MARKTZEULN

Teresa Zukic: Alleine sein ist keine Lösung

Schwester Teresa Zukic fesselte mit ihrem Vortrag ihre Zuhörer. Foto: Roland Dietz

Es gibt Menschen die andere beeindrucken können. Meist eilt ihnen in ihrem Wirken schnell ein besonderer Ruf voraus. So ein Mensch ist Schwester Teresa Zukic. Sie gehört im Moment wohl zu den Wenigen, die in der Lage sind, der katholischen Kirche eine sehr positive Außendarstellung zu geben. So ist ihre Sicht auf das Zusammenleben geprägt von einer einfachen, aber doch sehr zugänglichen Lebensweise. Mit ihren Vorträgen ist sie in ganz Deutschland unterwegs, und ihr Terminplan ist randvoll. Trotzdem ist es der katholischen Pfarrei Marktzeuln gelungen, sie für einen Vortrag zu gewinnen.

„Lieber in Gesellschaft Schokoladenkuchen essen, als alleine Rosenkohl.“
Teresa Zukic, Ordensschwester

Ihrer Bekanntheit ist es sicherlich zu verdanken, dass das Jugendheim im katholischen Pfarrzentrum Marktzeuln total überfüllt war. Selbst auf den Treppen und hinter der Bühne hatten Besucher Platz genommen, um Schwester Teresa Zukic zu hören.

Schwester Teresa Zukic ist Millionen von Deutschen durch ihre Fernsehauftritte, als Skatboard fahrende Nonne oder die deutsche Antwort auf „Sisteract“ bekannt. In Musicals, Gottesdiensten, Vorträgen oder Fernsehshows wie bei Bernd Hahne oder Stefan Mross ist sie schon Gast gewesen. Als Religionspädagogin ist sie eine gefragte Gastrednerin und macht seit Jahren als Manager-Trainerin Furore. Selbstverfasste Predigten und Bücher stehen dort im Mittelpunkt. Als Gemeindereferentin betreut sie ferner das Projekt „Kinderkirche Abenteuerland“ in den ehemaligen Pfarreien von Dekan Lars Rebhan, Hannberg und Weisendorf. Wie die gebürtige Kroatin erzählt, habe sich 1983 ihr Leben verändert. Bis dahin war sie Leistungssportlerin und Schülerin eines Sportinternats. Als sie eines Nachts nicht schlafen kann, habe sie in einem Buch ihrer Kollegin gelesen – es ist die Bibel, Matthäus-Evangelium, Bergpredigt.

1985 entschied sie sich, Ordensschwester zu werden, im Jahr 1989 folgte das Studium der Religion mit Abschluss als Diplom-Religionspädagogin. Seiteher hat sie neun Bücher und ebenfalls so viele Musicals geschrieben. „Lache, lebe, liebe – und sag den Sorgen Gute Nacht“ heißt ihr aktuelles Buch. 50 000 Kilometer fährt sie jährlich und präsentiert dabei die Kirche einmal witzig und humorvoll, aber auch tiefsinnig und immer den Zuhörern zugewandt.

In ihrem Vortrag mit dem Titel „Jeder ist normal, bis du ihn kennst“ legt sie ihren Blick auf das Zusammenleben von Menschen. „Wenn man sich auf Menschen einlässt, ist es möglich, enttäuscht oder verletzt zu werden. Ein böses Wort oder eine missverstandene Geste können schnell zur Katastrophe werden“, sagt die Schwester. Deswegen müsse man wieder lernen, miteinander umzugehen und einander zu akzeptieren.

Alleine durchs Leben gehen, sei keine Lösung. Deshalb lautet Schwester Teresas Motto: „Lieber in Gesellschaft Schokoladenkuchen essen, als alleine Rosenkohl.“ Mit derartigen Aussagen und eingestreuten Witzen bringt sie die die Zuhörer im Saal zum Lachen. Sie erklärt: „Humor ist eine deeskalierende Form, um gespannten Situationen zu begegnen. Lachen hilft auch bei Kränkungen. Negative Gedanken bringen negatives Tun und Fühlen mit sich, mit Positiven ist es ebenso, dies ist sogar medizinisch nachgewiesen“, sagt sie.

Kritik an der Kirche

„Was wir denken, fühlen wir“, führt die Referentin weiter aus. Negatives Denken und Handeln führe zu Trägheit und Gleichgültigkeit, ist sich die Ordensschwester sicher. Und auch mit der Kirche geht Teresa Zukic ins Gericht: „Der Pfarrer ist oft lahm, die Gemeinde ist lahm, der Chor ist lahm, und die kirchlichen Gremien dann auch“, sagt sie augenzwinkernd. Sie wünsche sich hier mehr Begeisterung. „Gott liebt alle Menschen, ob ich den Nächsten mag oder nicht. Über diese Botschaft sollten wir uns ebenso freuen, wie ein Teil seiner Kirche sein zu dürfen“, sagt sie zum Schluss ihres Vortrags, der mit großem Applaus bedacht worden ist.

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