REDWITZ/UNTERLANGENSTADT

Wahl Redwitz: Die Liebe zur Gemeinde an 1000 Türen bewiesen

Vor der Stichwahl um das Bürgermeisteramt in Redwitz am Sonntag, 29. März, steigt die Spannung. Um den Lesern die Qual der Wahl zu erleichtern, veröffentlicht das Obermain-Tagblatt die Porträts der Kandidaten nochmals. Hier das von Christian Zorn (CSU), der im ersten Wahlgang mit 39,9 Prozent der Stimmen hauchdünn vor Jürgen Gäbelein (UBR, 39,1 Prozent) lag.

Transparent und nachvollziehbar müsse sie sein. Wenn Christian Zorn (CSU) von der Kommunalpolitik spricht, stehen die Bürger im Mittelpunkt. „Sie wird mit den Menschen vor Ort gemacht. Der Bürgermeister-Kandidat des CSU-Ortsverbandes Redwitz-Unterlangenstadt hat einige Ideen, wie er sie enger einbinden kann. Der 40-Jährige nennt zwei Beispiele: Er würde als neues Gemeindeoberhaupt einen Rat der Vereine installieren, um sie näher an die Politik zu bringen und den Austausch zu fördern. Und er stellt sich neben den üblichen Ausschüssen des Gemeinderats noch einen besonderen vor, einen Zukunftsausschuss. In dem könnten sich Bürger fortlaufend einbringen, Ideen und Visionen entwickeln, ohne am Tagesgeschäft beteiligt zu sein.

„Eine Rede vor 3000 Leuten, das ist schon eine andere Hausnummer!“
Christian Zorn schwärmt von seiner Erfahrung im Landtagswahlkampf

Dass er es mit der Bürgernähe ernst meint, zeigt schon seine Aktion „1000 Türen für 1000 Meter“. Zorn lebt seit mehr als 20 Jahren in Unterlangenstadt, wo er voll integriert ist und sich seit vielen Jahren politisch für Gesamt-Redwitz engagiert. In dem Bewusstsein, kein gebürtiger Redwitzer zu sein, und mit dem Ziel, den Menschen zu zeigen, dass weder der Wohnort noch gar eine Ortsstraße etwas über die Qualifikation eines Bürgermeisters aussagt, kam ihm die Idee zu dieser Aktion. Denn der Hauptort liegt in Sichtweite rund 1000 Meter entfernt, die Gemeinde hat insgesamt rund 1000 Wohngebäude. Daraus entsteht der obige Slogan. „Ich dachte mir: Für jeden Meter Weg besuche ich eine Haustür.“ Inzwischen hat sich der CSU-Bürgermeister-Kandidat schon 990-mal persönlich vorgestellt; die Aktion steht kurz vor dem Abschluss. Jetzt kennt ihn fast jeder Gemeindebürger. Und zwar nicht nur vom Foto her, sondern konnte sich selbst ein Bild vom Kandidaten machen. Diese Begegnungen seien gut angekommen, sagt der 40-Jährige. Und er habe viele neue Menschen kennen gelernt.

Wie ist der Unternehmer zur Kommunalpolitik gekommen? Als einschneidendes Erlebnis bezeichnet er die Bundestagswahlen 2002, als Edmund Stoiber (CSU) und Gerhard Schröder (SPD) Kanzlerkandidaten sind. Mit seiner heutigen Frau urlaubt Zorn damals auf Mallorca. Die mallorquinische Abend-Ausgabe der Bild meldet am Wahltag kurz nach 22 Uhr, dass Stoiber gewonnen hat. Wie die meisten wissen eine Falschmeldung, denn Schröder macht noch das Rennen. Die knappe Entscheidung, die Spannung fixt den Unterlangenstadter an, sein Interesse an der Politik wächst Schon immer tendiert er zu den Christ-Sozialen. 2005 meldet er sich aus eigenem Antrieb bei der CSU an. Erst danach wird der CSU-Ortsverband auf Christian Zorn aufmerksam. Die Verantwortlichen sprechen ihn an und laden ihn zur Mitarbeit ein. „Damals hatte ich noch keinen Plan für eine politische Laufbahn, aber ich wollte mich engagieren für meine Gemeinde, die mir ans Herz gewachsen ist.“

Wertvolle Erfahrungen gemacht, wertvolles Netzwerk aufgebaut

2008 kandidiert der leidenschaftliche Motorradfahrer für den Gemeinderat, verpasst den Einzug als Newcomer aber noch. Doch seit 2014 ist er Mitglied des Kommunalparlaments, übernimmt in der Folge immer mehr Verantwortung, unter anderem als Fraktionssprecher sowie seit 2017 als Orstverbandsvorsitzender der CSU. Und im Vorfeld der Landtagswahlen 2018, für die er als Zweitstimmenkandidat im heimischen Wahlkreis antritt, baut er sich ein wertvolles Netzwerk auf.

Christian Zorn schwärmt von den Erfahrungen, die er bei der Wahlkampftour an der Seite des Landtagsabgeordneten Jürgen Baumgärtner gemacht hat. Im Rahmen des „Politischen Sommer“ des CSU-Kreisverbandes nimmt er an den Großveranstaltungen in Ebensfeld (mit CSU-Generalsekretär Marcus Blume), Kleukheim (Barbara Stamm, damals Landtagspräsidentin), Weismain (Innenminister Joachim Herrmann) und Arnstein teil. Bei letzterer ist Ministerpräsident Markus Söder der Hauptredner. Und auch hier stellt sich Zorn im Festzelt vor. Er sei zwar beruflich sehr erfahren in Sachen Vorträgen, aber als „Hobbypolitiker“ habe er vor seinem Auftritt in Arnstein eine unruhige Nacht gehabt. „Eine Rede vor 3000 Leuten, das ist schon eine andere Hausnummer!“

Der Einsatz für seine Gemeinde macht ihm „einen Heidenspaß“

Der zweifache Familienvater beginnt seine Gemeinderatsarbeit vor sechs Jahren „hemdsärmelig“, merkt allerdings schnell, dass ihm die fachliche Ebene liegt. Dabei kommt ihm sein Berufsleben sehr zugute. Der Einsatz für seine Gemeinde macht ihm „einen Heidenspaß“ Und ihm macht die Kommunalpolitik „einen Heidenspaß“. Er hat aber überhaupt noch keine Ambitionen auf das Bürgermeisteramt. Erst als ihn Parteikollegen und Bürger darauf ansprechen, ihn als geeigneten Kandidaten bezeichnen, macht er sich seine Gedanken. Vor rund eineinhalb Jahren entschließt er sich zur Kandidatur.

Eine gute Schule auf seinem politischen Weg, so Zorn, sei auch der Landtags-Wahlkampf 2018 gewesen. „Hier konnte ich zeigen, dass ich viele Ideen und Anregungen für unsere Region habe.“ Und nennt in diesem Zusammenhang als großen Vorteil für Redwitz noch einmal sein politisches Netzwerk auf, von dem die gesamte Kommune profitieren könne. Neben seiner „Liebe zur Gemeinde, Freude am Gestalten“ (Slogan) nennt er als seine Vorzüge, dass er im Gemeinderat schon immer ohne Parteibrille gearbeitet habe und als Rathauschef auf eine solide Ausbildung zurückgreifen könnte (betriebswirtschaftlich, rechtlich, Personalführung).

Als eine der größten Herausforderungen sieht der 40-Jährige die Überalterung der Gemeinde, der durch die Schaffung von Wohnraum für junge Familien entgegenzuwirken sei. Neue Baugebiete und eine innerörtliche Mehr-Generationen-Wohnanlage sind für ihn unerlässlich. Zudem biete wirtschaftlich der Ausbau der B173 bis Redwitz neue Möglichkeiten. Die Sanierung drei großer Bauwerke, die 40 Jahre oder älter sind, sei eine weitere Herausforderung: Turnhalle, Mittelschule, Freibad. Ebenso die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung in der Gemeinde.

Die Kinder bringen Ideen ein, Ehefrau Jessica ist der Rückhalt

Christian Zorn kann sich auf den Rückhalt seiner Familie verlassen. Die Kinder Mia und Laurin sind stolz auf ihren Papa, kommen schon mit Verbesserungsvorschlägen um die Ecke. Und ohne das Einverständnis seiner Frau Jessica hätte er sich nie in den Wahlkampf gestürzt. Sie sind ein Team, dass auch schon in den vergangenen Jahren mit dem gewaltigen Arbeitspensum des Familienvaters umgehen konnte.

Christian Zorn

• 40 Jahre • geboren 1979 in Lichtenfels, aufgewachsen in Neuses/Kronach • 1985-1991 Grundschule Neuses • 1989-1995 Kaspar-Zeuß-Gymnasium Kronach • 1995-1998 Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Bayerischen Vereinsbank (jetzt HypoVereinsbank) • 1998/1999 Bundeswehr • 1999-2003 HypoVereinsbank in Burgkunstadt und Kronach • 2001- 2003 Weiterbildung zum Bankfachwirt bei der IHK • ab Oktober 2003 selbstständig als Versicherungsmakler im Privatkundenbereich • 2006-2008 nebenberuflich betriebswirtschaftliches Studium an der FH Koblenz absolviert • 1. Oktober 2010 Gründung einer eigenen GmbH namens Securanto: Gesellschaft für betriebliche Vorsorgemanagement mbH (betriebliche Altersvorsorge, betriebliche Krankenversicherung, Mitarbeiter-Benefits) • verheiratet mit Jessica • zwei Kinder: Mia (13) und Laurin (10) • Mitglied in diversen Vereinen in Unterlangenstadt; Aktiver und 2. Kassier in der Freiwilligen Feuerwehr Unterlangenstadt; Beisitzer im Vorstand des Kapellenbauvereins Unterlangenstadt • seit 2014 für den CSU-Ortsverband Redwitz-Unterlangenstadt im Gemeinderat Redwitz • Sprecher der CSU-Fraktion • Vorsitzender des Rechnungsprüfungsausschusses der Gemeinde • Mitglied des Finanz- und Personalausschusses der Gemeinde • seit 2017 1. Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes • 2018 Zweitstimmenkandidat für den Bayerischen Landtag im Wahlkreis Kronach-Lichtenfels • Platz 7 auf der Liste des CSU-Kreisverbandes Lichtenfels für die Kreistagswahlen 2020 • Hobbys: Fußball, Motorradfahren, Garten, Grillen