MARKTGRAITZ

Marktgraitzer Steinachstraße bereitet Sorgen

Gemeinderat: Marktgraitzer Steinachstraße bereitet Sorgen
Die marode Steinachstrasse soll auf der Höhe von Anwesen Nummer 9 soll zuerst einmal eine Grundsicherung Abhilfe der entstehenden Probleme schaffen. Foto: Roland Dietz

Einen seltenen Antrag hatten die Familien Förtsch und Gesslein zur Gemeinderatssitzung gestellt. Sie baten die Räte mit Nachdruck um die Beseitigung von Straßenschäden in Höhe des Anwesens Steinachstraße 9. Und genau darüber wurde beim jüngsten Treffen beraten.

Es geht längst um mehr als kleine Schlaglöcher. Randstein und Entwässerungsstreifen lösen sich immer mehr von der Asphaltdecke und die Rinne senkt sich mittlerweile derart in Richtung des Privatgrundstücks, dass das Wasser in den Vorgarten fließt und sogar die Kellerwand durchnässt wird. Die Familien befürchten, dass die Entwässerungsrinne eines Tages komplett ins Grundstück abrutscht. In dem Spalt zwischen Asphalt und Entwässerungsrinne könnten sich die Reifen von Fahrrädern verfangen, es könne zu Stürzen oder Unfällen kommen, argumentieren sie. Und sie weisen auf die Verkehrssicherungspflicht der Gemeinde hin.

Gemeinde bleibt „am Ball“

Bürgermeister Jochen Partheymüller gab den Familien recht: Der Antrag sei nicht an den Haaren herbeigezogen, die Probleme gebe es tatsächlich. Und so diskutierte das Gremiums nur kurz. Die Räte legten fest, dass eine Grundsicherung erfolgen soll. Ehe eine umfassende Sanierung erfolgen kann, werden Fördermöglichkeiten abgeklärt. Die Gemeinde müsse „am Ball“ bleiben, darin herrschte Einigkeit. Bereits im November 2016 war der Zustand der Steinachstraße Thema am Lesertelefon des Obermain-Tagblatts.

Wo ein Dorfladen entstehen könnte

Verabschiedet wurde außerdem ein Selbstbindungsbeschluss für das Förderprogramms „Innen statt Außen“ beschlossen. Dieser ist eine der Voraussetzungen, um für die Initiative zum Flächensparen zugelassen zu werden. Ein Anliegen ist, Baumöglichkeiten beziehungsweise Wohnraum im Ortskern zu schaffen.

Der Markt Marktgraitz beabsichtigt, im Rahmen einer Dorferneuerung die gemeindeeigenen, stark sanierungsbedürftigen Anwesen Marktplatz 10 und 14 einer neuen Nutzung zuzuführen, beispielsweise als „Haus der keltischen Handwerkskünste in Oberfranken“ sowie eventuell einen Dorfladen zu errichten. Daneben steht die alte Schule am Marktplatz 9, ebenso auch in Gemeindehand, für eine neue Nutzung zur Verfügung. Vorzugsweise soll hier eine Arztpraxis eröffnen. Und so hoffen die Graitzer, erhöhte Zuschüsse zu erhalten. Bis zu 80 Prozent stehen im Raum.

Seit August vergangenen Jahres nimmt der Markt Marktgraitz am Programm „Marktplatz der Generationen“ des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales teil. Dessen Ziel ist es, auf die lokalen Rahmenbedingungen zugeschnittene, passgenau seniorenpolitische Entwicklungsstrategien zu erarbeiten und umzusetzen. Dabei wird die Kommune beratend begleitet. Seit Jahren kümmert sich die Gemeinde verstärkt um die Innenentwicklung. Die letzte Ausweisung von Bauland erfolgte im Jahr 2000, also vor 19 Jahren. In diesem Baugebiet („Auf der Höh“) gibt es immer noch freie Bauplätze. Die Räte beschlossen, dass der Markt der Innenentwicklung des Ortskerns Vorrang einräumt.

Die angestrebte Dorferneuerung soll diese Entwicklung stärken. Und es gilt zu prüfen, ob der Baulandbedarf nicht vorrangig durch Brachflächen beziehungsweise durch Baulücken in vorhandenen Bebauungsplangebieten gedeckt werden kann. In diesem Punkt waren sich alle Räte einig. Seit 2014 stellt der Markt Marktgraitz auf seiner Homepage eine Liste von Verkaufsgrundstücken, bebaut und unbebaut, bereit, in die sich jeder Interessent kostenlos eintragen lassen und informieren kann. Dieses Lehrstands-Management soll noch intensiviert werden.

Daneben gewährt die Marktgemeinde weiter ein kommunales Baukindergeldes in Höhe von 1000 Euro je Kind und bis zu maximal drei Kinder.

Im Gemeinderat kurz notiert

• Bürgermeister Jochen Partheymüller informierte über den Bericht der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner (CSU). Dieser sei serh erfreulich gewesen. Kernpunkte der Gespräche waren die geplanten Stromtrassen. Es gebe eine Chance, dass Graitz nicht betroffen sei, so Partheymüller.

• Emmi Zeulner will sich auch noch einmal einer möglichen Straßensanierung Oberreuth-Trübenbach annehmen.

• Der Markt Marktgraitz hat mit dem Coburger Landrat Kontakt aufgenommen, um den Busnahverkehr in die Vestestadt zu verbessern.

• Geplant ist, für den Kindergarten ein Sonnensegel anzuschaffen.

• Die Segnung des sanierten Kreuzes ist buchstäblich ins Wasser gefallen und wird am 7. Juli nachgeholt.

• Am 13. Juli findet auf dem Marktplatz das „Graatzer Sommerfest“ statt. Vereine und Interessenten, die teilnehmen möchten, melden sich bei der Gemeinde. (rdi)

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