WEIDHAUSEN

Bürgerversammlung Weidhausen: Probleme und ehrgeizige Ziele

Bürgerversammlung Weidhausen: Probleme und ehrgeizige Ziele
Die Gemeinde Weidhausen möchte etwas für die Artenvielfalt tun. Wiesen wie diese im Gewerbegebiet könnten im Jahr nur einmal gemäht werden, um so einen vielfältigen Lebensraum für Insekten zu schaffen. Foto: Mathias Mathes

Für die Straßenbeleuchtung in Weidhausen sind die Städtischen und Überlandwerke Coburg (SÜC) zuständig. Zufrieden ist die Gemeinde mit deren Service nicht, wie bei der Bürgerversammlung am Donnerstagabend im Gasthaus „Goldenes Eichhorn“ deutlich wurde.

Probleme bei der Wartung der Straßenbeleuchtung

„Es gibt Probleme bei der Wartung“, betonte Bürgermeister Markus Mönch. Schon von manchem Bürger habe er sich anhören müssen, dass defekte Leuchten lange nicht ersetzt würden. Es könne nicht sein, dass der Austausch einer Lampe, zumal jetzt in der dunklen Jahreszeit, ein halbes Jahr oder länger auf sich warten lasse. Mönch habe die SÜC bereits darauf angesprochen. „Schließlich zahlen wir auch Geld für die Dienstleistungen.“ Stelle sich keine Besserung an, werde die Gemeinde über einen Anbieterwechsel nachdenken müssen.

Wie Mönch erklärte, möchte die Gemeinde ihren Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt leisten. Der Gemeinderat werde nach einer Begehung im Januar festlegen, welche gemeindlichen Grünflächen als Blühwiesen in Frage kommen. Diese Wiesen sollen dann nur noch ein- oder zweimal im Jahr gemäht werden und so einen Lebensraum für eine Vielzahl von Insektenarten bieten. Nicht gemähte Gemeindeflächen stießen durchaus auf Akzeptanz, allerdings nicht bei allen Bürgern, so Mönch.

Heftig umstritten: Abschalten der Laternen wegen Insekten

Heftig umstritten ist nach seinen Worten in Neuensorg, die Straßenlaternen zwischen dem Ortsteil und Weidhausen auszuschalten, um Insekten zu schützen. Alternativen sind eine Abschaltung nur für einen Teil der Nachtstunden oder spezielle Leuchten, die weniger Insekten anziehen. Zu bedenken sei, dass die Gemeinde für etwa 3500 Euro eine gesonderte Schaltung für sieben Leuchten installieren müsse.

Ärger über Verkehrsführung der Mühlleite

Ein Ärgernis für viele Anwohner ist die Verkehrsführung der Mühlleite. „Das ist suboptimal gelöst“, räumte der Bürgermeister mit Blick auf die kritisierte scharfe Kurve ein. Sie erscheine unübersichtlich, weshalb sich Bürgerinnen und Bürger wegen der potenziellen Unfallgefahr sorgten. Aktuell sehe die Polizei aber keine Notwendigkeit für besondere Maßnahmen. Die Geschwindigkeit sei eben entsprechend anzupassen. „Wir können jetzt nur abwarten, ob sich Probleme ergeben und dann reagieren“, erklärte Mönch.

Für Tempo 30 in Trübenbacher Straße und Finkenweg sprach sich Dieter Freitag aus. Zudem sollten teilweise Parkverbote in der Trübenbacher Straße für mehr Übersichtlichkeit sorgen. Klagen hörte der Bürgermeister darüber hinaus wegen Verschmutzungen im Gewerbegebiet hinter den Verbrauchermärkten. Lastwagen-Fahrer würden dort Station machen und ihren Müll hinterlassen. Die Polizei habe nicht genügend Kräfte, um sich um das Problem zu kümmern, so Mönch. Vielleicht könne sich die neue Sicherheitswacht der Sache annehmen.

Bürgermeister Mönch zieht positive Bilanz: Schulden deutlich

Mönch zog eine positive Bilanz der zu Ende gehenden Wahlperiode. Seit 2008 habe die Gemeinde keine Schulden mehr gemacht, sondern abgebaut. Der Schuldenstand sei von rund 6,3 Millionen auf etwa 1,4 Millionen Euro gesunken. Jedoch stünden jetzt große Investitionen an. Der Bürgermeister nannte die Sanierung der Schulturnhalle, den Ausbau der Hallstraße mit Kanalbau sowie die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs für die Feuerwehr Neuensorg und die die Verbesserung des Brandschutzes am Mittelbau der Schule.

Die bis 2023 geplanten Investitionen summierten sich auf ein Volumen von rund fünf Millionen Euro. Sie sollen ohne Kreditaufnahme finanziert werden. Mönch gab zu, dass dies ein ehrgeiziges Ziel sei. Schon leichte Rückgänge bei den Einnahmen aus der Gewerbsteuer oder eine Erhöhung der Kreisumlage könnten den Finanzierungsplan ins Wanken bringen. Läuft alles wie geplant, rechnet die Gemeinde mit einer Finanzierung mit Hilfe ihrer Rücklagen.

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