MICHELAU

In Michelau geht ein arbeitsreiches Jahr zu Ende

Die Dämme rund um Michelau und das Bahnhofsgebiet sollten nun einem hundertjährigen Hochwasser standhalten. Foto: Stefan Lommatzsch/OT-Archiv

Für Bürgermeister Helmut Fischer haben die letzten Male schon begonnen: Die letzten Bürgerversammlungen hat er hinter sich gebracht, nun stand die letzte Jahresschluss-Sitzung des Gemeinderats an. Fischer kandidiert im März bei den Kommunalwahlen nicht mehr fürs Bürgermeisteramt. In seiner Bilanz zum Jahresende wird vor allem eines deutlich: Eine „lame duck“, eine „lahme Ente“, wie die Amerikaner ihren Präsidenten in seinem letzten Amtsjahr nennen, war der Michelauer Bürgermeister 2019 nicht. Ganz im Gegenteil. Er hat noch eine Menge Projekte vorangebracht, die seinen Nachfolger weiter beschäftigen werden.

Dazu gehört der Hochwasserschutz: Die Dämme rund um Michelau und das Bahnhofsgebiet sind so ertüchtigt, dass sie künftig Schutz vor einem hundertjährigen Hochwasser plus 15 Prozent Klimazuschlag bieten. Im August/September wurde mit den Arbeiten an einem neuen Hochwasserpumpwerk im Bereich der Kläranlage begonnen. Sie sollen im nächsten Jahr abgeschlossen werden. Dann muss noch die Schleuse an der Oberen Mühlenstraße erneuert werden.

Das Projekt kostet insgesamt 16,5 Millionen Euro – und ist damit laut Bürgermeister das teuerste, das in der Gemeinde bisher angepackt worden ist. Wobei Michelau selbst mit etwa einer Million Euro beteiligt ist.

Günstigste Preise für Wasser und Abwasserentsorgung

Dazu gehören auch die Sanierungsarbeiten an der Kläranlage und der Mischwasserbehandlungsanlage, die derzeit laufen und bis 2021 abgeschlossen sein sollen. Helmut Fischer zeigte sich stolz darauf, dass der Abwasserzweckverband Marktzeuln-Michelau seinen Nutzern mit 2,13 Euro pro Kubikmeter und einer Grundgebühr von 18 Euro im Jahr den günstigsten Preis im Landkreis anbieten kann. Genauso wie die Michelauer mit 1,45 Euro pro Kubikmeter und einer Grundgebühr von ebenfalls 18 Euro im Jahr den günstigsten Wasserpreis im Landkreis haben.

Dazu gehört außerdem die Johann-Puppert-Schule, deren Sanierung im Herbst startete. Sie wird voraussichtlich zwei Jahre dauern und nach derzeitigem Stand etwa 8,6 Millionen Euro kosten. Auch der Neubau des Schwürbitzer Hortes wurde begonnen. Er soll zum Start des Schuljahres 2020/21 in Betrieb gehen.

Investitionen in Höhe von mehr als 35 Millionen Euro

Fischer erinnerte daran, dass insgesamt Investitionen von mehr als 35 Millionen Euro in Planung und Ausführung zu verwalten waren – bei einem Haushaltsvolumen von etwa 17,4 Millionen Euro. Er zeigte sich zufrieden mit der Einkommensteuerbeteiligung in Höhe von drei Millionen Euro und den Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von 2,8 Millionen Euro. Zum Jahresende habe die Gemeinde noch etwa 2,7 Millionen Euro Kredite, aber auch etwa vier Millionen Euro Rücklagen.

Michelau sei nun eine „barrierefreie Gemeinde“, komplett mit Breitband erschlossen, im Gemeindeteil Michelau hochwassergeschützt und mit beleuchteten Geh- und Radwegen zwischen allen Ortswegen versehen. Es gebe genügend Krippen- und Kindergartenplätze, und die notwendigen Straßensanierungen seien weitgehend abgeschlossen. Öffentliches W-Lan gebe es im und am Rathaus, in den Kulturhäusern, der Mainfeldhalle und der Turnhalle in Schwürbitz.

„Wir bleiben weiterhin führend im Bereich Kinderhorte, Schulen, Kindergärten oder auch Kinderkrippen.“
Judith May, CSU-Fraktionsvorsitzende
Die Generalsanierung der Johann-Puppert-Schule in Michelau hat begonnen. Sie wird voraussichtlich zwei Jahre dauern. Foto: Annette Körber/OT-Archiv

Der Bürgermeister verwies auch auf Maßnahmen für Umwelt und Klimaschutz: Die Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden erwirtschafteten einen jährlichen Überschuss von etwa 50 000 Euro. Die gesamte Straßenbeleuchtung und die Lampen in den öffentlichen Gebäuden seien auf LED umgestellt. Michelau besitze zwei E-Ladesäulen und einen Elektro-Dienstwagen.

Auch in den letzten Monaten seiner Amtszeit wird Bürgermeister Fischer nicht langweilig werden. Das zeigte sein Ausblick: Neben den genannten laufenden Projekten müssen in der nächsten Zeit weitere angepackt werden. Im Frühjahr startet der Hortneubau in Michelau. Auch die Brunnenbach-Sanierung in Lettenreuth ist für 2020 geplant. Dazu kommt die Abdichtung des Dachs über den neuen WC-Anlagen in Neuensee, die Sanierung oder Erneuerung der Mainbrücke in Schwürbitz, die Generalsanierung der Turnhalle, die technische Sanierung der Mainfeldhalle und die Erschließung genehmigter Baugebiete.

Weiter in Richtung umwelt- und ressourcenschonende Zukunft

Kein Wunder, dass auch die Fraktionsvorsitzenden in ihren Schlussworten von einem arbeitsreichen Jahr sprachen. „Unsere Projekte gehen mit großen Schritten voran, ein Ende ist teilweise im nächsten Jahr zu erwarten“, zeigte sich Judith May (CSU) zufrieden: „Wir bleiben also weiterhin führend im Bereich Kinderhorte, Schulen, Kindergärten oder auch Kinderkrippen.“ Als Ziel nicht nur der Gemeinde, sondern jedes einzelnen formulierte sie, nach der Umstellung der Beleuchtung auf LED weiter in Richtung umwelt- und ressourcenschonende Zukunft zu gehen und hier verstärkt tätig zu werden.

Auch Roland Braun (SPD) sprach davon, dass „viel Gutes zum Wohle unserer Gemeinde erreicht worden ist“. Auch wenn im Gemeinderat schon mal heftiger diskutiert werde, so respektiere man doch einander und arbeite gut zusammen: „Das ist gelebte Demokratie.“

May und Braun wie auch Lutz Weisser für die Freien Wähler dankten der Verwaltung, den Gemeindemitarbeitern, allen ehrenamtlich Engagierten und der heimischen Wirtschaft, die Arbeitsplätze bieten und Gewerbesteuer zahlen. „Wir hoffen und wünschen, dass sie von der Rezession verschont bleiben“, betonte Braun.

Belange Michelaus werden nicht berührt

Vorausgegangen war eine kurze Arbeitssitzung, in der Bürgermeister Fischer kurz Bericht aus der jüngsten Sitzung des Abwasserzweckverbands Marktzeuln-Michelau erstattete (das OT berichtete). Außerdem stimmte der Gemeinderat den Bauleitplanungen der Stadt Lichtenfels in Bezug auf den Bebauungsplan „Solarpark Klosterlangheim“ und die Aufstellung des Bebauungsplans B 65 „Akazienweg“ in Buch, jeweils mit Änderung des Flächennutzungsplans, zu. Die Belange Michelaus werden durch die Planungen nicht berührt. Das Gremium stellte aber die Bedingung, dass es auch künftig am Verfahren beteiligt wird.

Paul Habichs (Die Grünen) Anregung, die Verpachtung der Wiesen in Nähe des Rudufersees auf der Mainseite zu kündigen, da seiner Ansicht nach dort zu viel Gülle ausgebracht wird, wurde zur Kenntnis genommen. Seiner Befürchtung, dass es bei Hochwasser zur Verschmutzung des Rudufersees kommen könnte, konnte Bürgermeister Fischer nicht folgen. Habich beklagte aber auch einen Rückgang von Blühpflanzen: „Man sieht ja nicht mal mehr ein Gänseblümchen.“ Seine Anregung, eine umweltfreundliche Bewirtschaftung zur Auflage zu machen, soll nun geprüft werden.

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