MARKTGRAITZ

Tanja Beier bäckt sich in Richtung Bürgermeisteramt

Tanja Beier bäckt sich in Richtung Bürgermeisteramt
Kuchenbacken, das ist das große Hobbby von Tanja Beier. Im Wahlkampf lief die Backröhre heiß. 480 Stollen aus Eigenproduktion verteilte die Bürgermeisterkandidatin an alle Haushalte. Foto: Till Mayer

Zum Wahlkampfauftakt lief bei Tanja Beier die Backröhre schon so richtig heiß. „480 Stollen habe ich gebacken. Die Oma hat auch noch mitgeholfen“, lacht die Bürgermeisterkandidatin der CSU. Jeder Haushalt in Marktgraitz bekam ein Gebäck.

Die 46-Jährige sitzt in der Cafeteria des Pflegeheims am Eichberg. Es ist quasi ihr Pflegeheim. Denn sie hat die Einrichtung, ebenso wie einen Ambulanten Pflegedienst, aufgebaut. „Als ein echtes Familienunternehmen. Mein Bruder ist als Leiter für das Heim dabei, meine Mutter ist weiterhin Geschäftsführerin. Ich kümmere mich verstärkt um den Pflegedienst. Selbst unsere Oma hilft mit ihren 88 Jahren gerne mit.“ Über 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten in Heim und Pflegedienst.

Tanja Beier bäckt sich in Richtung Bürgermeisteramt
Viel Energie steckt Tanja Beier in den ambulanten Pflegedienst. Foto: Till Mayer

„Das bedeutet viel Verantwortung und natürlich immer wieder auch ordentliche Herausforderungen“, sagt die Unternehmerin. 1995 gründet sie, gerade als junge Krankenschwester examiniert, einen Pflegedienst mit ihrer Mutter. 2001 folgt der Bau des Pflegeheims, 2012 der Erweiterungsbau. „Wir sind schon schnell gewachsen, aber wir haben das als Familie gestemmt“, erklärt Tanja Beier nicht ohne Stolz.

„Arbeit kann anstrengend sein, aber sie muss immer

Spaß machen.“

Tanja Beier, CSU-Bürgermeisterkandidatin
Tanja Beier bäckt sich in Richtung Bürgermeisteramt
Viel Energie steckt Tanja Beier in den ambulanten Pflegedienst. Foto: Till Mayer

Ein Pflegeheim, ein Pflegedienst, das ist zwangsweise auch die Welt der Verordnungen, Kontrollen, kurz, der Bürokratie. „Ja, das stimmt leider schon“, seufzt Tanja Beier. Aber gegen negativen Stress hat die 46-Jährige gleich mehrere Rezepte – nämlich die ihrer Kuchen. „Kuchen backen ist mein Hobby, mehr schon eine richtige Leidenschaft“, lacht die Bürgermeisterkandidatin. Für Tanja Beier ist es mehr als nur eine lieb gewordene Tradition, dass sie in aller Regelmäßigkeit die Kuchentheke der Heim-Cafeteria mit Selbstgebackenem bestückt. Es zeigt, welche Einstellung die 46-Jährige zu ihrer Arbeit hat.

„Arbeit kann anstrengend sein, aber sie muss immer Spaß machen“, erklärt sie. Und genau so soll es sich auch verhalten, wenn sie die Wahl gewinnt.

Familie und Teamgeist, das zählt für Tanja Beier

Tanja Beier bäckt sich in Richtung Bürgermeisteramt
Herrin der Zahlen. Als Geschäftsführerin kennt sich die CSU-Kandidatin mit Finanzen und buchlatung gut aus. Foto: Till Mayer

Familie und Team, das sind Begriffe, die die 46-Jährige im Interview öfter nennt. Ohne ein gewisses Maß an Harmonie, das weiß Tanja Beier, würde die Arbeit in einem kleinen Gemeinderat wie in Marktgraitz nur wenig Freude bereiten. „Jochen ist feiner Kerl“, sagt Tanja Beier über den Mann, den sie im Rathaus gerne als Bürgermeisterin beerben würde. „Nach 24 Jahren ist es Zeit für frischen Wind und auch für eine Frau als Bürgermeisterin“, fügt sie hinzu. Aber den politischen Konkurrenten kritisieren, „das will ich nicht, und so ein Wahlkampf passt auch nicht zu Marktgraitz“.

Kommunalpolitikerin Tanja Beier gibt sich nicht als Grabenkämpferin, sondern als Brückenbauerin. „Straßenbau, Leerstand von Gebäuden – oder der Dorfladen. Das sind doch alles Themen, die nicht nur ich, sondern auch Jochen Partheymüller und SPD-Kandidatin Nathalie Grammon angehen wollen. Weiter kommen wir bei der Lösung nur parteiübergreifend.“

Tanja Beier ist keine Parteisoldatin. Sie gehört seit einer Amtsperiode dem Gemeinderat an, engagiert sich in der Mittelstandsunion sowie der Frauen Union. Aber jahrzehntelanges Parteiengagement, das weist ihr Lebenslauf nicht auf. Zur Politik kam sie erst durch Nachfrage der Christsozialen. Dass die Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner ihr Mut machte, als Bürgermeisterkandidatin anzutreten, „das hat mir schon viel Aufwind gegeben“, meint die 46-Jährige. Kommunalpolitik bedeutet für sie Sachpolitik. Gerade hat Tanja Beier einen „Bürgermeister-Kurs“ besucht. „Schon wichtig, was man da lernt und erfährt. Auch als Gemeinderätin“, erklärt sie.

Als Geschäftsfrau hat sie sich bewiesen

Dass sie als Geschäftsfrau bewiesen hat, dass sie gut organisieren, führen und verwalten kann, das sieht sie als großen Pluspunkt für ihre Bewerbung. Aber eine Herausforderung hat das Bürgermeisteramt, es ist in Marktgraitz übrigens ein Ehrenamt, trotzdem: die Sache mit der Zeit. 28, 15 und neun Jahre sind die Söhne von Tanja Beier. „Mein Mann hat schon gesagt: dann sehe ich dich ja noch weniger“, lacht die Marktgraitzerin. Aber sie ist überzeugt, das Amt würde ihr Spaß machen, und sie kann es zeitlich stemmen. „Und ich bin mir sicher, ich könnte gute Arbeit leisten“, erklärt sie. Tanja Beier geht davon aus, dass es zu einer Stichwahl zwischen ihr und dem Amtsinhaber kommt.

Tanja Beier bäckt sich in Richtung Bürgermeisteramt
Familienunternehmen Pflegeheim: Tanja Beier ist stolz auf das Erreichte. Foto: Till Mayer

„Ich glaube schon, dass ich eine Chance habe, auch, weil ich Marktgraitz und seinen Menschen sehr gut kenne“, erklärt sie. Wird sie Bürgermeisterin, gibt es auf alle Fälle eines bei der Siegesfeier: ein Kuchen-Buffet.

Weitere Artikel zur Kommunalwahl am 15. März finden Sie unter www.obermain.de.

Tanja Beier

Tanja Beier. geborene Trinkwalter, geboren am 28. Februar 1974 in Lichtenfels;

1980-1984 Grundschule Marktgraitz;

1984-1986 Hauptschule Redwitz;

1986-1990 Realschule in Burgkunstadt;

1991-1994 Ausbildung zur Krankenschwester in der Frankenwaldklinik Kronach;

1992 Geburt Sohn Dominic;

1995 Gründung (gemeinsam mit ihrer Mutter) des ambulanten Pflegedienst Marktgraitz;

1997-1998 Ausbildung zur Stationsleitung;

2000-2002 Ausbildung zur Pflegedienstleitung;

2001 Bau des Pflegeheims am Eichberg;

2002 Ausbildung zur Fußpflegerin;

2004 Geburt Sohn Simon;

2009-2010 Weiterbildung zur Hygienefachkraft;

2010 Weiterbildung zur Prüfbegleitung;

2010 Geburt Sohn Felix;

ständige Weiterbildung Qualitätsmanagement, Mitarbeiterführung;

2012 Anbau Pflegeheim am Eichberg;

2014 Gemeinderätin und Neumitglied CSU Marktgraitz;

2015 Mitglied Frauenunion Hochstadt;

2019 Mitglied Mittelstandsunion;

2019 CSU Ortsvorsitzende und Kreisdelegierte;

2020 Kandidatur zur Bürgermeisterin für Marktgraitz und Kreistag Lichtenfels.

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