NEUENSEE

Dunkel, naturtrüb und süffig: das Bier von „Main Brauwerk“

Dunkel, naturtrüb und süffig: das Bier von „Main Brauwerk“
Das voll besetzte Glascafé prostete sich nach dem gelungenen Bieranstich zu. Foto: Stefan Motschenbacher

Am Montag wurde die neue Brauerei „Main Brauwerk“ feierlich eröffnet. In Anwesenheit zahlreicher Prominenter hielt Weihbischof Herwig Gössl einen Wortgottesdienst und segnete die neue Anlage nach altem Brauch. Die Mitarbeiter stellten sich vor, und in stilvoll dekoriertem Ambiente wurde bei Imbiss und Bierprobe fröhlich gefeiert.

Bischof Gössl zog ein, begleitet von Ministrantinnen, die ein kunstvoll gefertigtes Kreuz trugen. „Silvia & Friends“, die Kinder-Band des Nachmittags, begrüßten alle Gäste mit einem fröhlichen Lied. Helmut Springfeld, Geschäftsführer der Sankt Joseph Werkstätten gGmbH, hieß zahlreiche Gäste im „wunderschönen“ Glascafé der Zweigwerkstatt Neuensee willkommen.

Der Weihbischof betonte, dass er gerne zugesagt habe, die Brauerei zu segnen. Denn auch wenn er in Bamberg daheim ist, komme so eine Gelegenheit nicht sehr oft vor. Auch in der Bibel gebe es nicht so viele Stellen, in denen es ums Bier geht. Und wenn, dann werde davon geschwärmt und gleichzeitig davor gewarnt. Doch eine Stelle fand sich, auf die auch Pastoralreferent Peter Lachner in seiner Lesung Bezug nahm.

„Sei gepriesen für Gerste, Malz und Wasser, für Keller, Bock und Weizen, für deine guten Biere, denn du bist wunderbar, Herr!“
Bei der Segnung gesungenes Lied

In der Bibel wird von Bier in Verbindung mit einem Festmahl zitiert: Fröhlich solle es zugehen, und das Bier rein und bekömmlich sein. Gemeinsamkeit, Geselligkeit und Fröhlichkeit sollten an so einem frohen Tag im Vordergrund stehen. Und so war es auch in Neuensee. Sogar im gemeinsam gesungenen Lied hieß es: „Sei gepriesen für Gerste, Malz und Wasser, für Keller, Bock und Weizen, für deine guten Biere, denn du bist wunderbar, Herr!“

Dunkel, naturtrüb und süffig: das Bier von „Main Brauwerk“
Bischof Gössl spendete im Brauhaus den Segen. Foto: Stefan Motschenbacher

Nach Fürbitten, Gebet und Segen zog eine kleine Prozession in den Brauereiraum, wo Bischof Gössl die Segnung vornahm. Den Fassanstich übernahmen die beiden Brauer Thomas Neugeboren und sein Stellvertreter Daniel Suffa. Unter dem Beifall der Gäste versorgten die Mitarbeiter alle Anwesenden mit einem Glas des dunklen, naturtrüben, süffigen Getränks. Ein gemeinsames Prost durfte nicht fehlen, und sowohl Geschäftsführer Springfeld als auch Bischof Gössl gingen durch die Reihen und stießen gerne mit allen an.

Eine sinnvolle Tätigkeit für Menschen mit Behinderung

In seinem Grußwort zollte Bürgermeister Helmut Fischer den Verantwortlichen und Mitarbeitern Respekt für die Arbeit in und an der Brauerei, die ja über das normale Tagesgeschäft hinaus gehe. Er zerstreute die an ihn bereits herangetragene Bedenken, dass die Neuenseer Brauerei eine ernsthafte Bedrohung der oberfränkischen Brauereiwirtschaft darstellen könnte. Es gehe vorrangig um die „Beschäftigung unserer Menschen mit einer sinnvollen und verantwortungsbewussten Tätigkeit“.

Schulleiter Werner Lindner von der Sankt-Katharina-Schule in Lichtenfels stellte das Projekt „Schulen und der FCN“ vor. Ein Projekt, von dem man in Zukunft noch hören wird, weil sich mit den angeschlossenen Schulen und dem FC Nürnberg Partner gesucht und gefunden hätten. Einen Gruß richtete auch Herr Wöß, ein Mitarbeiter der Mälzerei Weyermann aus Bamberg, aus. Man freue sich über die neue Brauerei. Er habe sofort erkannt, das „hier etwas dahinter steckt“. Im Austausch zum mitgebrachten Malzschaukasten gab es für ihn eine fränkische Brotzeit, natürlich mit dem „Werkstöffla“-Bier aus Neuensee.

Von der Idee über den „Pumpenstopfer“ bis zum elften Sud

Dunkel, naturtrüb und süffig: das Bier von „Main Brauwerk“
Brauer Thomas Neugeboren zapfte die ersten Gläßer „Werkstöffla“ - nach dem Anstich durch Kollegen Daniel Suffa. Foto: Stefan Motschenbacher

Anschließend stellten Geschäftsführer Hartmut Springfeld und Brauer Thomas Neugeboren den Werdegang der Brauerei auf humorige Weise vor. „Wie kommt man drauf, eine Brauerei entstehen zu lassen?“ fragte der eine, während der andere von der Idee bis hin zum ersten „Pumpenstopfer“, einem Abfüllproblem, das gelöst werden musste, erzählte. Mittlerweile sei man beim elften Sud und könne von gleichbleibender, solider Qualität sprechen. Ein besonderer Dank galt der Heidehofstiftung, von der ein großzügiger Zuschuss kam, und den Herren Sickinger von einer Wiener Brauerei, die aus Österreich oftmals anreisten und im Hinblick auf Sudhaus, Technik und Brauverfahren wichtige Hilfe leisteten.

Die Mitarbeiter der Brauerei kamen auf die Bühne und stellten sich und ihre Aufgabe vor. Sie wurden ebenfalls mit einem herzlichen Applaus bedacht. Das Besondere an diesem Projekt, so Geschäftsführer Springfeld, sei eben auch die Aufgabe, Menschen mit Behinderung durch eine qualifizierende Tätigkeit den Arbeitsmarkt zu erschließen. Bei einer Bierprobe mit Imbiss und guten Gesprächen endete der Nachmittag.

Pflanzenbörse der Gartenbauvereine, O-Grilln und O-Zapfn

Am Samstag, 4. Mai, steht mit der Pflanzenbörse der Gartenbauvereine Neuensee und Michelau ab 14 Uhr bereits die nächste Veranstaltung an. Das Café wird geöffnet sein, und mit dem O-Grilln, gepaart mit dem O-Zapfn, haben alle Einwohner Gelegenheit, die Spezialitäten zu probieren. Auch der Werkstattladen ist zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet. Ab 17 Uhr spielt das Blaskapellentrio „ROZ“ auf und unterhält die Gäste.

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