MANNSGEREUTH

Hoffnung auf günstige Bauplätze nicht erfüllt

Einen breiteren Rahmen nahm der Antrag auf Änderung des Mannsgreuther Gewerbegebietes Austraße in ein Misch- oder Wohngebiet ein. Aus mehreren Gründen lehnte ihn das Gremium mehrheitlich ab. Drei Grundstückseigentümer hatten zu Beginn des Jahres beantragt, das Gewerbegebiet in ein Misch- oder Wohngebiet zu ändern. Zur Begründung führten sie an, dass nach Auskunft der Regierung von Oberfranken die 25-jährige Bindungsfrist für die damalige „Industrieförderung“ abgelaufen und ein anderweitiges Verfügen über das Baugebiet förderunschädlich möglich sei. Interessenten für die Bauplätze wären vorhanden, allerdings nicht für eine gewerbliche Nutzung. Mit der Gebietsänderung könnten sofort günstige Bauplätze entstehen, ohne dass der Gemeinde durch neue Bau- oder Erschließungsmaßnahmen größere Kosten entstehen würden.

Von Anfang an Skepsis des Gremiums gegenüber dem Antrag

Schon zu diesem Zeitpunkt war sich das Gremium einig, bevor ein aufwendiges und teures Bebauungsplanverfahren eingeleitet werde, über das Landratsamt abzuklären, ob im Hinblick auf die schon vorhandenen Gewerbebetriebe eine Änderung des Baugebietstyps in ein Mischgebiet oder in ein allgemeines Wohngebiet überhaupt möglich beziehungsweise zulässig wäre, ohne in geschützte Rechtspositionen einzugreifen. Daneben sollten die Eigentümer der schon vorhandenen Gewerbebetriebe zu der beantragten Änderung des Baugebietstyps angehört werden. Das Landratsamt Lichtenfels empfiehlt in seiner Stellungnahme, von einer Änderung des Baugebietstyps abzusehen, und teilt mit, dass eine Umwidmung des Gewerbegebiets „Mannsgereuth-West“ in ein allgemeines Wohngebiet nicht möglich sei. In einem solchen seien keine Gewerbebetriebe zulässig.

Große Bedenken der angesiedelten Gewerbetriebe

Der Flächennutzungsplan der Gemeinde Redwitz müsste bei Umwidmung in ein Mischgebiet insoweit geändert werden, dass er im Bereich des Bebauungsplans „Mannsgereuth-West“ gemischte Bauflächen darstellt. Nur dann könne im Bebauungsplan ein Mischgebiet festgesetzt werden, ohne gegen das Entwicklungsgebot zu verstoßen.

Warnung: Es könnten Entschädigungsansprüche entstehen

Weiter haben vier im Plangebiet angesiedelte Gewerbebetriebe bisher Stellungnahmen zum Änderungsantrag abgegeben. Sie äußern große Bedenken bezüglich der Maßnahme und lehnen eine Änderung des Baugebietstyps entschieden ab, da sie sich in ihren betrieblichen Entwicklungsmöglichkeiten eingeschränkt sehen. Gerade diese Entwicklungsmöglichkeiten wären in die Abwägung einzubeziehen. Zudem könnten bei einer Änderung der Art der baulichen Nutzung von einem Gewerbegebiet in ein Mischgebiet für die bereits bestehenden Gewerbebetriebe Entschädigungsansprüche gegen die Gemeinde entstehen, so das Landratsamt. In Anbetracht der oben genannten Gesichtspunkte werde empfohlen, von einer Änderung des Baugebietstyps im Bebauungsplan „Mannsgereuth-West“ abzusehen. Bei drei Gegenstimmen lehnte der Gemeinderat, unter Berücksichtigung der genannten Gesichtspunkte und um keine vermeidbaren Kosten zu verursachen, die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens zur Änderung des Gewerbegebietes Austraße ab.

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