MICHELAU

Das Drama um die Michelauer Störche nimmt kein Ende

Einen betrübten Eindruck macht das Stochenpaar auf dem Kamin am Michelauer Kirchplatz. Von seinem Nest sind nur noch einige Zweige übrig geblieben. Foto: Heinz Marr

Das Drama um das Storchenpaar, das auf dem Kamin des Hauses Kirchplatz 3 in Michelau zu nisten versucht, findet kein Ende. Nachdem der Hausbesitzer das Nest in den vergangenen Wochen abgeräumt hatte, freuten sich die Michelauer Storchenfreunde, dass die Vögel sich nicht entmutigen ließen und erneut Äste aufschichteten.

„Das kommt mir fast schon vor wie in Ungarn, wo in manchen Dörfern auf jedem zweiten Haus ein Storchenpaar nistet.“
Detlef Sperlich, Gemeindeveraltung

Umso größer war die Aufregung, als Passanten am Mittwochnachmittag feststellten, dass das Nest erneut entfernt worden war.

Allerdings stellt sich die Befürchtung, der Hausbesitzer könnte den Horst erneut abgeräumt haben, als unbegründet heraus. Offenbar war es zwischen dem nistenden Vogelpaar und einem dritten Storch zu Revierkämpfen gekommen, wie Detlef Sperlich von der Gemeindeverwaltung beobachtet hat.

Jetzt sitzt das Vogelpaar auf dem kahlen Schlot

Den ganzen Mittwoch über sei der dritte Storch um den Schornstein gekreist, auf dem das Pärchen thronte und sein Nest mit lautem Schnabelklappern verteidigte. Schließlich sei der Eindringling sogar auf dem Kamin gelandet und habe sich zwischen die beiden gedrängt. Bei dem Gerangel seien wohl zahlreiche der lose zum Nest aufgetürmten Äste heruntergefallen, berichtete Sperlich.

Seitdem sitzt das Vogelpaar auf dem Kamin und scheint die verbliebenen Äste zu bewachen. „Sie machen einen richtig traurigen Eindruck – was soll nun werden?“, meinte ein Beobachter. Offenbar wagten sich die Vögel aus Sorge vor erneuten Übergriffen nicht mehr vom Kamin, um neues Nistmaterial heranzuschaffen. Und die verbliebenen Äste reichen wohl auch nicht zum Brüten aus.

Vor einigen Tagen war der Storch noch fleißig am Bau des Nests, das bereits einen beachtlichen Umfang angenommen hatte. Foto: Heinz Marr

Der dritte Storch ziehe immer noch ab und zu seine Kreise, meint Detlef Sperlich. „Das kommt mir fast schon vor wie in Ungarn, wo in manchen Dörfern auf jedem zweiten Haus ein Storchenpaar nistet“, sagt er. Jetzt hoffen, die Vogelfreunde, dass das Paar doch noch zum Brüten kommt.

Bitte um Spende eines Wagenrads

Um den Vögeln das Nisten zu erleichtern, wollen Storchenfreunde ein alternatives Nest anbieten. Dafür bitten sie um Spende eines großen Wagenrads.

Spender melden sich bei Kathi Böhmer unter Tel. (09571) 973 76 41.
Mehr dazu unter

http://www.obermain.de/lokal/main-rodach-steinach/art2999,734461

 

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