verbreiten auf Rückkehr zur Normalität. Durch viele Vorschriften hätten die Veranstalter kaum Lust und Muße eine Blaskapelle zu bestellen und ein traditionelles Fest zu organisieren.

„Es ist schade, dass unsere Spitzenpolitiker beim Profisport so schnell so viel wieder ermöglichten, doch bei kulturellen Veranstaltungen auf der Bremse stehen. Naja, hinter uns steckt ja auch keine milliardenschwere Lobby.“

Nur kurzer Rückblick des Dirigenten Michael Stettner

Kremer bedankte sich aber auch bei der Staatsregierung für die finanzielle Zuwendung, durch die es möglich gewesen sei, ein dringend benötigtes, neues Schlagzeug und neue Noten anzuschaffen. Er dankte auch den Partnern und Eltern der aktiven Musiker für ihr Verständnis.

Wenn auch nur wenig Termine anstanden, habe in den vergangenen Monaten zumindest wieder einigermaßen geprobt werden können. Dank galt auch der katholischen Kirche für den Probenraum und der Familie Fleischmann für die Lagermöglichkeit.

Blaskapelle: Aus vollem Kalender wird leeres Notizbuch
Die erste Freiluft-Jahreshauptversammlung in 64 Jahren Vereinsgeschichte. Foto: Stefan Motschenbacher

Julia Stettner blickte zurück auf die letzte „normale“ Generalversammlung und verlas das damals erstellte Protokoll. Der Bericht des Dirigenten Michael Stettner fiel kurz aus. Bis auf ein Ständchen, dem virtuellen Weihnachtsgruß und dem immerhin 40-minütigem Osterkonzert auf „youtube“ gab es keine Auftritte. Seit Juni 2021 seien wieder Proben möglich, meist im Freien. Und man hätte gerne auf der „Schwörbetze Kerwa“ gespielt. Alles Hoffen habe nichts gebracht.

Stand von 33 Aktiven zum Glück gehalten

Musiker-Zu- und Abgänge hielten sich zum Glück die Waage, so dass man den Stand von 33 Aktiven halten konnte. Michael Stettner begrüßte offiziell Peter König, Hannah Hofmann, Leon Mitlacher und Emma Kirchler als aktive Mitglieder in der Kapelle. Das Leistungsabzeichen in Silber habe Jungmusiker Louis König abgelegt. Des Dirigenten Dank ging an seine Kollegen im Vorstand, die Aktiven und die Mitglieder für ihre Treue.

„Es ist schade, dass

unsere Spitzenpolitiker beim Profisport so schnell so viel wieder ermöglichten, doch bei kulturellen Veranstaltungen auf der Bremse stehen.“

Oswald Kremer, Vorsitzender

Sebastian Stettner berichtete als Jugendleiter von den vielen Plänen, die die Jugend ausgearbeitet, und von Veranstaltungen, welche sich die jungen Musiker gewünscht hätten. Leider habe nichts umgesetzt werden – durch diese schlimme Situation.

Geschäftsführer Markus Heid berichtete „natürlich“ von weggebrochenen Einnahmen. „Zum Glück haben wir keine Liegenschaften, die zu unterhalten wären.“, so der Geschäftsführer. Der Kassenbestand habe durch Mitgliedsbeiträge und Spenden knapp gehalten werden können.

Ehrungen

Der Kreisvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, Horst Sünkel, zeichnete mit Vorsitzendem Oswald Kremer mit Nadel und Urkunde folgende Musikanten aus:

• zehn Jahre: Ina Hennemann und Lisa Hammel

• 20 Jahre: Julia Stettner (zehn Jahre im Vorstand)

• 30 Jahre: Silke Schulz

• 40 Jahre: Thomas Ament und Wolfgang Knippert

• 25 Jahre im Vorstand: Markus Heid

 

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