MICHELAU

Turnhalle Schwürbitz wird später generalsaniert

Turnhalle Schwürbitz wird später generalsaniert
Vorläufig noch auf Eis gelegt: die Sanierung der Turnhalle in Schwürbitz. Foto: Gerda Völk

Was sich im Mai anlässlich der Fertigstellung der Deichnachrüstung schon abzeichnete, hat Michelau vom Wasserwirtschaftsamt Kronach nun schriftlich: Die Kosten für den Hochwasserschutz haben sich von 13,5 Millionen Euro auf 16,5 Millionen erhöht.

Damit beträgt der Eigenanteil der Gemeinde jetzt knapp eine Million Euro (992 000 Euro) anstatt, wie ursprünglich veranschlagt, 739 500 Euro. Bei seiner jüngsten Sitzung am Mittwoch sollte der Gemeinderat diese Mehrkosten anerkennen, was auch durch einen entsprechend einstimmig gefassten Beschluss geschah. Die letzte Rate wird die Gemeinde im Februar 2020 überweisen, informierte Bürgermeister Helmut Fischer.

„Nach 40 Jahren ist es an der Zeit, dass die Reparaturen beginnen.“
Roland Braun, SPD-Fraktionssprecher

Nach derzeitigem Stand erhält die Gemeinde keine Förderung für die Sanierung des Daches der Turnhalle in Schwürbitz. Nach Auskunft der Regierung von Oberfranken müssten dafür die zuwendungsfähigen Kosten mindestens ein Viertel der Neubaukosten betragen. Für die Gemeinde stellt sich die Frage, ob sie ohne Zuschüsse sanieren oder in absehbarer Zukunft eine Generalsanierung ins Auge fassen soll.

Eine Fragestellung, mit der sich im Vorfeld der Sitzung auch die Fraktionen beschäftigten. Um an Fördermittel zu kommen, sprach sich Roland Braun, Fraktionssprecher von SPD/JSB, dafür aus, alle anfallenden Arbeiten und Kosten durch ein Ingenieurbüro ermitteln zu lassen. „Nach 40 Jahren ist es an der Zeit, dass die Reparaturen beginnen.“ Ähnlich sah es auch Judith May, Fraktionsvorsitzende der CSU. Es sei klar, dass große Arbeiten anstehen, sagte sie. Ihre Fraktion befürworte eine Generalsanierung. Clemens Weisser (CSU) gab zu bedenken, dass eine so große Sanierung kein Pappenstiel sei und die Gemeinde Michelau in den nächsten Jahren noch drei Großprojekte zu stemmen habe.

Noch immer beneidenswert niedrige Schulden

„Ich schwebe nicht im Nebel, was die finanzielle Seite der Gemeinde betrifft“, erklärte Bürgermeister Fischer. Michelau werde immer noch in einem Verschuldungsgrad liegen, nach dem sich andere Gemeinden die Finger lecken. Letztlich möchte der Gemeinderat eine Generalsanierung der Turnhalle in Schwürbitz in ein oder zwei Jahren ins Auge fassen.

Die beiden Anträge von Paul Habich (Bündnis 90/Die Grünen) standen bereits in der Oktobersitzung zur Diskussion. Keine Aussicht auf Realisierung hat der Antrag auf einen Fahrradweg in der Bahnhofstraße. Zum einen reichen die Gehwege in der Breite nicht für eine mögliche Umnutzung als Radweg aus. Zum anderen sei auch eine die Ausweisung eines Radwegs im Straßenbereich problematisch, da es gerade im Berufsverkehr zu massiven Störungen kommen könnte.

Der zweite Antrag betraf einen Fahrradweg im Schwürbitz, der von der Mainbrücke bis zum Kirchweihplatz und dabei entlang der geplanten Hochwasserschutzmauer führen soll. Laut Bürgermeister Fischer steht die Gemeinde mit dem Wasserwirtschaftsamt in Verbindung, da diese Bereiche die Hochwasserschutzmaßnahme berühren. Die durchschnittliche Breite zwischen Fahrbahn und neuer Hochwasserschutzmauer betrage rund zwei Meter. Da aber die vorhandenen Bäume erhalten werden sollen, brächte der Begegnungsverkehr erhebliche Probleme mit sich.

Abwarten, was das Wasserwirtschaftsamt macht

Das Wasserwirtschaftsamt sehe einen geschotterten Baustellenweg vor. In wie weit dieser später als Geh- und Radweg Verwendung finden könnte, sei letztlich Angelegenheit der Gemeinde. Roland Braun (SPD-JSB) wies auf die Problematik eines Schotterweges bei möglichen Hochwässern hin. Katja Ament (CSU) gab zu bedenken, dass mit der geplanten Wegführung der Fahrradverkehr an der Schwürbitzer Gastronomie vorbeigeleitet werde. Bürgermeister Fischer riet abzuwarten, was das Wasserwirtschaftsamt mit seiner Baustraße macht.

Im Verlauf der Gemeinderatssitzung stellte Habich einen Antrag auf Aufnahme der Gemeindeteile in die Dorferneuerung und Michelaus in die Städtebauförderung. Er begründete dies mit der Zunahme der Leerstände in Schwürbitz und der Kerngemeinde. Allein im Umfeld „Fischerberg“ in Schwürbitz stehen das ehemalige Fischer-Bräu-Gebäude, der Mandala-Laden, der Dorfladen, die Gastwirtschaft Fugmann und die Metzgerei Vogel leer, beziehungsweise sei deren künftige Nutzung ungewiss. Nahezu alle Kommunen im Landkreis Lichtenfels griffen auf diese wirksamen Instrumente zurück, nur nicht Michelau, argumentierte Habich.

Dem hielt Braun entgegen, dass man dazu die Privateigentümer brauche. Die Gemeinde alleine könne nichts machen. Bürgermeister Fischer versprach, den Antrag an die Regierung von Oberfranken weiterzuleiten.

Auf einen Blick

Die in der vorigen nichtöffentlichen Sitzung des Gemeinderats gefassten Beschlüsse:

• Der Gemeinderat stimmte einer Änderung des Wartungsvertrags mit dem Bayernwerk zu, der ein Einsparpotenzial von jährlich rund 5420 Euro bei der Straßenbeleuchtung (außer Oberreuth) bringt.

• Weiter wurde der Planungsauftrag für eine Vergleichsuntersuchung bezüglich der Sanierung der Mainbrücke in Schwürbitz für 22 000 Euro an die Firma SRP vergeben.

• Zum Stand des Breitbandausbaus teilte Bürgermeister Fischer mit, dass die Tiefbauarbeiten Ende Oktober abgeschlossen wurden. Die Inbetriebnahme aller Kundenanschlüsse ist für spätestens Ende Januar 2020 geplant.

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