MARKTGRAITZ

Am Oudlahaus in Marktgraitz scheiden sich die Geister

Über eine weitere Nutzung des Oudlahauses in Marktgraitz scheiden sich bei den drei Bürgermeisterkandidaten die Geister.Archivfoto: Roland Dietz Foto: Roland Dietz

Im Rahmen der Berichterstattung zur Kommunalwahl am 15. März stellt diese Redaktion den Bürgermeisterkandidatinnen Tanja Beier (CSU), Nathalie Grammon (SPD) sowie Amtsinhaber Jochen Partheymüller (BB-FW) sieben Fragen, mit welchen Lösungen sie in den kommenden sechs Jahren die Gemeinde gestalten wollen. Im dritten Teil beantworten die Bewerber um das Bürgermeisteramt folgende Fragen:

• 1. Wie möchten Sie als Gemeindeoberhaupt die Bürger am Stadtgeschehen besser beteiligen?

• 2. Wie stellen Sie sich die Zukunft des Oudlahauses vor?

Jochen Partheymüller (FW-BB):

Jochen Partheymüller (BB-FW). Foto: Red

• Zu 1: „Die Bürger in Marktgraitz können sich schon seit vielen Jahren selbst ins Gemeindegeschehen einbringen. Hier locken ständig Aktivitäten. Die Vereinsarbeit in Marktgraitz ist vorbildlich und lobenswert. Hier kann sich jeder nach Wunsch beteiligen. Auch das von mir angeregte Sommerfest ist ein Gemeindefest, bei dem alle aktiv mitgestalten können. Auch der alljährliche Weihnachtsmarkt ist eine gemeindliche Veranstaltung, bei der jeder mitmachen kann. Über Mitteilungen im gemeindlichen Ausscheller und Bürgerversammlungen informiere ich ständig über den Stand geplanter und laufender Projekte. Hierauf kann mir jeder seine Meinung mitteilen, die auch gehört wird. In den Gemeinderatssitzungen werden diese Beiträge der Bürgerschaft dann diskutiert und fließen in den Entscheidungsprozess mit ein. Für gute Vorschläge, die unsere Gemeinde weiter bringen, habe ich immer ein offenes Ohr. Für wichtige Themen habe ich auch schon Fragebogenaktionen und Umfragen durchgeführt. Das möchte ich auch in Zukunft so handhaben.“

• Zu 2: „Das Oudlahaus ist eines der ältesten Gebäude unserer Gemeinde. Zudem ist es direkt an unserem sehr schönen Marktplatz gelegen und somit ortsprägend. Aus diesen Gründen ist es denkmalgeschützt. Eine Sanierung steht an und ist aufgrund der zu erwartenden Kosten für uns nur mit einer sehr hohen Förderung möglich. Aber nicht jede Nutzung wird staatlich gefördert. Eine Nutzung als Haus der keltischen Handwerkskünste Oberfranken, also ein Seminargebäude für Vorträge, Kurse, Workshops etc., würde die höchstmögliche Förderung von über 85 Prozent einbringen, weshalb wir diese Nutzung favorisieren. Außerdem würde so eine Nutzung, bei der auch viel Publikumsverkehr von außerhalb zu erwarten ist, den Marktplatz und somit auch den Ortskern beleben. Die Einnahmen aus der Vermietung der Räume an entsprechende Kursteilnehmer kann den Unterhalt mitfinanzieren und so den Erhalt des Gebäudes sichern. Eine Nutzung, auf die wir keine oder nur eine geringe Förderung erhalten, können wir uns schlichtweg nicht leisten.“

Tanja Beier (CSU):

Tanja Beier (CSU). Foto: Red

• Zu 1: „Das Wichtigste im Vorfeld ist eine gute und ausreichende Information der Bürger. Und das muss regelmäßig über die Medien wie zum Beispiel den Ausscheller, Facebook, Homepage und in Form von Bürgerversammlungen und -gesprächen stattfinden. Ich will den Graatzern zeigen, dass jeder Wunsch, jede Anregung und jede Beschwerde ernst genommen wird. Auch die Bildung von Arbeitskreisen, die sich mit bestimmten Themen im Marktgraitz befassen, finde ich eine gute Möglichkeit, um die Bürger besser ins Ortsgeschehen mit einzubinden.“

• Zu 2: „Wir brauchen kein Haus der keltischen Handwerkskünste. Wir brauchen ein Haus der Gemeinschaft. Ein Treffpunkt für Jung und Alt. Ähnlich wie das Bürgerhaus im Nachbarort. Ein Haus der Begegnung. Für Vereine, Familienfeiern, Veranstaltungen … eventuell mit einem Jugendraum im Obergeschoss.“

Nathalie Grammon (SPD):

Nathalie Grammon (SPD). Foto: Red

• Zu 1: „In einer kleinen Gemeinde ist es möglich und notwendig, in ständigem Austausch mit den Bürgern zu sein. Sprachrohre der Einwohner könnten zum Beispiel die Vereine sein. Ferner schwebt mir vor, durch die Altersschichten hindurch ehrenamtliche Ortssprecher zu integrieren, quasi als erste Anlaufstelle bei Problemen, Anregungen und Wünschen. Regelmäßige Treffen mit den Vereinsvorständen, aber auch mit der Bevölkerung, sind notwendig. Meinungsbildung ist mir sehr wichtig, das was in einer Ortschaft gemacht wird, sollte auf alle Fälle die Zustimmung der Bürger haben. Darüber hinaus werde ich selbstverständlich Bürgersprechstunden und Ortsbegehungen anbieten. Weiterhin schwebt mir vor, die Bürgerversammlungen haljährlich anzubieten. Eine weitere Möglichkeit wäre, in regelmäßigen Abständen ein eigenes Mitteilungsblatt herauszubringen oder sich stärker am Ausscheller der Verwaltungsgemeinschaft zu beteiligen. Und das nicht nur vor den Wahlen.“

• Zu 2: „Von einem Haus der keltischen Handwerkskünste erwarte ich mir keine Belebung in Marktgraitz. Mir würde ein Gemeinschaftshaus für alle Marktgraitzer Bürger und die Vereine besser gefallen. In einer Bürgerversammlung im Jahr 2016 kam aus der Bevölkerung mal folgender Vorschlag, ich zitiere aus dem OT: ,Aus dem Publikum kam ein bemerkenswerter Vorschlag, das Oudlahaus als Erinnerungshaus oder historisches Haus für die Marktgraitzer Vereine zu nutzen. Dabei sollen dort Bilder der Ortschaft und bekannter Marktgraitzer Persönlichkeiten aus dem Gemeinde- und Vereinsleben ausgestellt werden.‘ Das könnte mit einer Nutzung als Versammlungsstätte für die Marktgraitzer kombiniert werden. Ich finde es schade, dass dieser Vorschlag nicht weiter verfolgt wurde. Sollte eine Sanierung des Oudlahauses nicht möglich sein, würde ich das Oudlahaus abreißen und in der selben Optik wieder aufbauen. So könnte ein schöner und funktioneller Bürgertreff entstehen. Redwitz hat das Gutmannhaus am Marktplatz abgerissen und in der vorhergehenden Optik wieder aufgebaut. So ist das Bürgerhaus entstanden.“

Weitere Artikel zur Kommunalwahl gibt es unter www.obermain.de.

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