MICHELAU

Fotokurs: Bewusstes Sehen und Knowhow

Ausdruckstarke Tierportraits erfordern dass man sich nicht nur mit dem Tier sondern auch der eigenen Kamera gezielt auseinandersetzt. Anregungen dazu gibt der Kurs des Michelauer Fotoclubs. Foto: Klaus Gagel

Handys sind auf dem besten Weg, in Sachen Fotografie den renommierten Spiegelreflexkameras den Rang abzulaufen. Das schnelle Bild, flugs weitergeleitet via Facebook oder Instagram, gepaart mit den Apps einer automatisierten Bildbearbeitung, verführen zu einer Oberflächlichkeit, bei der die Ästhetik nicht selten auf der Strecke bleibt. Gegen diesen Trend stemmt sich der Fotokurs des Michelauer Fotoclubs „Besser fotografieren“, der am Mittwoch, 18. September beginnt.

Hier geht es um die Qualität der Bilder, und die setzt in erster Linie ein bewusstes Sehen und darüber hinaus ein gewisses technisches Verständnis voraus. Bewusstes Sehen kann man lernen und trainieren. So entstehen Bilder, vor denen der Betrachter länger stehen bleibt, anstatt sie mit einer Wischbewegung zu überfliegen.

Weil der Automatikmodus so herrlich bequem ist

Mit dem technischen Verständnis ist das so eine Sache. Die Bedienungsanleitungen moderner Spiegelreflexkameras bestehen oft aus mehr aus 100 Seiten. Das verführt nicht gerade dazu, sich mit Blende, Verschlusszeit, ISO-Werten und Weißabgleich gezielt auseinanderzusetzen. Deshalb setzen auch hier viele Fotografen auf den Automatikmodus. Die Kamera wird schon wissen, wie es richtig ist und schließlich kommt ja hinterher fast immer ein gut belichtetes Bild heraus.

Dabei wird oft übersehen, welche Finessen das Bild noch attraktiver gemacht hätten. Der Vergleich mit Fastfood aus der Dose und den Kochkünsten eines Spitzenkochs drängt sich auf.

Es wird viel Wert auf praktische Arbeit gelegt

Für alle, die ihre fotografischen Künste gezielt verbessern wollen, bietet der Fotokurs der Michelauer Fotofreunde den passenden Einstieg. Dabei wird großer Wert auf die praktische Arbeit mit der eigenen Kamera gelegt. Es geht um elementare Fragen der alltäglichen Fotografie. Wie vermeidet man einen störenden Hintergrund oder wie umgeht man die roten Pupillen bei Blitzlichtaufnahmen? Wenn es ums Zubehör geht, schließt der Kurs auch eine Kaufberatung mit ein.

Der Kurs besteht aus Modulen. Im Basisteil, der sechs Abende umfasst, werden anhand von Beispielbildern gelungene Bildkompositionen und eine bewusste Farbgestaltung im Bild erarbeitet. Ebenfalls sehr verständlich und praxisorientiert ist der technische Teil gehalten, der auch Aufnahmen von Porträts, Paaren und Gruppen umfasst. Fortgeschrittene Fotografen profitieren an vier weiteren Abenden durch konkrete Praxisbeispiele. Das Angebot orientiert sich an den Wünschen der Teilnehmer.

Die können sich mit der Fotografie von Kindern ebenso auseinandersetzen wie mit dem Fotografieren von Stillleben oder Objekten für Ebay. Die restlichen Abende sind dem besonderen Familienereignis am Beispiel einer Hochzeit oder der Reise- und Landschaftsfotografie gewidmet.

Auch die Sport- und Actionfotografie sowie die Nah- und Makrofotografie stehen auf Wunsch auf dem Kursplan. Für Jugendliche, mit ihrem Handy fotografieren, wäre der Kurs ebenso geeignet wie für die Besitzer einer Bridge- oder Spiegelreflexkamera. Dabei sind allerdings die technischen Möglichkeiten für Handyfotografen deutlich eingeschränkt.

Der Kurs beginnt am 18. September im Kulturhaus Neuensee. Er soll rechtzeitig vor Dezember enden. Die Abende dauern von 19.30 bis 21 Uhr.

Anmelden kann man sich via E-Mail an klaus.gagel@gmx.de oder Tel. (09571) 88311. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Weitere Informationen erhalten Interessenten unter www.fotoclub-michelau.de.

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