MICHELAU

Die CSU behält in Michelau die absolute Mehrheit

Die Wahl ist vorbei: Bald tagt ein neuer Gemeinderat im Sitzungssaal des Michelauer Rathauses. Foto: Klaus Gagel

Große Freude bei der CSU, Enttäuschung bei der SPD, Zufriedenheit bei den Grünen und mit Abstrichen bei den Freien Wählern: So lassen sich die Reaktionen der Fraktionsvorsitzenden auf das Wahlergebnis in der Korbmachergemeinde zusammenfassen.

Viel geändert hat sich nicht bei der Sitzverteilung. Die CSU hat ihre absolute Mehrheit mit 42,1 Prozent verteidigt. Das sind 3,3 Prozent weniger als vor sechs Jahren, was sich im Gemeinderat nicht auswirkt. Die Christsozialen behalten ihre neun Sitze, dazu kommt ein Junger Bürger (6,7 Prozent), Michael Stettner, der für seine Gruppierung mit Abstand am meisten Stimmen holte (1138). Jochen Weber, der bisher für die JB im Gemeinderat saß, ist für diese Wahl auf der Liste der CSU angetreten und ist von Platz 17 auf Platz 3 vorgewählt worden: „Sensationell“, findet das Fraktionsvorsitzende Judith May.

„Wir haben unser Wunschziel mehr als erreicht“, sagt sie zum Ergebnis ihrer Partei. „Besser hätten wir's kaum machen können.“ Sie selbst hat 3572 Stimmen auf sich vereinen können und ist damit die Stimmenkönigin der CSU. „Ich bin platt, wirklich. Ich kann's noch gar nicht richtig glauben“, sagt sie dazu.

Das gute Abschneiden führt May auf den sehr fairen, sehr sachlichen Wahlkampf mit sehr guten Wahlveranstaltungen und einem kompetenten Bürgermeisterkandidaten zurück. Und natürlich werde auch die konstruktive Arbeit der CSU im Gemeinderat honoriert.

Die Fraktionsvorsitzende gratulierte allen gewählten Kandidaten. Unter denen der CSU sind einige neue: Neben Jochen Weber ziehen Hans-Georg Borchert, der bisherige Neuenseer Ortssprecher Ralph Herbst und Cornelia Hofmann ins Gremium ein. Nicht mehr dabei sind Horst Habermann, Carlo Scheidt und Clemens Weisser.

„Wir haben unser Wunschziel mehr als erreicht.“
Judith May, CSU-Fraktionsvorsitzende

Die SPD kommt auf 25,7 Prozent (minus vier Prozent). Den Sitz, den Paul Habich mit seinem Wechsel zu den Grünen mitgenommen hat, haben die Sozialdemokraten nicht zurückgewinnen können; sie bleiben bei fünf Sitzen. Personell hat sich nichts geändert. „Wir hatten schon gehofft, wieder sieben reinzubringen. Das ist ein bisschen schade“, meint Fraktionssprecher Roland Braun. Da sind die Jungen Sozialen Bürger eingerechnet, die mit 8,7 Prozent ihre beiden Sitze halten konnten: Sabine Wich bleibt, neu dazu kommt Andreas Robisch für Ingemar Tauber.

Roland Braun ist die Enttäuschung über die verlorene Bürgermeisterwahl anzuhören. „Nach allem, was wir aus der Bevölkerung gehört hatten, hatten wir mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen gerechnet.“ Als positiv wertet er, dass sich die zwei Kandidaten nach dem fairen Wahlkampf weiter in die Augen schauen und zusammenarbeiten können.

Zumindest persönlich kann Braun sehr zufrieden sein: „Ich habe 600 Stimmen mehr geholt als 2014. Da habe ich wohl als Fraktionssprecher keinen so schlechten Job gemacht.“ Er verspricht, dass die Sozialdemokraten ihre Erfahrung und Kompetenz auch weiter zum Wohl der Gemeinde einbringen werden.

Die Freien Wähler haben 2,7 Prozent zugelegt und kommen auf 11,9 Prozent. Damit halten sie ihre zwei Sitze im Gemeinderat. Lutz Weisser und Andrea Hoch sind wiedergewählt worden. „So ganz zufrieden bin ich nicht“, gibt Fraktionssprecher Weisser zu. Zwei seien das Minimalziel gewesen. Zum einen wollte er den Sitz, der bei der Wahl 2014 verloren gegangen war, zurückgewinnen, zum anderen die absolute Wahl der CSU brechen. „Die kann durchwinken, was sie will“, bemängelt Weisser. Das macht die Arbeit in der Opposition nicht einfacher. Angesichts der nur knappen Mehrheit erhofft er sich aber, ab und zu den oder anderen Christsozialen für seine Anliegen gewinnen zu können.

„Ich werde 73 Jahre. Da ist es klar, dass es langsam reicht.“
Paul Habich, Die Grünen, zu seinem Ausscheiden

Lutz Weisser sieht das Problem seiner Wählervereinigung auch darin begründet, dass sie nicht breit genug aufgestellt war: In Schwürbitz und Lettenreuth hatte sie keinen Kandidaten. Entsprechend holten die Freien Wähler in Schwürbitz 5,7 Prozent, in Lettenreuth gar nur zwei Prozent. In Neuensee dagegen waren sie sehr gut vertreten – und wurden von 10,4 Prozent der Einwohner gewählt.

Die Grünen hatten durch den Wechsel Habichs sozusagen schon den Fuß in der Tür. Sie kommen auf 4,9 Prozent und behalten damit ihren einen Sitz. Allerdings erhält diesen Ralf Hirle, Paul Habich scheidet nach 30 Jahren im Gemeinderat aus dem Gremium aus. Er nimmt das gelassen: „Ich werde 73 Jahre. Da ist es klar, dass es langsam reicht.“

Das Abschneiden seiner Partei empfindet er als Erfolg. Schließlich sind die Grünen das erste Mal in Michelau augetreten: „Für den Anfang ist das nicht schlecht. Darauf kann man aufbauen.“

Der neue Gemeinderat

Vorläufige Sitzverteilung im Gemeinderat Michelau:

CSU: Judith May, Klaus Krügl, Jochen Weber (neu), Dirk Fischer, Hans-Georg Borchert (neu), Roland Ponsel, Ralph Herbst (neu), Katja Ament und Cornelia Hofmann.

SPD: Jürgen Spitzenberger, Hubert Robisch, Roland Braun, Simone Naumann und Jürgen Eckstein.

Freie Wähler: Lutz Weisser und Andrea Hoch.

Junge Soziale Bürger: Sabine Wich und Andreas Robisch.

Junge Bürger: Michael Stettner.

 

Schlagworte