REDWITZ

Transparentere Lokalpolitik in Redwitz

Die drei Bürgermeisterkandidaten Christian Zorn, Stephan Arndt und Jürgen Gäbelein haben konkrete Pläne, den Wirtschaftsstandort Redwitz weiter zu entwickeln. Foto: Sascha Ott

Im Rahmen der Berichterstattung zur Kommunalwahl am 15. März stellt diese Redaktion den Bürgermeisterkandidaten Christian Zorn (CSU), Stephan Arndt (SPD) und Jürgen Gäbelein (UBR) sechs Fragen, mit welchen Lösungen sie in den kommenden sechs Jahren die Gemeinde gestalten wollen. Im ersten Teil beantworten die drei Bewerber um die Nachfolge des scheidenden Ratshauschefs Christian Mrosek folgende Fragen:

• 1. Wie wollen Sie die Wirtschaftskraft ihrer Gemeinde stärken, mehr Arbeitsplätze schaffen und damit auch höhere Steuereinnahmen generieren?

• 2. Wie möchten Sie als Gemeindeoberhaupt die Bürger am Stadtgeschehen besser beteiligen? Außerdem schreiben Sie sich Transparenz und eine verbesserte Zusammenarbeit der Fraktionen auf die Fahnen. Wie sind hier ihre Vorstellungen?

Christian Zorn (CSU)

• Zu 1: „Mir sind ein enger Kontakt und Austausch mit allen Unternehmen, Handwerksbetrieben und Selbstständigen aus unserer Gemeinde sehr wichtig. Zudem möchte ich als verlässlicher Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Als ersten Schritt in diese Richtung habe ich Anfang Februar das 1. Redwitzer Unternehmerfrühstück organisiert. Dabei stand vorerst ein gegenseitiges Kennenlernen im Vordergrund.

Gerne agiere ich als Verbindungsglied zwischen Wirtschaft und Politik, wo ich mein sehr ausgeprägtes politisches Netzwerk bei anstehenden Investitionen bzw. bei der Suche nach Fördermöglichkeiten gut einsetzen kann. Durch den Kontakt zu unserer Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner konnte für ein Redwitzer Unternehmen die Aufnahme in ein europäisches Förderprogramm erreicht werden. Dieser erste kleine Erfolg bietet die große Möglichkeit, die weitere Unternehmensentwicklung positiv zu begleiten und daraus folgend bestenfalls weitere Arbeitsplätze und auch höhere Steuereinnahmen für die Gemeinde zu erreichen. Zudem möchte ich durch eine bestmögliche Infrastruktur die Grundlage für eine erfolgreiche unternehmerische Tätigkeit schaffen und auch Anreize für neue Unternehmensansiedelung bieten. Hierbei ist es wichtig, einen optimalen Anschluss an die B 173 neu zu gewährleisten und in diesem Zusammenhang auch neue Gewerbeflächen zu erschließen.“

Christian Zorn (CSU). Foto: Red

• Zu 2: „Es ist mir eine Herzensangelegenheit dafür zu sorgen, dass unsere kommunale Politik und dessen Entscheidungen transparent und nachvollziehbar sind. Neben den bestehenden Ausschüssen des Gemeinderates möchte ich gerne einen Zukunftsausschuss fest in unserer Gemeinde etablieren. Mitglieder sollen nicht nur Gemeinderäte sein, sondern auch interessierte und fachkundige Bürgerinnen und Bürger sowie Vereinsvertreter. Dieser Ausschuss soll sich nicht mit dem Tagesgeschäft, sondern mit der langfristigen Planung und Entwicklung unserer Gemeinde beschäftigen und somit die gemeinsame Richtung vorgeben. Eine weitere Idee ist einen Rat der Vereine einzurichten. Das heißt, alle Vereine aus allen Ortsteilen regelmäßig an einem Tisch. Ich verspreche mir dadurch ein besseres Miteinander, eine Stärkung des Wir-Gefühls und eine positive gegenseitige Weiterentwicklung. Regelmäßige Bürgersprechstunden, eine Beibehaltung der Bürgerversammlungen, die Überarbeitung der Homepage und des Gemeindeblattes runden das Thema noch ab. Diese Maßnahmen möchte ich auch zusammen mit allen Fraktionen abstimmen und entwickeln. Hierzu gehört sicherlich auch, dass ich als eine der ersten Maßnahmen nach der Wahl eine Klausur des kompletten neue Gemeinderates plane, um den groben Fahrplan für die kommenden sechs Jahre festzulegen und die oben beschriebenen Maßnahmen auf den Weg zu bringen.

Stephan Arndt (SPD)

• Zu 1: „Wichtig wäre, zuerst mit unseren Unternehmern im stetigen Austausch zu bleiben. Gerade die größeren Unternehmen haben Partner und Zulieferer, die möglicherweise die Nähe zum Standort Redwitz suchen. Hier wäre es sicherlich möglich, mit den auswärtigen Unternehmen ins Gespräch zu kommen. Das Gemeindegebiet Redwitz hat freie Gewerbeflächen und eine gute Infrastruktur. In sechs Jahren sind wir direkt an das Fernstraßennetz angebunden. Dafür gilt es offensiv Werbung zu machen.“

Stephan Arndt (SPD). Foto: Red

• Zu 2: „Es versteht sich von selbst, dass ich für die Bürger jederzeit ansprechbar bin. Es ist mir auch wichtig, die Informationen innerhalb der Verwaltung nach außen zu tragen. Daher sehe ich es für wichtig an, die offenen Medien wie zum Beispiel soziale Netzwerke zu nutzen. Damit können aktuelle Informationen zeitnah an die Bürger weitergegeben werden. Unser Gemeindeblatt, der Ausscheller, soll aber weiterhin monatlich erscheinen. Wichtig ist mir auch der ständige Austausch mit den Vereinen und Ehrenamtlichen. Ein weiterer Ansatzpunkt für mich ist die Integration von neuen Bürgern im Gemeindegebiet. Viele warten darauf, angesprochen zu werden, um sich im Ortsgeschehen mit einzubringen. Als 1. Vorsitzender des Bürgervereins Lebendiges Redwitz habe ich damit gute Erfahrungen gesammelt.

Zuhören ist mir wichtig, ich habe für jeden und alles ein offenes Ohr. Ich lasse mich gerne von besseren Argumenten überzeugen. In meiner Entscheidungsfindung werde ich alle Fraktionen des Gemeinderates mit einbeziehen. Bürgernähe, gutes Zusammenarbeiten und ständiger Austausch mit allen Ortsteilen und deren Vereinen liegt mir sehr am Herzen. Bei einer Bürgerversammlung sollte nicht der Bericht des Bürgermeisters im Vordergrund stehen, sondern die Belange und Anliegen der Bürger.“

Jürgen Gäbelein (UBR)

• Zu 1: „In den Gewerbegebieten Redwitz-Ost und Mannsgereuth haben wir noch Möglichkeiten zur Gewerbeansiedlung bei günstigem Baugrund. Darüber hinaus bietet uns der Ausbau der B 173 bis Redwitz die Chance, an der geplanten Anschlussstelle neue Gewerbeflächen zu schaffen. Dort müssen wir die Standortfaktoren bieten, die moderne Betriebe benötigen, zum Beispiel schnelles Internet. Mittelfristig stelle ich mir einen Gewerbepark für Zulieferer unserer großen ortsansässigen Unternehmen vor.

Unsere Gewerbeflächen müssen wir aktiver bewerben. Durch meine beruflichen Beziehungen und meine Tätigkeit in drei fränkischen Wirtschaftsnetzwerken (ofraCar, Kunststoffnetzwerk Franken, IZK Kronach) sowie in die IHKs Bayreuth und Coburg habe ich Zugang zu wichtigen Plattformen. So konnte ich durch Vermittlung bereits die Harei Mechanics GmbH nach Redwitz holen.

Wichtig ist mir die Unterstützung unserer Unternehmen, Handwerksbetriebe und Einzelhändler. Beibehalten möchte ich den niedrigen Gewerbesteuer-Hebesatz von 320.“

• Zu 2: „Mein Ziel ist es, die Gemeindepolitik transparent zu gestalten und unsere Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen. Als Bürgermeister werde ich natürlich in der Gemeinde präsent und jederzeit ansprechbar sein. Es ist mir auch wichtig, dabei alle Generationen zu erreichen. Unser Ausscheller bietet sich für regelmäßige Berichte über die Gemeinderatsarbeit an. Die Internetseite ist zu modernisieren, und für die jüngere Generation habe ich vor, eine gemeindliche Facebookseite einzurichten. Ich stelle mir regelmäßige Bürgergespräche vor Ort mit dem gesamten Gemeinderat in allen Ortsteilen vor, modern gestaltete, informative Bürgerversammlungen und eine serviceorientierte Gemeindeverwaltung.

Jürgen Gäbelein (UBR). Foto: Red

Menschen, die in der Gemeinde mitwirken möchten, will ich einbinden und dabei auf die Belange aller Generationen eingehen. Denkbar sind die Einrichtung eines Jugend- und eines Seniorenrats. Besonders engagierten Bürgerinnen und Bürgern möchte ich die gebührende Anerkennung zukommen lassen, zum Beispiel an einem Tag des Ehrenamtes. Eine Verbesserung der Zusammenarbeit im Gemeinderatsgremium steht auf meiner Liste ganz oben. Die grundsätzliche Basis für eine gute Zusammenarbeit sehe ich in einem respektvollen Umgang miteinander sowie in einer gegenseitigen Wertschätzung. Alle gewählten Gemeinderäte haben von unseren Bürgerinnen und Bürgern das Vertrauen erhalten, in den kommenden Jahren das Bestmögliche für unsere Gemeinde zu erreichen. Deshalb ist es mir wichtig, alle auch gleichartig einzubinden, gemäß meinem Wahlmotto „Zukunft miteinander gestalten“.

Als Bürgermeister werde ich alle Fraktionen gleichartig informieren und die Qualitäten und das Fachwissen aller Gemeinderäte in die täglichen Aufgabenstellungen einbeziehen. Mir Meinungen einholen, um Rat fragen und offen miteinander kommunizieren. Themenbezogen ist mir die enge Zusammenarbeit mit Schlüsselpersonen aus unserer Gemeinde sehr wichtig, zum Beispiel Jugend- und Seniorenbeauftragte, Vereinsvertreter, Pfarrer und auch Unternehmer und Gewerbetreibende.

Weitere Artikel zur Kommunalwahl gibt es unter www.obermain.de.

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