OBERLANGENSTADT

Ein Nahwärmenetz als Chance für Oberlangenstadt

Bürgermeister Bernd Rebhan brachte im Rahmen der Dorferneuerung fürOberlangenstadt und Hummenberg die Idee ein, im Altortbereich vonOberlangenstadt ein Nahwärmenetz zu errichten. „Gas kommt von weit her, Holzhaben wir bei uns“, appellierte er. Foto: Rainer Glissnik

Der eng bebaute Bereich in der Nageler Straße eignet sich besonders für ein Nahwärmenetz, regte Bürgermeister Bernd Rebhan im Rahmen der Dorferneuerung an. In Nagel habe sich gezeigt, dass auch für sehr eng bebaute Bereiche ein Nahwärmenetz geschaffen werden kann. Vielleicht gelinge dies auch in Oberlangenstadt, sagte er bei der Bürgerversammlung im voll besetzten Sportheim.

„Ich bin da durchaus offen dafür und werde mich dafür sehr stark einsetzen“, sagte der Bürgermeister. „Viel CO2 wird so eingespart und das Geld bleibt in der Region. Wenn die Straßen ohnehin aufgerissen werden, wäre dies eine Idee, über die nachgedacht werden sollte.“ Hans Jürgen Klose hatte wegen Gasleitungen und der Verkabelung der Oberleitungen nachgefragt. Es ist auch in Oberlangenstadt vorgesehen, Stromleitungen unter die Erde zu bringen und weitere Verkabelungen zu machen, versicherte Bürgermeister Bernd Rebhan. Dazu gehöre auch Glasfaser bis zum Haus.

„Gas kommt von weit her, Holz haben wir bei uns.“
Bernd Rebhan, Bürgermeister

„Gas kommt von weit her, Holz haben wir bei uns“, warb der Bürgermeister für ein Nahwärmenetz. Auch die Heizung der Alten Schule sollte saniert werden. Gerade im Altortbereich von Oberlangenstadt könnte etwas derartiges entstehen. Damit die Idee verwirklicht werden kann, müsse geprüft werden, wer mitmacht.

„Macht mit. Bringt euch mit ein“, appellierte Bürgermeister Bernd Rebhan an die Bürger von Oberlangenstadt und Hummenberg, die Chancen einer Dorferneuerung zu nutzen. Spätestens im März werden zehn Personen für den Vorstand gewählt. Für das Fördergebiet seien mindestens drei Millionen Euro Zuschuss vorgesehen. Da keine Straßenausbeiträge mehr erhoben werden, kämen auf die Bürger auch keine Belastungen mehr zu, erklärte Joachim Block vom Amt für ländliche Entwicklung.

Auch private Grundstückseigentümer können profitieren. Bis im Rahmen der Oberlangenstadter Dorferneuerung die ersten Bagger fahren, wird allerdings noch einiges Wasser die Rodach hinunterfließen. Doch die Ziele nehmen konkrete Formen an. Die Grundstückseigentümer im Fördergebiet haben einige Möglichkeiten, Fördergeld für private Vorhaben als Unterstützung zu erhalten.

Aufbauend auf dem von den Arbeitskreisen unter Mitwirkung des Planungsbüros erarbeiteten Dorfentwicklungskonzepts müsse nun der Umfang der Förderung der öffentlichen Vorhaben festgelegt werden, erklärte Bürgermeister Rebhan.

Insgesamt stehen 13 Schwerpunktmaßnahmen in Aussicht: Abhängig von der Verfügbarkeit des Grundstücks die ökologische Aufwertung des Mühlbachs im Bereich Fischgoden/Bogenbrücke. Der Dorfplatz zwischen Feuerwehrhaus und Alter Schule soll aufgewertet werden. Die Außenanlagen der alten Schule sollen gestaltet werden, die Alte Schule soll saniert werden. Gestalterische und funktionelle Maßnahmen sollen im Straßenraum „Alte Poststraße“ zwischen Brunnenplatz und Abzweigung Grabenweg erfolgen. Neu gestaltet werden sollen die Mühlgasse und die Nageler Straße. Die historische Brücke über den Mühlbach soll saniert werden. Der Fußweg an der Roddach soll verbessert werden. Außerdem soll eine Ortschronik entstehen. In Hummenberg geht es um die Verbesserung des Dorfmittelpunkts um die Linde und des umgebenden Straßenraums.

„Ich bitte sie, sich immer aktiv zu beteiligen“, appellierte Joachim Block an die Bürger. Privat werden dorfgerechte Um-, An- und Ausbaumaßnahmen sowie dorfgerechte Erhaltung, Umnutzung und Gestaltung von Wohn-, Wirtschafts- und Nebengebäuden oder Ersatz- und Neubauten zur gestalterischen Anpassung oder Innenentwicklung gefördert. Es gibt Fördersätze bis zu 35 Prozent (maximal 50 000 Euro) oder bis zu 60 Prozent (maximal 80 000 Euro je Gebäude). Zunächst sollte eine Anfrage beim Amt für Ländliche Entwicklung gestellt werden, auf die ein Ortstermin mit kostenloser Beratung erfolgt. Anträge gibt es bei der Marktgemeinde oder im Internet. Danach kann eine Antragstellung erfolgen.

Das Fördergebiet der Dorferneuerung

„Wir haben versucht, so viel wie möglich von Oberlangenstadt und Hummenberg in das Verfahrensgebiet zu bringen“, erläuterte Bürgermeister Bernd Rebhan. Joachim Block vom Amt für Ländliche Entwicklung präsentierte das Fördergebiet. Alle Vorhaben würden auf fünf Millionen Euro kosten, so dass bei 60 Prozent Förderung drei Millionen Euro Fördermittel möglich wären. Der „Neue Ring“ ist nicht dabei, kritisierte der frühere Bürgermeister Herbert Schneider. Gerade die Achse zu den Einkaufsmärkten bleibe außen vor.

„Es ist unverständlich dass die paar Meter nicht einbezogen sind, obwohl dies von der Priorität ausgeprägt war.“

„Wir schreiben dies in den Wunschzettel hinein“, sagte der Bürgermeister Bernd Rebhan. Bei einer Abstimmung sprachen sich alle dafür aus, den „Neuen Ring“ in den Förderbereich aufzunehmen.

„Wir haben sehr gekämpft“, verdeutlichte Bürgermeister Rebhan. Joachim Block sah keine Chancen mehr.

Schon die Einbeziehung der Mittelstraße sei ein großer Erfolg. (rg)

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