MARKTGRAITZ

Straßensanierung in Marktgraitz kommt Gemeinde teuer

Straßensanierung in Marktgraitz kommt Gemeinde teuer
Die alte Schule in Marktgraitz wäre sehr gut geeignet für die Einrichtung einer Arztpraxis. Foto: Roland Dietz

Die Sanierung der Steinachstraße 1-30 war Thema in der Gemeinderatsitzung in Marktgraitz. Udo Weber vom Ingenieurbüro Kittner & Weber hatte einen ersten Sachstandsbericht dazu erstellt. Der sorgte für etwas ratlose Gesichter bei einigen Gemeinderäten.

Udo Weber machte deutlich, dass nicht nur die Steinachstraße selbst Sanierungsbedürftig ist. In der Kanalisation kam es zu einem Rohreinbruch. Die Straße besitzt eine Fahrbahnbreite von 4,5 Meter am Anfang bis fünf Meter am Ende. Bei einer Komplettsanierung müssten sie auf einer Länge von knapp 1000 Metern erneuert werden.

Auch müssen die Seitenränder saniert werden. In Sachen Höhe sind wenige Änderungen zu erwarten. Eine Winkelstützkonstruktion wäre möglich, die den Fahrbahnrand hält. Auch sollten gleich Leerrohre für Glasfaser- und andere Leitungen verlegt werden. Enthalten waren in der ersten Vorstellung folgende Maßnahmen: Entwässerungsmaßnahmen, Neuverlegung Bordsteine, Ausbau und Entsorgung, Befestigung der Randbereiche, Straßenangleichungen, Straßenabläufe, neue Schachtdeckel, Stützmauern, Erneuerung der Wasserversorgung usw..

Nach Nachhaltigkeit der Sanierung gefragt

Achim Gagel (FW) fragte nach der Nachhaltigkeit einer derartigen Sanierung. Diese sollte rund 60 Jahre halten, meinte der Fachmann. Udo Weber führte weiter aus, dass die Kosten derartiger Projekte in den letzten Jahren exorbitant in die Höhe geschnellt seien. Dies liege am fehlenden Personal in der Baubranche. Es sei nichts sicher, bevor fertige Planungen auf dem Tisch liegen. Dennoch werden die Bruttokosten nach ersten Schätzungen wohl über 3,6 Millionen Euro betragen.

Höhere Förderungen sind im Moment nur bei der RZWAS-Regelung möglich. Aber auch diese würde sich in Grenzen halten, da es nur auf den Kanalbau eine Förderung geben würde. Die Möglichkeit über den Haushalt die Finanzierung laufen zu lassen würde einen für die nächsten 50 Jahre laufenden Kredit bedeuten.

Die Pro–kopf-Verschuldung, die durch sparsames und solides Haushalten auf 635 Euro heruntergefahren wurde, würde auf über 3200 Euro steigen. Gegen Umlage auf die Bürger setzte sich vehement Bürgermeister Jochen Partheymüller ein. Er werde nicht einen Zahlungsbescheid von 10 000 Euro für die Bürger unterschreiben. Er sah für eine vernünftige Lösung da schon eher den Staat in der Pflicht.

Uwe Bornschlegel (CSU) war der Meinung, dass man noch nichts übers Knie brechen sollte. Jedoch müsse auch der neue Gemeinderat in der Sache am Ball bleiben.

Wie kann man ein Arzt ansiedeln?

Einen längeren Zeitraum nahm auch der Vortrag vom Regierungsrat für ärztliche Versorgung, Oliver Legler, ein. Zentrale Entwicklungen in der hausärztlichen Versorgung führten zu Problemen. An Überschriften wie „Der alte Arzt hat ausgedient“ „Junge Ärzte wollen lieber im Team arbeiten“, „Junge Ärzte wollen keine 60 Stunden Woche“, „Ärzte – Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ zeigten die entstandenen Schwierigkeiten für Landarztpraxen auf.

Jeder dritte Hausarzt ist inzwischen über 60 Jahre. Folge ist, dass es zu wenige Einzelpraxen besonders im ländlichen Bereich gibt. Es wird neue Strategien brachen, um für alle einen annehmbaren Konsens zu finden. Die Möglichkeiten, dass ein Arzt in Marktgraitz eine Praxis oder eine Filiale einrichten würde, seien durchaus gegeben. Das bestätige der Vertragsärztlichen Bedarfsplan.

In dem für Marktgraitz relevanten Planungsbereich bestehen gemäß der aktuellen Fortschreibung der Bedarfspläne für Hausärzte 5,0 Niederlassungen. Auch für Augen-, Haut-, Kinder- und Jugend- sowie Nervenärzten bestünden theoretisch Niederlassungsmöglichkeiten. Unabhängig davon könnte bei Erfüllung aller Voraussetzungen grundsätzlich auch eine Filiale gegründet werden.

Optimaler Platz für eine Arztpraxis

Mit dem alten Schulhaus in Marktgraitz wäre ein optimaler Platz für eine Arztpraxis gegeben. Wenn sich ein Arzt für mindestens fünf Jahre niederlassen würde, fördere dies der Staat mit 60 000 Euro. Auch vom Amt für ländliche Entwicklung stünde eine Förderung in Aussicht. Nun gelte es, einen geeigneten Arzt zu finden. Bürgermeister Jochen Neumann sagte dazu, dass er schon mit verschiedenen Stellen in Erlangen Kontakt aufgenommen habe, um eventuell sogar einen jungen Arzt zu finden.

Regierungsrat Oliver Legler bat auch in den Presseportalen des bayerischen Hausarztverbandes und Ausschreibungen in ärztlichen Zeitschriften Werbung für einen Arzt vor Ort zu machen.

Straßensanierung in Marktgraitz kommt Gemeinde teuer
Erfolgreiche Geflügelzüchter ehrte Bürgermeister Jochen Partheymüller (li.): Jugendchampion Leonard Neder (2. v. li.), ... Foto: Roland Dietz

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