MARKTGRAITZ

Marktgraitz: Kita für Klima und Familien attraktivieren

Der Kindergarten Marktgraitz steht im Mittelpunkt der Überlegungen der drei Bürgermeisterkandidaten.Archivfoto: Roland Dietz Foto: Roland Dietz

Im Rahmen der Berichterstattung zur Kommunalwahl am 15. März stellt diese Redaktion den Bürgermeisterkandidatinnen Tanja Beier (CSU), Nathalie Grammon (SPD) sowie Amtsinhaber Jochen Partheymüller (BB-FW) sieben Fragen, mit welchen Lösungen sie in den kommenden sechs Jahren die Gemeinde gestalten wollen. Im vierten Teil beantworten die Bewerber um das Bürgermeisteramt folgende Fragen:

• 1. Was kann Ihre Gemeinde zum Klimaschutz beitragen?

• 2. Wie wollen Sie Marktgraitz für jüngere Menschen und Familien attraktiver machen?

Jochen Partheymüller (BB-FW):

• Zu 1: „Der Klimaschutz geht uns alle an. Ein schnelles Handeln sind wir hier unseren Kindern schuldig. Jedoch sollten wir nicht in blinden Aktionismus verfallen. Entsprechende Maßnahmen müssen sinnvoll und nachhaltig sein. Hier sehen wir für unsere Kommune die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED für sinnvoll und gleichzeitig lukrativ. Bereits 2010 haben wir unsere Schule, die Turnhalle und das Lehrschwimmbad auf erneuerbare Energien umgestellt und seitdem viel Energie und Geld gespart und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Um in der Zukunft noch mehr sinnvolle Klimaschutzprojekte durchzuziehen, haben wir ein für uns kostenfreies Energiecoaching der Energieagentur Oberfranken, das uns entsprechende Projekt erarbeitet hat. Unter anderem werden wir den gemeindlichen Kindergarten an die bestehende Heizung des vorgenannten Schulkomplexes anschließen und somit die dort noch vorhandene Ölheizung stilllegen. Die Liste unserer Klimaschutzvorhaben ist zu lang, um alle hier aufzuführen.“

• Zu 2: „Kinderbetreuung ist für junge Familien ein wichtiges Thema. Hier sind wir mit unserer Kindertagesstätte mit Krippe schon sehr gut aufgestellt. Für Bauwillige in unserem Baugebiet ,Auf der Höh‘ bieten wir schon seit Jahren ein Baukindergeld an. Für einen sicheren Schulweg sorgen unsere Schulweghelfer, bei denen auch ich schon seit 23 Jahren mitmache. Hier werden wir unseren Kirchweihplatz demnächst umgestalten, um die Sicherheit der Bushaltestelle noch weiter zu verbessern. Auch die Barrierefreiheit stellt einen wichtigen Beitrag dar. Gerade bei jungen Menschen kommt unsere überdurchschnittlich gute Breitbandversorgung – schnelles Internet, sehr gut an. Ein Dorfladen mit Café-Bistro ist eine Einrichtung, die auch für jüngere Menschen und Familien attraktiv ist. Unsere niedrigen Baulandpreise sind sehr familienfreundlich, und auch unser reges Vereinsleben trägt viel dazu bei, dass unsere Gemeinde gerade auch jüngere Menschen und Familien anspricht. Deshalb werden wir auch in Zukunft die Jugendarbeit unserer Vereine aktiv fördern und finanziell unterstützen.“

Tanja Beier (CSU):

• Zu 1: „Die Umstellung der Straßenlaternen auf LED wurde bereits in Angriff genommen. Wir sollten weitere öffentliche Gebäude mit Solaranlagen ausrüsten und Gebäude wie zum Beispiel das Schulhaus, das zur Zeit von Vereinen und dem Bauhof genutzt wird, energetisch sanieren. Eine Ladestation für E-Bikes und, wenn die Nachfrage steigt, auch für Autos sollte im Ort nicht fehlen.“

• Zu 2: „Wir haben in Marktgraitz ein sehr schönes Neubaugebiet, in dem auch noch einige Plätze frei sind. Wir bieten unseren Einwohnern ein sehr aktives Vereinsleben, ob Fußball, Turnverein, Gemütlichkeitsverein … für jeden ist etwas dabei. Auch mit Kindergarten- und Krippenplätzen sind wir gut ausgestattet. Die Busverbindungen zu den verschiedenen Schulen sind stets gewährleistet. Ein Wasserspielplatz für die Kleinen und ein Kleinfeld oder Skaterbahn für die Großen wären weitere Maßnahme, um die Attraktivität zu steigern. Auch die Busverbindung Richtung Coburg muss verbessert werden.“

Nathalie Grammon (SPD):

• Zu 1: „Ein wichtiger Punkt ist die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED. Hier kann eine ganze Menge an Energie eingespart werden. Ich möchte allerdings darauf achten, dass warm-weißes Licht eingesetzt wird. Das ist wesentlich angenehmer als eine kalte Lichtfarbe und lässt die Gemeinde wohnlicher wirken. Die Gemeinde sollte Werbung machen für den Einbau von Hocheffizienzpumpen in den Haushalten und hierfür eine Beratung anbieten. In unserer kleinen Gemeinde sollte es auch möglich sein, Werbung für den Austausch stromfressender Kühlgeräte zu machen. Angedacht werden könnte hier zum Beispiel auch eine Art Sammelbestellung, um günstigere Preise für die Privathaushalte zu erreichen. Weiterhin wäre zu überprüfen, welche Gebäude in Marktgraitz noch mit Photovoltaikanlagen ausgerüstet werden können. Hier sollte mit den Eigentümern ein Gespräch gesucht werden. Diese Art der Montage sollte immer Vorrang vor der Aufstellung auf Freiflächen haben.“

• Zu 2: „Wir haben einen sehr schönen Kindergarten. Allerdings ist dieser nicht voll ausgelastet. Hier strebe ich eine Kooperation mit den umliegenden Kindergärten an. Sollte einer der beiden anderen Kindergärten der Verwaltungsgemeinschaft ausgelastet sein, sollte es eine Vermittlung nach Marktgraitz geben. Die Kindergärten könnten sich aber auch bezüglich der Schließzeiten in den Sommerferien absprechen. Kinder aus den umliegenden Kindergärten könnten dann gegebenenfalls in Marktgraitz betreut werden und umgekehrt. Das würde sicherlich vielen Familien in den beiden Gemeinden helfen. Ferner wäre ein Jugendtreff ein Traum, aber ob das umgesetzt werden kann, kann ich nicht versprechen.“

Weitere Artikel zur Kommunalwahl gibt es unter www.obermain.de.

Jochen Partheymüller (BB-FW). Foto: Red
Tanja Beier (CSU). Foto: Red
Nathalie Grammon (SPD). Foto: Red

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